Benefizkonzert für die Ammerlander Schlosskapelle

Schlosskapelle Ammerland

Die Ammerlander Schlosskapelle macht Fortschritte: Vielleicht haben Sie es bemerkt: die Fenster sind eingebaut, der Fensterladen an der Seestraße ist neu gefertigt, hinter der Bautür verbirgt sich eine neue Eingangstür und die Kirchenmaler haben die Raumschale bald fertig gestellt.

Der Ostuferschutzverband freut sich, Sie zum Benefizkonzert für die Ammerlander Schlosskapelle einzuladen.

Am 18. Oktober 2015, Beginn 18 Uhr in der Kirche St. Peter in Ammerland, findet das Kirchenkonzert statt.

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Gabriel-von-Max-Denkmalpreis

mm-2015-10-07-schmuckstück gesucht

Der Ostuferschutzverband (OSV) sucht wieder Kandidaten für den Gabriel-von-Max-Denkmalpreis. Zum dritten Mal wird er an Hauseigentümer verliehen, die sich vorbildlich um den Erhalt besonders schützenswerter Gebäude bemühen.

Münsing – Die OSV-Vorsitzende Urslua Scriba bittet alle Vereinsmitglieder und Interessierte, sich an der Suche nach dem Preisträger 2016 zu beteiligen. „Kriterien für die Vergabe sind insbesondere die fachliche, ästhetische und ökologische Qualität von Erhaltungsmaßnahmen, die Kreativität bei der Durchführung und der persönliche Aufwand für den Eigentümer“, schreibt Scriba in einer Pressemitteilung. Das Objekt müsse nicht auf der Denkmalliste stehen, sollte aber für das herkömmliche Orts- und Landschaftsbild von Bedeutung sein. Es könne sich etwa um eine Villa, einen Bauernhof oder ein Fischerhaus handeln.
2014 erhielten Katharina und Josef Strobl den Preis für den Erhalt des „Gorithoma“-Hofs in Weipertshausen zuerkannt, heuer erhielt ihn der Schreinermeister Josef Wagner für die Renovierung seines Anwesens an der Seestraße in Ammerland.
Die genauen Richtlinien für die Vergabe können auf der Homepage des OSV eingesehen werden. Aus den eingegangenen Vorschlägen wird eine Fachjury dann den Preisträger ermitteln.
Ursula Scriba versichert, dass die Intention hinter dem Gabriel-von-Max-Denkmalpreis so aktuell wie eh und je sei. Es freue den Spaziergänger ganz einfach, wenn er an historischen Villen und Gärten vorbei schlendere, die vorbildlich in Schuss gehalten seien. Die Architektin findet, alte Häuser und ihre Gärten würden wesentlich zur Identität eines Ortes beitragen, sie würden das Gefühl für Heimat prägen. Natürlich koste ihr Erhalt auch viel Geld.
Umgekehrt verhalte es sich, wenn Anwesen einen erbärmlichen Anblick böten. Als negatives Paradebeispiel nennt die OSV-Vorsitzende die Villa Max an der Ammerlander Seestraße. Seit Jahren ist diese dem Verfall preisgegeben. Im März fegte Sturmtief Niklas die Balustrade des Balkons im ersten Sock hinweg. Nicht von ungefähr trägt also die Auszeichnung den Namen der einst anmutigen Villa. „Der Preis soll die Öffentlichkeit auch wach rütteln, den endgültigen Zusammenbruch zu verhindern“, wünscht sich Scriba. Der OSV kämpft seit Jahren für den Erhalt der Villa Max – bislang ein vergeblicher Wettlauf mit der Zeit.
Die Preis-Skulptur aus der Hand des Ammerlander Bildhauers Ernst Grünwald zeigt einen Affen, der auf einer Säule hockt und eine Miniaturausgabe der Max-Villa im Schoß trägt. Bewusst spielt Grünwald auf das Haus des Künstlers und Naturforschers Gabriel von Max (1840 – 1915) an, für das die gegenwärtige Eigentümerin offenbar nichts übrig hat. Das Lieblingstier des Malers Max waren Affen. Er hat sie in allen Posen porträtiert.
Vorschläge können bis Sonntag, 1. November 2015, schriftlich und mit einer kurzen Begründung bei der Geschäftsstelle des OSV bei Ursula Scriba, Lerchenweg 3, 82541 Münsing, eingereicht werden.

