Leserbrief von Anatol Regnier zur Situation in Ambach

Anatol RegnierSchlaganfallklinik statt Wohnstift
– starke Argumente für Plan B

Wer eine Schlaganfallklinik aufsucht, hat nur ein Ziel: möglichst schnell und möglichst umfassend wieder gesund zu werden. Lärm und  Betriebsamkeit stören, Ruhe und Natur tun gut. Das ehemalige Wiedemann-Kurgelände erfüllt diese Voraussetzungen perfekt. Seine abgeschiedene Lage ist ein Bonus, das Ambacher Dorfleben erst in zweiter Linie wichtig. Patienten kommen mit dem Auto an und fahren mit dem Auto ab, der steile Anfahrtsweg spielt für sie keine Rolle. Für die Menschen der Region ist ist eine Schlaganfall-Klinik in erreichbarer Entfernung beruhigend und unter Umständen lebensrettend. Standort und Nutzung passen zusammen, ergänzen und unterstützen einander.

Nicht so im Fall des Senioren-Wohnstifts.

Wer in einSenioren-Wohnstift zieht, sucht Perspektive und Lebensqualität. Die abgeschiedene Höhenlage des Ambacher Kurgeländes ist hier ein Malus. Wer ins Dorf will, muss den Berg hinab und wieder hinauf, was mit zunehmendem Alter, zumal im Winter, nicht leichter wird. In Ambach gibt es kein Geschäft, keine Sparkasse, keine Apotheke, keine Eisdiele, Konditorei oder Bäckerei, keinen Friseur, keinen Lebensmittelmarkt und außer zwei Gaststätten und einem sporadisch geöffneten Kiosk wenig, was Menschen, die am Leben teilhaben wollen, wünschen oder brauchen. Daran wird sich nichts ändern, denn Ambach soll nach dem Rahmenplan der Gemeinde und dem erklärten Willen seiner Einwohner seinen einfachen, dörflichen Charakter behalten. Wer einkaufen will, muss nach Münsing, Seeshaupt, Wolfratshausen oder Starnberg, mit Privatauto (wieviele Senioren haben eines oder fahren noch?) oder mit klinikeigenem Transport (der organisiert werden muss und der Unabhängigkeit schadet) oder (mühsam) mit öffentlichen Verkehrsmitteln.  Entsprechende Einrichtungen auf dem Klinikgelände vergrößern das Bauvolumen und verstärken für die Menschen, die permanent dort wohnen und Abwechslung suchen, das Gefühl der Isolation. Fazit: Standort und Nutzung passen nicht zusammen, stehen gegeneinander, behindern einander.

Starke Argumente also für Plan B. Nicht zuletzt wegen der Akzeptanz in der Ambacher Bevölkerung. Rückenwind statt Gegenwind – klingt das nicht verlockend?

Anatol Regnier

Veröffentlichung: Isar Loisachboten und Wolfratshauser SZ am 09.10.2017

 

Stellungngahme des OSV zur Gemeinderatssitzung am 27. September 2017

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

der OSV sendet Ihnen vor der heutigen Gemeinderatssitzung eine Stellungnahme, die wir Sie bitten, zu Gunsten der Zukunft unserer Gemeinde und im Besonderen Ambachs zu berücksichtigen und zu verlesen.

Vorab: Jedes Entgegenkommen von Baumasse und Bauhöhe gegenüber Investoren wendet sich langfristig gegen die hiesige Bevölkerung. Mit jedem Kubikmeter mehr Raum, der pro Grundstücksfläche genehmigt wird steigt der Wert der hiesigen Bodenpreise. Beim Erbschaftssteuerbescheid gibt es dann das böse Erwachen.

Alternativvorschlag KWA: Der OSV begrüßt die Initiative der KWA einen Alternativvorschlag vorzulegen, der die vom Gemeinderat befürwortete und vom LRA mit Bescheid anerkannte Bauvoranfrage wieder aufgreift. Dieser Vorschlag ist der mildere Eingriff in das Gelände, den Baumbestand, die Dorfstruktur und in die Kulturlandschaft. Die bauliche Entwicklung ist klar erkennbar und wird in jedem Fall den Istbestand Wiedemannklinik nicht übertreffen. Die Bodenberührungen sind bereits erfolgt, die Bäume können stehen bleiben. Nicht nur aus ökologischen Gründen sondern auch aus Gründen der Wirkungen auf den Ort, entstehen keine neuen, nicht untersuchten Folgen für den Ort Ambach mit seinen 320 Einwohnern. Die Nutzung Gesundheitszentrum kann von der Art der Nutzung (Klinik) keine Bauwünsche (Wohnen) in der Umgebung wecken.

Vorschlag KWA: Besorgt sieht der OSV das Vorhaben Wohnstift, da keine weiteren Klärungen erkennbar sind (Erschließung, Parkplätze, Feuerwehranfahrt, Baumschutz, Störungen des Landwirtschaftlichen Betriebs, verkehrliche Erschließung.). Die geforderte Verringerung der Wohneinheiten fehlt, gefordert sind 60 statt 80 WE. Bis jetzt liegen uns keine Zahlen vor, die die Wirtschaftlichkeit der 80 Wohneinheiten belegen. Die Baumasse und –Höhe ist nicht eindeutig fixiert: Das Vorhaben soll sich einfügen. Der gegenwärtige Planungsstand ist noch nicht reif für einen Aufstellungsbeschluss, insbesondere da die Baumasse unbestimmt ist. 

Tagesordnung: Wir bitten um eine Änderung der Tagesordnung. Aus unserer Sicht sollten die beiden Vorschläge des KWA gegeneinander abgewogen werden. Sollte der Alternativvorschlag zum Tragen kommen, braucht die Gemeinde keinen Aufstellungsbeschluss, das Vorhaben ist städtebaulich bereits geordnet.

Ursula Scriba, Vorsitzende des OSV
Als Gemeinderätin schließe ich mich den Anregungen des Vorstands an.

Ammerland, 27.09.2017

Einladung Ostuferspaziergang Oskar Maria Graf

Mein bester Spezi ist der Kramerfeichtmartl gewesen …

Dienstag, 17.10.2017 | 16:00 Uhr

Ein Spaziergang durch Berg mit Katja Sebald
Menschen und Orte im Werk von Oskar Maria Graf

Ludwig II. war schon ein paar Jahre nicht mehr bayerischer König, als im Berger Bäckerhaus, nur ein paar Schritte vom königlichen Schloss entfernt, Oskar Graf geboren wurde. In den Erinnerungen der Dorfbewohner blieb der unglückliche König noch lange lebendig. Nicht nur er sollte später in den Erzählungen des Schriftstellers Oskar Maria Graf auftreten, sondern auch andere mehr oder weniger bekannte Bewohner Bergs. Viele Textpassagen lassen sich an noch heute bestehenden Gebäuden wie auch Familiennamen verorten.

Treffpunkt: Oskar Maria Graf Stüberl, Grafstraße 9, 82335 Berg
Dauer ca. 90 min.