Viele kleine Häuser und ein Saal für alle Münsinger

Süddeutsche Zeitung vom 28. Juli 2016
von Benjamin Engel

Münsing – Das Kuratorium „Wohnen im Alter“ (KWA) konkretisiert seine Planungen für das Seniorenwohnstift in Ambach: So wird das Vorhaben mit 80 bis 85 Wohnungen wohl kleiner ausfallen als bisher diskutiert. Das verdeutlichte KWA-Vorstand Horst Schmieder bei einem Pressegespräch im Eglinger Gasthof Oberhauser am Dienstag. Auch die überbaute Fläche soll kleiner ausfallen als die ehemalige Kurklinik mit ihren 5700 Quadratmetern. „Wir sind bei 5000 Quadratmetern.“ Laut Schmieder hat das KWA eine kleinteiligere, zum Orts- und Landschaftsbild passende Bebauung geprüft. Gemeinsam mit seinem KWA-Vorstandskollegen Stefan Arend und Pressesprecherin Sieglinde Hankele stellte er einen eingeschränkten Architektenwettbewerb in Aussicht, sobald der endgültige Planentwurf vorliegt.

Schmieder trat der Kritik an einer überdimensionierten Bebauung durch den Ostuferschutzverband (OSV) und die Initiative Ambach entgegen. Wie er sagte, könne das KWA-Wohnstift Rupertihof in Rottach-Egern beispielgebend für Ambach sein. Am Tegernsee gebe es 105 Wohnungen in Häusern mit Erdgeschoss plus einem, manchmal auch zwei zusätzlichen Stockwerken. „So etwas Kleinteiliges können wir uns in Ambach vorstellen.“

Wie Arend sagte, sei ein Wohnstift für Senioren kein „closed shop“. 50 Prozent der Fläche seien für Wohnen vorgesehen, die andere Hälfte zur gemeinschaftlichen Nutzung. Die Einrichtung solle Begegnung ermöglichen und stehe den Münsingern offen. So sei ein Saal für kulturelle Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen und Konzerte geplant. Dort könnten auch örtliche Vereine auftreten. Vorstellbar sei auch, die Tagesbetreuung, zum Beispiel für Demenzkranke, für die örtliche Bevölkerung zu öffnen. Im geplanten Schwimmbad könnten beispielsweise Baby-Schwimmkurse stattfinden. Derartige Angebote gebe es in vielen KWA-Einrichtungen.

KWA-Vorstand Stefan Arend kündigt eine kleinteilige Bebauung in Ambach an. Foto: Hartmut Pöstges
Ebenso sprechen die KWA-Vorstände davon, dass die lokale Wirtschaft profitieren werde. So hätten Einzelhändler wie Metzger oder Bäcker sowie Dienstleister im Vorjahr durch das Wohnstift Rupertihof am Tegernsee rund 200 000 Euro umgesetzt. Regionale Bauunternehmen und Handwerker seien an der Erweiterung und Sanierung der Einrichtung beteiligt gewesen und hätten so 2,3 Millionen Euro umgesetzt. In Ambach sollen an die 60 Mitarbeiter beschäftigt werden – in Hauswirtschaft, Gastronomie, Service, Pflege, Verwaltung und Haustechnik. Die Erfahrung zeige, dass sich vor allem Menschen aus dem Gemeindegebiet der jeweiligen Einrichtung bewerben, sagte Schmieder.

Die Vorstände wehrten sich gegen Vorwürfe, aus dem Wohnstift könne ein Spekulationsobjekt werden. Denn in dem Stift könnten die Bewohner die Wohnungen nur mieten. Laut Schmieder liegt der Basispreis für die kleineren Wohnungen bei etwa 1900 Euro. Darin enthalten seien auch die wöchentliche Reinigung und ein tägliches warmes Mittagsmenü. Die Wohnungen hätten aber auch jeweils eine kleine Küche. Außerdem könnten die Bewohner die Gemeinschaftseinrichtungen nutzen. Weitere Leistungen seien zubuchbar. Ein ambulanter Pflegedienst werde im Haus sein. Laut Schmieder müssten die Bewohner mit durchschnittlichen Kosten von 2500 Euro rechnen.

Vorbild ist der Rupertihof am Tegernsee. Foto: Anton Krämer/KWA

 

Die KWA-Vorstände betonen die Planungshoheit der Gemeinde. Alle Aspekte von Umwelt- bis Naturschutz und Landschaftspflege würden im notwendigen Bebauungsplan berücksichtigt. Das KWA habe zwei Gutachter beauftragt. Die stimmten alle Fragen zur Ortsentwicklung und zum Naturschutz ab. Der alte Baumbestand werde weitestgehend erhalten. Noch in diesem Jahr will das KWA die Pläne öffentlich vorstellen.