Tanja Lühr, Münchner Merkur, Isar Loisachbote vom 7. Oktober 2015

Damit der Himmel wieder blau wird

Damit der Himmel wieder blau wird

Münsing – Die Sanierungsarbeiten an der Ammerlander Schlosskapelle werden teurer als geplant. Deshalb organisiert der Ostuferschutzverband (OSV) am Sonntag,18.Oktober, ein Benefizkonzert in der Ammerlander Filialkirche St. Peter. Damit möchte OSV-Vorsitzende Ursula Scriba weitere Spendengelder sammeln. Der Pianist Johannes Umbreit, Sopranistin Nikola Hillebrand und Bettina Kühn-Wehn am Violoncello interpretieren Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Wolfgang Amadeus Mozart.

Der OSV hat das Vorhaben bereits vor Jahren federführend übernommen und mehr als 50000Euro an Spenden gesammelt. Scriba sagt, dass die Münsinger Kirchenstiftung – ihr gehört die Kapelle – und der OSV auf dieses Konto gemeinsam zugreifen könnten. Derzeit gingen sie von Baukosten in Höhe von 100000Euro aus. Hinzu komme die Ausstattung. Die zusätzlichen Gelder der Gemeinde, des Tölzer Landratsamts, des Bezirks Oberbayern sowie des Landesamts für Denkmalpflege reichten für die Ausstattung nicht aus.

Laut Scriba verursacht unter anderem das aufwendigere Beleuchtungskonzept im Innenraum der Kapelle Mehrkosten. Mit LED-Leuchten könne der Sternenhimmel an der Decke plastischer illuminiert werden. Das sei bereits mit dem erzbischöflichen Ordinariat, der Münsinger Kirchenstiftung und dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt.

Unterdessen sind die neu gestalteten Fenster der Kapelle bereits eingesetzt. Die Messerschmidt-Stiftung hat dies finanziert. Auch die neue Eingangstür ist fertig. Die Maler werden mit der Raumschale voraussichtlich Mitte Oktober fertig. Die Farben im Inneren wurden durch einen Anstrich in den 1920er Jahren übertüncht. Jetzt soll der Himmel wieder blau werden. Für die Kapellenbänke hat der OSV die Meitinger Stiftung als Sponsor gewonnen. Zu welchem Datum die Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden, kann die OSV-Vorsitzende derzeit noch nicht konkret benennen.

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Gabriel-von-Max-Denkmalpreis 2016

Gabriel-von-Max-Denkmalpreis 2016

Gabriel von Max, Das Wohnhaus des Künstlers, nach 1875
Gabriel von Max, Das Wohnhaus des Künstlers, nach 1875

Münsing – Die Intention hinter dem Gabriel-von-Max-Denkmalpreis des Ostufer Schutzverbandes und seiner nunmehr dritten Auslobung ist so aktuell wie eh und je: Es freut den Spaziergänger ganz einfach und schmeichelt seinem Auge, wenn er an historischen Villen und Gärten vorbei schlendern darf, die vorbildlich in Schuss gehalten sind. Alte Häuser und ihre Gärten tragen wesentlich zur Identität eines Ortes bei, sie prägen das Gefühl für Heimat. Natürlich kostet das auch viel Geld. Umgekehrt verhält es sich, wenn Anwesen einen erbärmlichen Anblick bieten. Da befällt den Flaneur Traurigkeit. Er fragt sich, wie lange es wohl noch dauern wird, bis wieder ein markantes Baudenkmal verschwindet. Als Paradebeispiel darf die Villa Max an der Ammerlander Seestraße gelten. Seit Jahren ist sie dem Verfall preisgegeben. So hat Ende März Sturmtief „Niklas“ die Balustrade des Balkons im ersten Stock des denkmalgeschützten Hauses hinweg gefegt. Was folgt als nächstes?

