Waldemar-Bonsels-Haus in Ambach renoviert

4-10-2014

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Münchner Merkur-online/Isar Loisachbote/ Tanja Lühr

Ambach – Nach halbjähriger Renovierung präsentiert sich die Fassade des Waldemar-Bonsels-Hauses an der Ambacher Seeuferstraße in ganz neuen Farben. Das Ergebnis feierten Vertreter der Bonsels-Siftung und der Gemeinde sowie die Restauratoren am Donnerstag.

„Die Villa besitzt jetzt wieder Würde und Ausstrahlung, wie sie es an einem so schönen Ort verdient hat“, sagte der Dietramszeller Architekt Thomas Kortyka in der Feierstunde am Donnerstagnachmittag. Die Sonne, die vom blauen Himmel schien, brachte das Schmuckstück so richtig zur Geltung. Das Anwesen an der Seeuferstraße 25, vor dem das berühmte Ungarische Tor steht, ist bekannt als die Villa von Waldemar Bonsels (1880-1952), Autor der „Biene Maja“. Er erwarb das Haus im Jahr 1919. Errichtet wurde es schon früher, nämlich 1885/86 von dem aus Ungarn stammenden Bela von Benczúr. Er baute das zweigeschossige Walmdachhaus für seinen Bruder, den ehemaligen Direktor der Akademie für Bildende Künste in München, Gyula Benczúr.

Im Gedenkraum der Villa, den die Waldemar-Bonsels-Stiftung im rückwärtigen Gebäudeteil eingerichtet hat, hängt eine Tafel mit einer hübschen Geschichte an der Wand. Waldemar Bonsels, einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller zwischen 1920 und 1940, soll nach Ambach gekommen sein, um die Villa zu besichtigen. Am Starnberger See suchte er vor allem Ruhe. „Er saß lange im Garten, ließ die Landschaft mit den Wiesen, den Bergen und dem See auf sich wirken und kaufte das Haus, ohne die Räume gesehen zu haben“, heißt es. Der Autor lebte und arbeitete in Ambach bis zu seinem Tod. Im hinteren Eck des Gartens befindet sich Bonsels Grabstein mit dem Zitat „Wir alle sind aus Freude geboren und kehren zu ihr zurück“. Es stammt aus Bonsels letztem Buch „Himmelsvolk – ein Märchen von Blumen, Tieren und Gott“. Wie Architekt Kortyka berichtete, hatte die Waldemar-Bonsels-Stiftung, der die Villa seit 1978 gehört, im Frühjahr zahlreiche feuchte und schadhafte Stellen an Sockeln, Fassaden und Fenstern festgestellt. Die Überprüfung der Holzfassade habe ergeben, dass die aktuelle Farbgebung – ein dunkles Braun – aufgrund mehrerer zurückliegender Anstriche nicht mehr dem Originalerscheinungsbild entsprach. Daraufhin entschied sich die Stiftung für eine umfassende Rekonstruktion.

Gábor Benczúr-Ürmössy, der Urenkel des Erbauers, konnte dabei wertvolle Hilfe leisten, indem er historische Fotos, Bilder und Schriften zur Verfügung stellte. Er war am Donnerstag eigens aus Stuttgart zur Renovierungsfeier gekommen. Die Malerarbeiten führte der Münsinger Stefan Pixner durch. Er berichtete von der aufwändigen Farbfindung und Farbneugebung. Orientiert habe er sich vor allem an dem Familienwappen, das an der Hauswand auf der Ostseite der Villa aufgemalt ist. Es enthält das helle Türkis, in dem die Holzteile der Fassade jetzt gestrichen sind. Die restliche Putzfassade wurde wie zuvor eierschalenfarben wiederhergestellt. Pixner verwendete Kalkfarben und -putze. Die grünen Fensterläden behandelte er mit Leinöl – alles ökologische Materialien. Um die Auffrischung des Familienwappens kümmerte sich die Eglinger Restauratorin Melissa Elena De Pellegrin. Auch der Sonnenuhr auf der Südwand verpasste sie einen neuen Anstrich.

Stefan Pixner glaubt, dass es ihm gemeinsam mit De Pellegrin und der weiteren Restauratorin Beata Smigla-Nowak aus Feldafing gelungen ist, „die Seele des Hauses“ zu verstehen und dies gestalterisch umzusetzen. Sowohl Ralf Kirberg, Vorsitzender der Waldemar-Bonsels-Stiftung, als auch Gábor Benczúr-Ürmössy zeigten sich angetan. Bürgermeister Michael Grasl freute sich über die gelungene Verschönerung. Da das Haus derzeit privat an drei Brüder und ihre Familien vermietet ist, sind der von der Stiftung eingerichtete Gedächtnisraum mit dem Original-Schreibtisch Bonsels’ und seiner Bibliothek nicht öffentlich zugänglich. Demnächst soll laut Pressesprecherin Isabelle Henn eine Schautafel aufgestellt werden mit Wissenswertem über die Villa, ihren Besitzer und dessen Werke.