Protest gegen Senioren-Wohnanlage

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Ostuferschutzverband warnt vor Bebauung des Wiedemann Areals
Gelbes Blatt vom 15. Juli 2016 von Peter Herrmann

Münsing/Ammerland

Seit Juni sammelt die „Initiative Ambach“ Unterschriften gegen eine geplante Senioren-Wohnanlage auf dem Gelände der ehemaligen Wiedemann-Klinik. Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung im Gasthof Gerer in Ammerland warnte nun auch der Ostuferschutzverband (OSV) vor einer überdimensionalen Bebauung.
Das gemeinnützige Sozialunternehmen Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) will auf dem rund 13.000 qm² großen Grundstück am Piloty- und Simetsbergweg drei große Baukörper mit bis zu 85 Metern Kantenlänge errichten. Sie sollen großflächig durch unterirdische Bauten wie Tiefgarage, Schwimmbad und Nebenflächen verbunden werden. Die gestaffelten Einzelgebäude mit einer Höhe von jeweils drei bis vier Geschossen sollen sich zu einem Gebäudekomplex von insgesamt acht Geschossen auftürmen.

Die Gegner des Projekts befürchten, dass der Koplex nach Rodung des Areals sichtbar und dominierend über Ambach stehen würde und damit das Ortsbild nachhaltig verändern würde. Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt hat bereits signalisiert, dass der Bestand schützenswert ist. Zudem wiesen die Projektgegner darauf hin, dass ein Seniorendomizil mit 90 Apartments rund 150 Neubürger in den rund 350 Einwohner-Ort Ambach bringen würde. Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) versuchte auf der Mitgliederversammlung des Ostuferschutzverbandes den Gegnern die Ängste zu nehmen. „Die  Gemeinde lässt sich von Investoren nicht unter Druck setzen. Noch ist nichts entschieden“, beruhigte er. Für den OSV ist indes weiterhin fraglich, ob derzeit überhaupt Baurecht auf dem Gelände im Außenbereich besteht. Vorsitzende Ursula Scriba bekräftigte auf der Versammlung, dass dies aus ihrer Sicht nicht der Fall sei. „Nur durch einen Bebauungsplan kann die Gemeinde neues Baurecht schaffen“, stellte sie klar. Bis dieser erlassen werde, sei eine öffentliche Grundsatzdiskussion mit den Bürgern nötig, um alle Interessen zu berücksichtigen. Die Gemeinde darf nicht zulassen, dass bestehende Bäume abgeholzt werde und das Bauvolumen größer ausfällt, als das der bisherigen Kurklinikgebäude“, so Scriba weiter. Ihrer Meinung nach fehle es in Münsing an bezahlbarem Wohnraum für junge Familien und Senioren. Deshalb schlug OSV-Vorsitzende vor, in Ambach über ein Wohnmodell wie bei der Baugemeinschaft am Pallaufhof nachzudenken. Bürgermeister Grasl versprach zumindest, dass der Baumbestand in Ambach erhalten bleibt und die Bürger rechtzeitig beteiligt werden sollen. Außerdem bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass die neuen Gebäude kleiner als der bisherigen Klinikbetreiber ausfallen. Ohnehin räumten einige OSV-Mitglieder ein, dass die Ruinen der Wiedemann-Klinik ein Ärgernis seien. Denn in den vergangenen drangen dort immer wieder Unbefugte ein, um dort sogenannt „Geister-Partys“ zu feiern.  Zudem lagen vertrauliche Akten und Röntgenbilder von prominenten Pateien frei herum. Deshalb positioniert sich der OSV nicht grundsätzliche gegen ein Neubebauung. Ein Seniorenwohnheim, in dem die teuersten Plätze über 4000,- €uro im Monat kosten, gehe nach Ansicht des OSV-Vize-Vorsitzenden Johannes Umbreit aber an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei. Zudem erinnerte OSV-Mitglied Mechthild Felsch daran, dass das nahe gelegene AWO Heim in Wolfratshausen im kommenden Jahr zusätzliche Plätze anbietet. „Es gibt also keinen Bedarf für eine Luxus-Seniorenwohnanlage am Starnberger See“, so Felsch abschließend.

Eigentümer erstattet Strafanzeige

Röntgenbilder und Patientenakten: Der einstige Betreiber der Klinik in Ambach, „Sanacare Italien“, hat nach der Insolvenz 2004 viele sensible Unterlagen einfach zurückgelassen. Sie hätten vernichtet werden müssen. © red

Münchner Merkur, Isar Loisachbote vom 16. Juli 2016
von Tanja Lühr

 

Datenschutz-Skandal in einstiger Promiklinik

Münsing – Es gab weitere Einbrüche, ein Kamerateam von „ARD brisant“ war vor Ort und das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat sich eingeschaltet: In der ehemaligen Wiedemann-Klinik in Ambach, in der sensible Patientenakten offen herumliegen, kehrt keine Ruhe ein.