Nicht von ungefähr trägt also die Auszeichnung des Ostufer Schutzverbandes (OSV) den Namen der einst anmutigen Villa. Die Preis-Skulptur aus der Hand des Münsinger Bildhauers Ernst Grünwald zeigt einen Affen, der auf einer Säule hockt und eine Miniaturausgabe der Max-Villa im Schoß trägt. Bewusst spielt Grünwald auf das Haus des Künstlers und Naturforschers Gabriel von Max (1840 bis 1915) an, für das die gegenwärtige Eigentümerin nichts übrig hat. Lieblingstier des Malers Max waren Affen. Er hat sie in allen Posen porträtiert. Gabriel-von-Max-Denkmalpreis 2016 weiterlesen

Exkursion zu kleinen Burganlagen des Lokaladels

Einladung des Ostuferschutzverbands: Exkursion zu kleinen Burganlagen des Lokaladels zwischen Starnbergersee und Loisach aus dem Zeitraum 11.-12. Jahrhundert

Nach unserer großen Anzahl an „Indoor-Veranstaltungen“ habe ich diesmal Andreas Umbreit (Bruder unseres Vorstand-mitglieds Prof. Johannes Umbreit) zu einer interessanten „Outdoor-Veranstaltung“ gewinnen können.
Andreas Umbreit schrieb mir auf die Frage, was uns bei dieser ganztägigen Exkursion (mit Mittagspause) erwartet: „Ich helfe hobbymäßig einer Webseite Alle Burgen, die versucht, sämtliche Herrensitze und älteren Wehranlagen in Mitteleuropa zu dokumentieren. Insgesamt dürften das so 150000 Anlagen sein….Für mich ist das eine spannende Mischung aus Expedition und Schnitzeljagd in Mitteleuropa, kombiniert mit Geschichtsinteresse und gleichzeitig der sich daraus ergebenden Möglichkeit, Gegenden sehr authentisch abseits der Touristikwege kennenzulernen.“
Ich darf Sie zu dieser spannenden Exkursion am Sonntag, 19. April 2015 pünktlich um 9:30 Uhr einladen.
Treffpunkt: Direkt am Landgasthof Berg, Schmiedberg 2, 82547 Eurasburg
(Spätestens) hier bilden wir Fahrgemeinschaften, da an den zu besichtigenden Objekten teils nur sehr begrenzte Park- möglichkeiten bestehen und wir daher mit möglichst wenig Autos unterwegs sein sollten.
Absolut erforderlich: Kräftiges Schuhwerk (hohe Bergschuhe oder Gummistiefel) und strapazierfähige Kleidung – es geht teils durch Unterholz und morastiges Gelände. „Geländegängigkeit“ ebenfalls wichtig, da es teils durch wegloses Terrain einschließlich kürzerer An- und Abstiege geht. Für diese Exkursion ist der Winter/Frühling ideal, da viele Objekte stark eingewachsen und daher mit Laub kaum erkennbar sind.
Bisher ist die Planung unserer Wegstrecke folgendermaßen: Happerg, der dortige Burghügel gibt einen ersten Eindruck. Von dort aus könnten wir zum relativ nahen Burgstall Schallenkam fahren/gehen und anschließend eventuell noch zu einem weiteren Burgstall direkt an der Autobahn oberhalb von Eurasburg. Nach dem Mittagessen im Landgasthaus Berg wären ein kleiner Burgstall bei Dorfen und die umfangreichen Wallreste der nach ihrer Explosion komplett abgerissenen Burg Wolfratshausen zwei mögliche weitere, ebenfalls nah beieinander liegende Programmpunkte.