Ostufer-Waldbesuch für Kinder

20.7.2014 / 8.10.2014

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Einladung

Sehr geehrte Mitglieder,

sehr herzlich laden wir zum Waldspaziergang für Kinder ein, der gemeinsam mit Frau Banner, der Rektorin der Münsinger Grundschule entwickelt wurde. Zum Schulschluss sollen sich unsere Kinder weg von den Büchern hin zur Natur mit Tieren und Pflanzen auf die Sommerferien einstimmen. Gerne sind auch kleinere Kinder willkommen, in diesem Fall bitten wir die Eltern ggf. mitzukommen, damit kein Kummer aufkommt oder die Beine zu schnell müde werden.

Wir bitten um Anmeldung, da wir eine kleine Brotzeit vorbereiten wollen.
Schönes Wochenende,
Ursula Scriba

Wir treffen uns am Freitag 25.Juli 2014 um 14.30 Uhr
Am Badegelände Ammerland Nord (Münsing)(Kinder unter 6 Jahren am besten mit Eltern)

Wir, das sind die 2 Jäger Ursula Scriba und Markus Feigl
mit Mechthild Felsch und den Hunden Anka und Alida

Wir wollen Tierspuren suchen (jetzt haben die Rehe Hochzeitszeit), Bäume erkennen, erfahren wozu die Bäume nützlich sind und jede Menge Entdeckungen machen.

Um 16.00 Uhr können die Eltern die Kinder abholen. Vorher gibt es noch eine Brotzeit und Geschichten von den Tieren aus dem Wald und ein paar Überraschungen.

Wir freuen uns auf Euch, bitte anmelden mit email (osv-vorstand@scribaup.de) oder unter
Tel. 08177/92310
Ursula Scriba

 

Aus dem Gemeindeblatt Münsing aktuell, Nr. 3/September 2014

Expedition mit zwei Jägern

Die Geheimnisse des Waldes

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Einen Nachmittag mit zwei Jägern im Wald zu verbringen, das ist für viele Kinder eine reizvolle Unternehmung und so standen 29 Buben und Mädchen am Münsinger Badeplatz und warteten mit Spannung auf Ursula Scriba und Markus Feigl. Der Ostufer Schutzverband hat zu einer Wald Expedition eingeladen und auch das Wetter passte dieses Mal ideal.

Viel zu selten haben die meisten Kinder die Gelegenheit, ihre nähere Umgebung zu erforschen. Dabei warten doch so viele Geheimnisse darauf, entdeckt zu werden. Der Lebensraum Wald ist einzigartig und wenn zwei erfahrene Jäger Rede und Antwort stehen können, dann ist ein spannender, aber auch lehrreicher Nachmittag garantiert.

Zu Beginn der Expedition erklärte Markus Feigl den Kindern die Besonderheiten eines Rehgebisses und warum das Reh zwei Arten von Zähnen hat. Das war auch für viele Eltern eine interessante Erläuterung, denn selten kann man sich den Unterschied zwischen Schneidezähnen und Backenzähnen eines Wiederkäuers so deutlich an einem Rehschädel zeigen lassen.

Spannend war auch die Schilderung, wie bei den Hirschen das Geweih entsteht. Und dass es jeden Herbst abfällt. Unter einer Hauthülle, der so genannten Basthaut, beginnt es aber sofort neu zu wachsen. Wenn das Geweih fertig gewachsen ist, vertrocknet die Basthaut. Der Bock streift sie im Frühling durch Reiben („Fegen“) an Büschen und jungen Bäumen ab.

wald1Aber dann spielten die zwei Deutsch-Kurzhaar Jagdhündinnen von Frau Scriba nach einem Marsch durch den Wald eine Hauptrolle. Anka und Alida hatten sofort die Herzen der Mädchen erobert, auch wenn manches Kind zuerst ein wenig skeptisch wegen der Hunde war. Markus Feigl legte mit einem armlangen Holzteil, das mit einem Kaninchenfell überzogen war eine Duftspur und verschwand anschließend aus dem Blickfeld der Kinder und der Hunde.

Ursula Scriba schickte ihre Hündin Alida mit dem Kommando „Such“ erst los nach dem sie sich sicher war, dass Alida die Fährte angenommen hatte. Und Alida schnürte kreuz und quer über die Wiese und brachte voller Stolz das Kaninchenfell zurück.

Vieles gab es noch zu entdecken, zu sehen und zu erklären, wobei es schwer fiel, die oberste Regel im Wald zu beachten, dass unnötiger Lärm vermieden werden sollte, denn die Tiere suchen sich ganz schnell eine neue Deckung.