Der Eigentümer des Geländes, das Unterhachinger Unternehmen „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) hat mittlerweile einen Wachdienst beauftragt, der das Grundstück am Simetsberg- und am Pilotyweg zusätzlich zu den aufgestellten Bauzäunen vor Einbrechern schützen soll. Am vergangenen Wochenende hatten sich sechs Männer Zutritt zu einstigen Patientenzimmern verschafft, indem sie Scheiben einschlugen. Sie wurden dank eines aufmerksamen Nachbarn von der Polizei in flagranti ertappt und wegen Hausfriedensbruchs angezeigt (wir berichteten).

Das KWA betont in einer Pressemitteilung nochmals, nicht verantwortlich dafür zu sein, dass sich in den Gebäuden Röntgenbilder, Patientenakten, Mitarbeiterbewerbungen, Kontoauszüge und andere Unterlagen befinden. Sie seien vom letzten Betreiber – „Sanacare Italien“ – nach dessen Insolvenz 2004 einfach liegengelassen worden. Unter dem Material entdeckten anonyme Eindringlinge wie berichtet unter anderem das Deckblatt der Krankenakte des Schauspielers Klaus-Jürgen Wussow und spielten entsprechende Fotos unserer Zeitung zu.

Man habe das gesamte, als sensibel erkennbare Material unverzüglich nach dem Kauf der Gebäude im April dieses Jahres gesichert, erklärt KWA-Pressesprecherin Sieglinde Hankele gegenüber unserer Zeitung. Trotzdem seien nach diversen Einbrüchen weitere Akten in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Bis zur ordnungsgemäßen Entsorgung der Schriftstücke habe man jetzt den Wachdienst engagiert. „Zur Klärung des rechtskonformen Umgangs mit den sensiblen Daten“ hätten KWA-Vertreter sich vergangenen Dienstag mit Mitarbeitern des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht auf dem Grundstück in Ambach getroffen. Nach Einschätzung der zuständigen Mitarbeiterin, so Hankele, hätten „die aufgefundenen Patientenakten und Röntgenbilder dort nicht zurückgelassen werden dürfen“. Die ehemaligen Klinikbetreiber und Ärzte hätten es versäumt, diese Unterlagen datenschutzkonform zu versorgen. Sie würden die Verantwortung für deren Verbleib auf dem Gelände tragen.

Die Datenbestände sollen nun sach- und fachgerecht vernichtet werden. „Wir haben die verantwortlichen Stellen dazu aufgefordert, das sicherzustellen und dafür in Absprache mit dem Landesamt für Datenschutzaufsicht einen angemessenen Zeitraum eingeräumt“, erklärt die KWA-Pressesprecherin. Da der Verdacht bestehe, dass gegen gesetzliche Bestimmungen und auch gegen Standesrecht verstoßen worden sei, habe das KWA Strafanzeige gestellt.

Der Datenschutzskandal in der einstigen Promiklinik am Starnberger See beschäftigt mittlerweile auch das Fernsehen. Ein Team des Boulevardmagazins „ARD brisant“ war ebenfalls vergangenen Dienstag vor Ort. Bürgermeister Michael Grasl wurde um ein Interview gebeten, das er aber ablehnte, wie er auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. „Die Gemeinde hat mit dem Datenschutz auf einem Privatgrundstück rein gar nichts zu tun. Ich will jetzt nicht zusätzlich Öl ins Feuer gießen“, erklärt Rathauschef Grasl, dem der Rummel um die „Geisterklinik“ in seiner Gemeinde allmählich auf die Nerven geht.

 

Rathauschef mahnt zur Sachlichkeit

Münchner Merkur, Isar- Loisachbote vom 15. Juli 2016
Wiedemann-Areal: Planungshoheit hat die Gemeinde Münsing

von Tanja Lühr

Ammerland – Teils emotional wurde kürzlich in der Jahresversammlung des Ostuferschutzverbands (OSV) über den geplanten Neubau einer Seniorenwohnanlage auf dem ehemaligen Wiedemann-Areal in Ambach diskutiert. Münsings Bürgermeister Michael Grasl war in den Gasthof Gerer in Ammerland gekommen, um die Sicht der Gemeinde deutlich zu machen. Der Rathauschef betonte mehrmals, dass die Gemeinde die Planungshoheit besitze und davon Gebrauch machen werde.