Für diese Exkursion ist keine Anmeldung erforderlich.
Ich freue mich auf einen erlebnisreichen Ausflug!
Petra Schulze
Leitung AK-Kultur im OSV

Begründung der Jury für die Preisvergabe 2015

Gabriel-von-Max-Denkmalpreis 2015

Begründung der Jury für die Preisvergabe: Dr. Kaija Voss

Der zweite Gabriel-von-Max-Denkmalpreis ist im Februar 2015 von der Jury, bestehend aus Maria Mannes (Kreisheimatpflegerin), Martin Wölzmüller (Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege) und Dr. Kaija Voss (Architekturhistorikerin) vergeben worden. Insgesamt standen acht Bauwerke zur Auswahl. Einige der Kriterien, die für die Preisvergabe ausschlaggebend waren, seien an dieser Stelle genannt: Authentizität, Denkmalwürdigkeit, Vorbildwirkung im Umgang mit einer bestimmten Gebäudekategorie, praktische Umsetzung des Denkmalgedankens auch im Detail, hohe Qualität der baulichen und instand haltenden Maßnahmen, weitgehende Abwesenheit gestalterischer Missstände. Ziemlich bald zeichnete sich unter den Preisrichtern große Einigkeit ab: Wohnhaus und Schreinerei Josef Wagner an der Südlichen Seestraße in Ammerland.

Das Haus steht aktuell nicht unter Denkmalschutz, was aber kein Hindernis darstellt, heißt es doch in den Vergaberichtlinien: „Bei den Bau- und Gartendenkmälern soll es sich um solche historischen Anlagen handeln, die für das herkömmliche Orts- und Landschaftsbild des Ostufers von Bedeutung sind und deren Erhaltung daher im Allgemeininteresse liegt. Nicht erforderlich ist jedoch, dass die Anlagen in der amtlichen Denkmalliste geführt werden.“

1871, im Jahr der Deutschen Reichsgründung – und 5 Jahre früher als die nur wenige Meter entfernt liegende Gabriel-von-Max-Villa wurde das Haus Wagner von Adam Wagner, dem Urgroßvater von Josef Wagner erbaut. Ein Vorgängerhaus, etwas weiter südlich, war dem Bau voraus gegangen. Adam Wagner verkaufte es und baute neu, auf einem Grundstück, das er 1868 vom Kunstmaler Wilhelm Hauschild erwarb. Bereits am 3. Mai 1864 hatte das Königlich Bayerische Bezirksamt Adam Wagner die „Concession“, einen Schreinerbetrieb zu gründen, erteilt.

Das eigene Haus am Seeufer, das zunächst in erster Linie Schreinerei mit Wohnfunktion – und nicht Wohnhaus mit angrenzender Schreinerei war, wurde mit Vollziegeln im „Reichsziegelformat“, das damals hochmodern war, erbaut. 1872 wurde das Reichsformat in Deutschland für die Anwendung in staatlichen Bauten zum Gesetz. Für Privatbauten war es einfach wirtschaftlicher, normierte Ziegel der Größe 25 cm × 12 cm × 6,5 cm zu verwenden.

Durch Holzverkleidungen und Laubsägearbeiten, Balkon und Fensterläden erhielt der Bau einen ganz anderen Charakter, als es der normierte „Reichsvollziegel“ ahnen lässt. Die Holzarbeiten, an Balkon und Giebel, die filigran gestalteten „Pfettenbrettl“, erinnern sowohl an oberbayerische Bauernhäuser, als auch an den Typus des so genannten „Schweizerhauses“. In der Zeit der Romantik im 19. Jahrhundert waren „Schweizerhäuser“ in europäischen Landschaftsgärten Mode und illustrierten das romantische Ideal von Naturverbundenheit.