Die Zeit verflog rasch, die Kinder kehrten mit ihren Begleitern zurück zum Seeufer und freuten sich über eine kleine leckere Brotzeit mit Waldbeeren und Kräuterbroten.

Gabriel-von-Max-Denkmalpreis 2015

4.10.2014 – Ostuferschutzverband

Münsing – Bereits zum zweiten Mal lobt der Ostufer Schutzverband (OSV) den Gabriel-von-Max-Denkmalpreis aus. „Wir wollen damit die Eigentümer in unserem Satzungsgebiet würdigen, die sich vorbildlich und mit großem Engagement, teils auch unter Inkaufnahme persönlicher Opfer, um  ihr Haus- oder Gartendenkmal kümmern und so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft leisten“, beschreibt die Erste Vorsitzende Ursula Scriba Sinn und Zweck des Preises. Beispiele gelungener Denkmalpflege sollen andere Eigentümer zum Nachmachen animieren. Der Preis solle ein Zeichen setzen und allen Mut machen, ihre Häuser und Gärten zu erhalten, fügt die OSV-Vorsitzende hinzu. So wie das der Landwirt Josef Strobl und seine Frau Katharina aus Weipertshausen getan haben. Für den Erhalt und die gelungene Restaurierung ihres „Gorythoma-Hofs“ aus dem 17. Jahrhundert haben sie den ersten Gabriel-von-Max-Denkmalpreis erhalten. Solche stattlichen Häuser seien Seele und Gesicht der Dörfer, sagte der Münsinger Bürgermeister Michael Grasl anlässlich der feierlichen Verleihung. „Wer sich am schönen Anblick der Gebäude freut, weiß oft gar nicht, welche Entbehrungen und Mühen die Eigentümer auf sich nehmen, um diese Anwesen zu pflegen“, so Grasl. Preisträger Strobl bestätigte diese Einschätzung.„Wir sind stolz, dass wir so etwas Einzigartiges haben.“ Die Idee, den alten Hof abzureißen, sei ihnen nie gekommen, auch wenn die Sanierungsmaßnahmen zu Beginn der 90-er Jahre ihn und seine Familie vor ungeahnte Herausforderungen gestellt hätten.

Nicht von ungefähr zeigt die Preisskulptur einen Affen, der auf einer Säule hockt und eine Miniaturausgabe der Max-Villa im Schoß hält. Es soll eine bewusste Anspielung auf das Ammerlander Haus des Künstlers Gabriel von Max (1840-1915) sein, das die Eigentümerin seit Jahren verfallen lässt. „Gabriel von Max hat die Affen vermenschlicht“, erläutert der Münsinger Bildhauer Ernst Grünwald, der die Skulptur entworfen hat. „Ich habe diese Sichtweise aufgenommen. Der Affe denkt über das Schicksal der Max-Villa nach.“ Geändert hat sich an deren traurigem Zustand unterdessen nichts. Die Rechtsstreitigkeiten ziehen sich in die Länge, derweil das Haus immer mehr verfällt.

So soll auch die zweite Verleihung des Gabriel-von-Max-Denkmalpreises anhand eines gelungenen Beispiels vor Augen führen, was sich aus einem altehrwürdigen Gebäude machen lässt, wenn man nur will. Alle Interessierten und die Mitglieder des Ostuferschutzverbandes sind aufgerufen,sich an der Suche nach einem neuen Preisträger zu beteiligen. Der OSV freut sich auf eine möglichst große Beteiligung und ist gespannt, welche Vorschläge kommen. Diese können bis Mitte November dieses Jahres schriftlich und mit einer kurzen Begründung bei der Geschäftsstelle des OSV, c/o Ursula Scriba, Lerchenweg 3, 82541 Münsing, eingereicht werden.

Kriterien für die Vergabe sind insbesondere die fachliche, ästhetische und ökologische Qualität von Erhaltungsmaßnahmen, die Kreativität bei der Durchführung und der persönliche Aufwand für den Eigentümer. Das Objekt muss nicht in der Denkmalliste aufgeführt sein, sollte aber für unser herkömmliches Orts- und Landschaftsbild von Bedeutung sein; es kann sich etwa um eine Villa, einen Bauernhof oder ein Fischerhaus handeln. Die genauen Richtlinien für die Vergabe können auch auf der Homepage des OSV (www.ostuferschutzverband.de) eingesehen werden. Die Objekte sollen im Satzungsgebiet des OSV liegen, das heißt, entlang des Ostufers am Starnberger See bis zum Isar- und Loisachtal.

Aus den eingegangen Vorschlägen wird eine Fachjury dann den Preisträger ermitteln.In der Jury sitzen die Kreisheimatpflegerin Maria Mannes, die Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss und der Geschäftsführer des Landesvereins für Heimatpflege, Martin Wölzmüller. Die Preisverleihung findet im Januar 2015 statt. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben. hu