Grasl bezeichnete es als unglücklich, dass Skizzen von Hotelkomplexen „wie auf Mallorca“ in Umlauf geraten seien. Sebastian Wiedemann, Sprecher der „Initiative Ambach“, verbreitet auf der Homepage der Bürgerinitiative solche Bilder. Sie entstanden nach Grundstücksverhandlungen zwischen der Familie Wiedemann, die noch ein Haus auf dem Gelände bewohnt, und dem Investor „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA). Dieses hatte zunächst rund 90 Wohnungen samt Aufenthalts- und Essensräumen, Tiefgarage und Schwimmbad auf dem Grundstück geplant. Auf den Protest aus der Ambacher Bevölkerung hin überdenke das KWA diese Pläne nun, teilte der Bürgermeister mit: „Das Unternehmen will ohne Zeitdruck eine verträglichere Lösung finden.“ Gleichzeitig lasse die Gemeinde durch einen Juristen prüfen, ob auf dem Gelände überhaupt Baurecht bestehe.

Dies bezweifelt insbesondere Dr. Gustav Neumeister vom OSV. Er verwies in der Jahresversammlung auch auf den Rahmenplan der Gemeinde. Den Villenbesitzern, die vielleicht gerne auf ihren Grundstücken erweitern würden, werde dies verwehrt, um eine Verdichtung am Ostufer zu verhindern. Neumeister: „Der normale Bürger unterwirft sich den Beschränkungen des Rahmenplans, der Investor aber nicht.“ Er frage sich, warum auf dem ehemaligen Klinikgelände ein Seniorenwohnstift entstehen muss. Die Gemeinde lasse ein Wohngebiet für rund 150 Menschen inmitten Ambachs mit seinen 350 Bewohnern zu – ohne davon einen wirklichen Nutzen zu haben. Sollten Juristen und Fachbehörden zu dem Schluss kommen, dass das Grundstück im Außenbereich unverbaubares Grünland sei, soll die Gemeinde es nach Meinung Neumeisters zu einem Bruchteil der von KWA gezahlten 6,5 Millionen Euro zurückkaufen und nach dem Abriss der alten Gebäude renaturieren. Grasl entgegnete, er sehe dafür kaum rechtliche Möglichkeiten.

Die OSV-Vorsitzende und Gemeinderätin Ursula Scriba fragte die etwa 60 Versammlungsbesucher, was die Ambacher unter ihnen sich für ihr Dorf wünschten. Sebastian Wiedemann, junger Familienvater aus Ambach, sagte, ihm würde ein Generationen übergreifendes Wohngebiet ähnlich dem Modell am Pallaufhof gefallen. Mechthild Felsch aus Münsing, Seniorenbeirätin des Landkreises, meinte, sie halte eine Seniorenwohnanlage in Ambach für überflüssig. In Wolfratshausen würden demnächst genügend Betreuungs- und Pflegeplätze für den Nordlandkreis entstehen. Die Ambacherin Petra Schulze äußerte die Sorge, die örtlichen Friedhöfe könnten für die im Seniorenwohnstift sterbenden Menschen nicht ausreichen. Sie befürchtet zudem, dass das Wasser im Ort knapp werden könnte, wie es in manchen heißen Sommern schon vorgekommen sei. „Die gut situierten Herrschaften da oben werden sicher zweimal täglich gebadet“, mutmaßte Schulze.

OSV-Vorstandsmitglied Johannes Umbreit gab zu bedenken, dass das KWA als gemeinnützige Aktiengesellschaft mutmaßlich keine Gewerbesteuer in Münsing zahlen werde. Umbreit sieht für die Gemeinde keinen Vorteil in der Anlage. Es würden voraussichtlich weder heimische Handwerker beim Bau zum Zug kommen noch Personal aus dem Ort beschäftigt.

Neumeister appellierte zum Schluss an die Gemeinde, nicht vorschnell einen Bebauungsplan aufzustellen. „Bitte prüfen Sie in aller Ruhe, ob man dort wirklich bauen will. Und beraten Sie bitte ab jetzt alles in öffentlicher Sitzung. Das wäre eine große, vertrauensbildende Maßnahme gegenüber uns Bürgern“, gab er Rathauschef Grasl mit auf den Weg.

Der Streit um die Wiedemann-Kurklinik

Von Benjamin Engel, Münsing

Mit einem Rundgang um das frühere Wiedemann-Kurklinik-Gelände hat der Ostuferschutzverband (OSV) am Samstag seine Befürchtungen wegen des dort geplanten Seniorenwohnstifts vor rund 40 Teilnehmern bekräftigt.

Das „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) hatte den Kauf von vier der fünf Gebäude Ende April erstmals öffentlich gemacht. Damals hieß es, dass die alten Häuser abgerissen werden, 90 Wohnungen in Größen von 32 bis 120 Quadratmetern entstehen sollten, Schwimmbad, kulturelle Veranstaltungsräume und hauseigener ambulanter Pflegedienst inklusive. Inzwischen spricht das KWA nur noch davon, dass es verschiedene Planungsvarianten überprüfe. Der OSV befürchtet, dass das spätere Seniorenwohnstift von Weitem, etwa vom gegenüberliegenden Starnberger Seeufer aus sichtbar sein könnte und so das kleinteilige Ortsbild von Ambach mit seinen 350 Anwohnern zerstören würde. Von den Auswirkungen auf die Sozialstruktur ganz zu schweigen.