Die Schweiz, mit Bergwelt und Eidgenossenschaft stand als Symbol für eine „heile Welt“, für eine nicht-industrialisierte Welt. Die ersten Touristen in den Alpen feiern die mit Schnitzereien versehenen Holzhäuser als Zeichen naturverbundenen Bauens und Lebens. Die Architektur in Kurorten, Bädern und Gartenreichen spielte bald mit „heimatverbundenen“ gestalterischen Elementen. Am Starnberger See gab es in den 1860-er Jahren einen Bauboom, betuchte Beamte oder Industrielle ließen sich am See Sommervillen errichten. Die Sehnsucht nach einer vorindustriellen Welt, die Erinnerungen an Reisen in „heile“ Regionen manifestierte sich zu einer Mode, die viele prominente Beispiele hervorbrachte. Eines davon ist das „Casino“, die kleine Inselvilla auf der nahe gelegenen Roseninsel im Starnberger See. Erbaut wurde es ab 1851 durch Franz Joseph Kreuter, fertig gestellt 1853 durch Eduard Riedel. Als Synthese aus der ländlichen oberitalienischen Villa und dem „national-bayerischen“ Gebirgshaus avanciert das „Casino“ zum Prototyp einer Landhausvilla am Starnberger See. Viele Jahre später erst, von 1900–1910, entsteht die Marktstraße in Bad Tölz von Gabriel von Seidl. In vielen seiner Bauten und auch in den Werken seines Bruders Emanuel von Seidl finden sich typische Stilelemente einer „heilen“ vorindustriellen Welt.

Josef Wagner und seine Frau Regina Wagner haben ihr Haus zusammen mit ihren Eltern bzw. Schwiegereltern bewohnt und gemeinsam mit ihren 3 Kindern – den Töchtern Elisabeth und Christine und dem Sohn Josef, der auch ausgebildeter Schreiner ist. Bis vor ca. 20 Jahren kamen jedes Jahr auch noch „Sommerfrischler“ dazu, die Eltern hatten sich im Sommer über der Werkstatt eingerichtet. Haus und Werkstatt haben Umbauten, Reparaturen und funktionelle Neuorganisationen durchlebt: für die saisonalen Vermietungen musste Platz geschaffen werden, die alten Eltern wurden gepflegt, die Kinder brauchten Kinderzimmer, später Jugendzimmer.

Josef Wagner ist Perfektionist. Qualität hat Vorrang vor Quantität, die Tradition nimmt in seinem Werk einen großen Platz ein. Trotzdem ist er und waren auch seine Vorfahren Neuem durchaus zugewandt, sein Großvater Sebastian Wagner schaffte eine Dampfmaschine an und bereits im Jahre 1900 gehörte die Schreinerei mit zu den ersten Häusern in Ammerland an das Stromnetz angeschlossen waren.
Sein Vater, auch ein Josef Wagner, sagte zu ihm: „Schau mal, wie die das damals gemacht haben“ und begeisterte so seinen Sohn für alte Handwerkstechniken. „Neues schaffen – Altes Bewahren“ so steht es aktuell auf der Homepage der Schreinerei und das ist für einen kreativen Schreiner ein gutes und richtiges Programm.

„Man kann nicht alles aufhalten“, sagt Josef Wagner, aber „Man muss immer alles pflegen“ – für die Fassade mit den beiden Giebelmedaillons suchte er nach der historischen Farbgebung, probierte verschiedene Varianten aus. Dunkelgrün für die Fensterläden, lichte Ockertöne, helles Grau für Balkon und Giebel. Die Medaillons sind künstlerisch hochwertige Arbeiten, sie wurden den Wagners in den dreißiger Jahren von Nachbarn geschenkt und danach in die Fassade integriert. Auch im Inneren des Hauses richtet sich das Augenmerk auf alte Handwerkstechniken, zum Beispiel für die Holzverkleidung der Wohnstube. Wieder war es Großvater Sebastian Wagner, der um 1900 die braun-grüne Holzvertäfelung gestaltete. Nachdem diese kaputt war, hat Josef Wagner das historische Bild liebevoll restauriert – unter anderem mit Hilfe eines Kammes. Ästhetisches Verständnis, gepaart mit handwerklichem Sachverstand, Geduld und die Liebe und Freude am Detail.