Strafverfahren Auch wenn Patientenakten, Röntgenbilder und andere sensible Daten offen herum lagen und kaputte Türen und Fenster wie eine Einladung gewirkt haben mögen: Ein Zugang zur ehemaligen Wiedemann-Kurklinik ist Unbefugten nicht gestattet, sondern ist Hausfriedensbruch. Diese Lektion haben nun sechs junge Männer aus dem Landkreis lernen müssen. Wie die Polizei berichtet, war die Gruppe am Samstag kurz nach Mitternacht dort eingestiegen. Um den Räumen ungebetenen Besuch abzustatten, hatten die sechs Burschen den Bauzaun überwunden, waren dabei jedoch bemerkt worden. Der Zeuge hatte umgehend die Polizei verständigt. Im Gebäude selbst trafen die Beamten die Täter an und verwiesen sie nach Feststellung ihrer Personalien der Örtlichkeit. Wegen Hausfriedensbruch wurde ein Strafverfahren gegen sie eingeleitet. SZ

Fraglich ist für den OSV weiterhin, ob derzeit überhaupt Baurecht auf dem Gelände im Außenbereich besteht. Die Vorsitzende Ursula Scriba bekräftigte, dass dies im Augenblick aus ihrer Sicht nicht der Fall sei. Nur durch einen Bebauungsplan könnte die Gemeinde neues Baurecht schaffen. Doch vorher fordere der OSV eine öffentliche Grundsatzdiskussion mit den Bürgern, um deren Interessen zu berücksichtigen. Die Gemeinde dürfe nicht zulassen, dass bestehende Bäume abgeholzt werden und das Bauvolumen größer ausfalle als das der bisherigen Kurklinik-Gebäude. Laut Scriba fehle es in Münsing an bezahlbarem Wohnraum für junge Familien und Senioren. Deshalb schlug sie vor, in Ambach über ein Wohnmodell wie bei der Baugemeinschaft am Pallaufhof nachzudenken.

Mit Bürgermeister Michael Grasl (FW) sieht der OSV Gesprächsbereitschaft. Grasl hat laut Scriba in der Mitgliederversammlung am Freitag zugesichert, dass der Baumbestand erhalten bleiben und die Bürger rechtzeitig beteiligt werden sollen. Außerdem habe er davon gesprochen, dass die neuen Gebäude kleiner als der bisherige Klinikbestand ausfallen sollten.

Zu Auseinandersetzungen kommt es allerdings auch zwischen der kritischen „Initiative Ambach“ um Sebastian Wiedemann, Enkel des Kurklinikgründers Fritz Wiedemann, und dem KWA. Denn Wiedemann hat auf der Internetseite seiner Initiative eine 3D-Darstellung mit drei- bis viergeschossiger Terrassenarchitektur veröffentlicht.

Das KWA spricht dagegen von „haltlosen Gerüchten und Mutmaßungen“. Die von der Initiative veröffentlichten Darstellungen stellten Überlegungen dar, die das Unternehmen nicht verfolge. Laut KWA diene ein ebenfalls von der Initiative veröffentlichter, „offensichtlich abfotografierter“ Grundriss-Vorentwurf nur der Massenermittlungen. Die Pläne seien nicht fertig, sondern würden in „intensiver Abstimmung mit den gemeindlichen Gremien und Behörden weiter vorangebracht.“

Wiedemann hingegen wehrt sich gegen diese Darstellung des KWA. Bei einer der veröffentlichten 3D-Darstellungen handele es sich um eine Originalzeichnung des Kuratoriums. Die sei auch dem Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung im Februar vorgestellt worden, erklärt er. Zudem habe das KWA mit der Familie Wiedemann über das einzige noch in ihrem Besitz verbliebene Gebäude der früheren Kurklinik verhandelt. Dazu habe er einen umfangreichen Plansatz mit ausformulierten sowie möblierten Grundrissen und Schnitten einsehen können. Aufgrund dieser Unterlagen habe er auch eine Ansicht vom Ort aus rekonstruiert. Von den Kuratoriums-Verantwortlichen mahnt Wiedemann an, die Bürger in einem offenen und transparenten Prozess zu beteiligen. Er schlägt vor, eine Arbeitsgruppe einzurichten oder einen städtebaulichen Wettbewerb zu organisieren. Bürgermeister Grasl verspricht seinerseits, dass die Gemeinde sich sehr genau auf ihre Planungshoheit und den Baumschutz konzentrieren werde.

Erst kürzlich verursachten aufgefundene Patientenakten aus der früheren Wiedemann-Kurklinik zusätzliche Aufregung. Offenbar lagen diese sowie Röntgenbilder, darunter die vieler prominenter Patienten, in den Gebäuden offen herum. Durch kaputte Türen und Fenster konnte sich jeder Zugang zu den Häusern verschaffen. Eine italienische Firma hatte 2004 den Klinikbetrieb mit allen Unterlagen übernommen und wenig später Insolvenz angemeldet. Inzwischen hat das KWA den Zugang zu den Gebäuden mit einem Bauzaun abgeriegelt und Türen versperrt. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall. Das Landesamt für Datenschutzaufsicht befasst sich dami

„Gravierende Mängel“

Leserbrief an den Isar Loisachboten vom 7. Juli 2016

Betreff: Laufende Berichterstattung über die ehemalige Wiedemann-Klinik in Ambach

Es kann nicht angehen, dass das Kuratorium im Alter (KWA) die Gemeine Münsing unter Druck setzt. Das Projekt hat gravierende Mängel, unmäßig in der Größe, rücksichtslos in der Architektur, und ist nicht zeitgemäß. Ambach hat keine Infrastruktur,  der Landkreis keinen Bedarf. Sinnvoll wäre ein Projekt, wo Alt und Jung zusammen leben. Ich hoffe , dass die Gemeinde einen Bebauungsplan erstellt, der dem Areal, der Gemeinde und dem Investor zugute kommt. Erforderlich ist auch der Druck der Bevölkerung, der ganzen Gemeine Münsing und die Standhaftigkeit des Gemeinderates. Ich hoffe, dass die seitens des Ostuferschutzverbands und der Initiative Ambach geplante Auslegung von Unterschriftenlisten zahlreich unterstützt wird. Hinzufügen ist, dass die KWA ihrer Sicherungspflicht für Patientendaten bis heute nicht nachgekommen ist.
Fritz Noppes
Lindenstraße 1
Münsing/Degerndorf

Bürger wollen mitreden! Unterschriftenliste

Der Ostuferschutzverband (OSV) betrachtet mit Sorge die gerüchtweise bekannt gemachten Planungen zwischen der Gemeinde Münsing und dem Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) auf dem Gelände der ehemaligen Kurklinik Wiedemann in Ambach.

Nach allem, was bekannt ist, soll dort eine Seniorenresidenz von bis zu 90 Wohnungen errichtet werden, also ein Großprojekt, wie es Ambach bisher nicht gesehen hat. Nach dem jetzigen Kenntnisstand soll die geplante Geschossfläche diejenige der im Verfall befindlichen ehemaligen Kurklinik um gut 30 Prozent übersteigen. Die Bevölkerung Ambachs könnte um mehr als die Hälfte anwachsen. Eine solch einschneidende Entwicklung darf ohne Diskussion mit den Bürgern nicht genehmigt werden!

Der Ostuferschutzverband (OSV) fordert deshalb den Bürgermeister und den Gemeinderat der Gemeinde Münsing auf:

Keinen Bebauungsplan zu erstellen, der ein momentan nicht bestehendes Baurecht erst schaffen würde, ohne eine gründliche öffentliche Diskussion, in der zu klären ist, ob ein Bauvorhaben dieser Größe dem Interesse der Bürger und der gedeihlichen Entwicklung des sensiblen Ostufers des Starnberger Sees entspricht.

Keine Abholzung wertvollen alten Baumbestands zuzulassen.

Definitiv kein Bauvolumen zu genehmigen, das in seiner Größe das der ehemaligen Kurklinik übersteigt.

Mit meiner Unterschrift erkläre ich mich mit den oben genannten Zielen solidarisch.

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Hier können Sie sich die Unterschriftenliste herunterladen, ausfüllen und an uns verschicken oder faxen

 

Quo Vadis Ambach ?

Erkunden Sie mit dem Ostufer Schutzverband,

ob und was sich in Ambach verändern würde,
nach dem Kauf des ehemaligen Wiedemann Sanatoriums
durch den neuen Investor KWA.
Spazieren Sie mit uns weiter durch Ambach
und erfahren Sie, wie man neue Bausünden vermeiden
oder aus alten lernen könnte.

Wir treffen uns am
Samstag, 9.Juli 2016, 11 Uhr

am Parkplatz beim Sägewerk in Ambach
(Ecke Waldschmidtweg und Holzbergstraße).

Streit um geplantes Seniorenwohnstift in Ambach

Einst Promiklinik, heute Bauruine: Das ehemalige Wiedemann-Sanatorium in Ambach verfällt. Der neue Eigentümer will die Gebäude abreißen und ein Seniorenwohnstift bauen. Die Pläne sind umstritten. Foto: Dor

„Einst Promiklinik, heute Bauruine: Das ehemalige Wiedemann-Sanatorium in Ambach verfällt. Der neue Eigentümer will die Gebäude abreißen und ein Seniorenwohnstift bauen. Die Pläne sind umstritten. © dor

Münchner Merkur, Isar Loisachbote vom 1. Juli 2016
von Sebastian Dorn und Tanja Lühr

Münsing – Die neuen Eigentümer der ehemaligen Wiedemann-Klinik in Ambach verteidigen ihr geplantes Seniorenwohnstift. Es würden „haltlose Gerüchte und Mutmaßungen“ kursieren. Die Gegner des Bauprojekts sammeln Unterschriften.

Ein paar Wochen wird es noch dauern. Dann will das Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) aus Unterhaching die Öffentlichkeit über sein geplantes Seniorenwohnstift in Ambach informieren. „Wir wollen unserem Planungsbüro keinen Druck machen“, sagt Sprecherin Sieglinde Hankele auf Nachfrage. „Das wird sauber durchlaufen. Es ist ganz normal, dass solche Planungen Zeit brauchen.“

Wie berichtet hat KWA das Grundstück der ehemaligen Wiedemann-Klinik am Starnberger See im April gekauft. Vor elf Tagen, sagt Hankele, erfolgte die notarielle Übergabe. Das ehemalige Sanatorium soll einem Neubau weichen. Das Unternehmen plant ein Seniorenwohnstift. Von 90 Wohnungen samt Aufenthaltsräumen, Gastronomie und Schwimmbad war die Rede. Noch bevor es offizielle Pläne gibt, regt sich Widerstand: Die Initiative Ambach sammelt Unterschriften gegen das Projekt.

Vorstand reagiert auf Aktivitäten der Kritiker

Der Vorstand des Kuratoriums reagiert nun auf die Aktivitäten der Kritiker. Man plane ein Bauwerk, „das Menschen auch noch in zehn und 20 Jahren gefällt und ein behagliches Zuhause bietet“, teilen die Vorstände Horst Schmieder und Dr. Stefan Arend mit. Futuristisch anmutende Darstellungen der Initiative Ambach seien falsch. Auch ein abfotografierter Grundrissentwurf, den die Initiative im Internet zeigt, habe „ausschließlich ersten Masseermittlungen“ gedient. „Alles, was derzeit an Gerüchten und angeblichen Plänen verbreitet wird, entbehrt jeglicher Grundlage.“

Zudem widerspricht KWA den Äußerungen in der Münsinger Bürgerversammlung, die ein „Senioren-Ghetto“ in Ambach befürchten. Das sei „nicht nur geschmacklos, sondern verbietet sich schlichtweg, aus Respekt vor älteren Menschen“.

Bürgermeister verteidigt neue Eigentümer

Auch Münsings Bürgermeister Michael Grasl findet die Verwendung der Bezeichnung „herabwürdigend, peinlich und völlig unpassend“. Das schreibt er an unsere Zeitung. Auch die Gegner der Senioreneinrichtung würden möglicherweise einmal einen Pflegeplatz benötigen. „Menschen, die in schöner Umgebung leben wollen, werden einkaufen, zum Friseur gehen, Blumen kaufen, Lokale und Veranstaltungen besuchen und sehr viele heimische Handwerker beschäftigen“, so der Bürgermeister. „Darauf legt auch KWA als seriöser Träger Wert.“ Er wünsche sich „eine offenere Diskussion parallel zur baurechtlichen Seite“. KWA werde auf die Sorgen und die sensible Umgebung eingehen, schreibt Grasl. „Die Gemeinde wird sich sehr genau und kritisch auf ihre ortsplanerische Kernaufgabe, die Planungshoheit und den Baumschutz konzentrieren.“

70 Unterschriften gegen Vorhaben gesammelt

Bislang 70 Online-Unterzeichner wehren sich nach dem Aufruf der Initiative Ambach bislang gegen die Pläne des Kuratoriums. Sebastian Wiedemann, Initiator der Unterschriftensammlung, möchte die Liste in etwa zwei Wochen Bürgermeister Grasl übergeben. Nach einem Gespräch mit Grasl im Rathaus seien die Fronten mittlerweile allerdings nicht mehr so verhärtet wie zu Beginn, sagt der Enkel des Sanatorium-Gründers Dr. Fritz Wiedemann. Das KWA sei auf Drängen der Gemeinde bereit, umzuplanen und das Gelände weniger dicht zu bebauen, sagt Wiedemann.

„KWA möchte Ruhe in die Sache bringen“, bestätigt der Bürgermeister. Nach der Sommerpause wolle das Unternehmen die überarbeiteten Pläne öffentlich präsentieren. Die Anlage soll laut Grasl „verträglicher“ werden, „auch von der Gestaltung her“. Gleichzeitig lässt die Gemeinde die Frage nach dem Baurecht juristisch prüfen. Einige Mitglieder des Ostuferschutzverbands bezweifeln, dass die Klinik-Ruinen Bestandsschutz genießen, da sie seinerzeit im eigentlich nicht bebaubaren Außenbereich errichtet worden seien.

Wiedemann-Klinik Patienten-Akten frei zugänglich


Von Barbara Briessmann, Münsing

Zehn Jahre lang haben im früheren Kursanatorium Wiedemann offenbar Krankenakten und Röntgenbilder herumgelegen, darunter die vieler prominenter Patienten. Die Akten waren einsehbar für jeden, der sich Zugang zum Gebäude verschafft hatte, was wegen kaputter Türen und Fenster nicht schwer war. Jeder hätte sich so ein umfassendes medizinisches Bild der Patienten der Wiedemann-Klinik in Ambach machen können.

Als die Zuständigen des neuen Käufers „Kuratorium Wohnen im Alter“ (KWA) auf die Zustände aufmerksam wurden, entsorgten sie sofort die sensiblen Daten. „Zu unserer Überraschung fanden wir bei einer ersten Besichtigung der maroden baulichen Anlage auf dem ehemaligen Wiedemann-Areal in verschiedenen Räumen noch Unterlagen, die dem früheren Klinikbetrieb zugeordnet werden konnten“, heißt es in einer Mitteilung des KWA. Inzwischen arbeitet das Landesamt für Datenschutzaufsicht an dem Fall, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Seit elf Tagen ist das KWA im Besitz der Immobilie. Der Ärger scheint nicht abzureißen.

Am Donnerstag wandte sich das KWA an die Öffentlichkeit. Sie seien erschüttert von „haltlosen Gerüchten und Mutmaßungen“, teilen die Vorstände Horst Schmieder und Stefan Arend mit. Insbesondere die Verwendung des Begriffs „Senioren-Getto“ erbost die KWA-Chefs. „Diesen Begriff in Zusammenhang mit Senioren zu verwenden, ist nicht nur geschmacklos, sondern verbietet sich schlichtweg, aus Respekt vor älteren Menschen“, schreiben sie.

Das KWA will in Ambach auf einem Teil des früheren Wiedemann-Grundstücks ein Seniorenwohnstift errichten. Insgesamt 90 Wohnungen mit Gastronomie und Schwimmbad sollen entstehen. Noch liegen keine Baupläne vor, dennoch kursieren bei den Gegnern des Projekts Modelle im Internet. „Alles, was derzeit an Gerüchten und angeblichen Plänen verbreitet wird, entbehrt jeglicher Grundlage“, teilt der KWA-Vorstand mit. Die Pläne seien noch lange nicht fertig, würden derzeit aber „in intensiver Abstimmung mit den gemeindlichen Gremien und Behörden weiter vorangebracht“.

Die Gegner haben sich formiert. So hat der Architekt und Enkel des Klinik-Gründers Sebastian Wiedemann eine Initiative gegründet, weil er befürchtet, das KWA-Vorhaben könnte zu groß ausfallen. Auch der Ostuferschutzverband (OSV) kritisiert das Bauprojekt. Er fürchtet um den Baumbestand und hat die Schreckensvision eines „Senioren-Gettos“ aufgebracht.

Das bringt auch Münsings Bürgermeister Michael Grasl in Rage: „Ich persönlich finde diese Bezeichnung herabwürdigend, peinlich und völlig unpassend“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Grasl fragt, ob die Gegner des Seniorenwohnstifts nicht alt und vielleicht pflege- oder betreuungsbedürftig würden. Er verspricht, die Gemeinde werde sich sehr genau und kritisch auf ihre Planungshoheit und den Baumschutz konzentrieren. Die Kritiker einer solchen Einrichtung dächten „sehr kurzsichtig. Lieber beschäftigt man sich mit den Gegenständen, die seit über zehn Jahren in der Ruine ihr Dasein fristen.“

Zur Ruine wurde die Wiedemann-Kurklinik, nachdem eine italienische Firma den Betrieb 2004 übernommen hatte und 2005 Insolvenz anmelden musste. Beim Auszug ließen die Betreiber offenbar alles stehen und liegen, auch die Patienten-Akten, die sie von Wiedemann übernommen hatten. Wie Spuren zeigen, waren wohl immer wieder Menschen in dem Klinikbau. Die Polizei stieß vor Wochen auf eine Krankenakte. Auf der Straße lagen Befunde eines früheren Patienten, die möglicherweise Jugendliche entwendet hätten, sagte ein Polizeisprecher.