Vom baulichen Bestand her wäre es daher folgerichtig und wichtig, wenn das Haus an der Südlichen Seestraße als Denkmal geführt werden würde – dazu kommt, dass die Familie Wagner selbst sehr denkmalbewusst lebt und handelt.

Das Haus Wagner an der Südlichen Seestraße ist gewissermaßen ein Idealbild von einem Haus, ein ästhetisch-gestalterischer Ruhepunkt, in einer Welt, die tagtäglich auch im Kleinen, im Detail verschandelt wird. Durch falsch dimensionierte Häuser, riesige Carports, unproportionierte Fenster, gefühllos gestaltete Fassaden. Der große Architekt Ludwig Mies van der Rohe – und er war wahrlich kein Denkmalpfleger, aber ein Mann der Tradition und der Moderne – sagte einst sinngemäß: „Nicht der Teufel steckt im Detail, Gott steckt in den Details!“ Und diesen Satz kann man für das preisgekrönte Haus sowohl nachprüfen, als auch einfach gelten lassen und an anderer Stelle selbst beherzigen.

Vortrag Anatol Regnier, 26. März: Die Manns und die Wedekinds…

25. Feb. 2014
Exklusiver Vortrag für den OSV von Anatol Regnier am 26.3.15

Liebe literaturinteressierte Ammerlander, Ambacher, Holzhausener, Degerndorfer, St. Heinricher und andere dem Ostuferschutzverband Wohlgesonnene!

Unser Mitglied ANATOL REGNIER hat kürzlich für das Münchner Thomas-Mann-Forum einen Vortrag gehalten:

„Die Manns und die Wedekinds – ein Beziehungsgeflecht“

Diesen Vortrag wiederholt er auf unsere Bitte am

Donnerstag, 26. März 2015
im Seegasthaus Hirth am Schwaiblbach,
(am Campingplatz in Ambach)

Einlass ist um 18.00, Beginn des Vortrags 19.30 Uhr
Unkostenbeitrag: 8 Euro. Ein Teil des Erlöses fließt in die Renovierung der Ammerlander Schlosskapelle. Kein Vorverkauf, Karten nur an der Abendkasse.

Anatol Regnier schildert das komplizierte, stürmische, brisante, innige, mehrere Generationen und dramatische Zeitläufte überspannende Verhältnis zweier literarischer Familien.

Über den Vortrag im Thomas-Mann-Forum schrieb Dirk Heißerer an Frido Mann:

„Gestern haben wir in der Seidlvilla einen sehr gelungenen Vortrag von Anatol Regnier gehört. Die Lesung dauerte ohne Pause zwei Stunden, Anatol war erkältet angetreten und sprach sich aber im Wechsel der vielen zerlesenen Bücher, die er mit bunten Merkzeichen versehen und vor sich aufgestapelt hatte, nach und nach frei und geradezu gesund. Er hatte sich sehr gut vorbereitet, sprach die Stellen mit Entschiedenheit, und die Zeitreise durch 150 Jahre und drei Generationen gelang ihm so anschaulich, dass nur noch die Türe hätte aufgehen müssen und jemand aus dem Schattenreich hätte hereinkommen und sagen können: Das hat Du sehr gut gemacht, Anatol!“

Zu diesem Vortrag laden wir Sie herzlich ein!

Für den Vorstand des OSV:
Petra Schulze, AK Kultur

Denkmalpreis 2015 – Übersicht

Übersicht „Gabriel von Max – Denkmalpreis 2015“

Einladung zur feierlichen Preisverleihung

Begründung der Jury für die Preisvergabe: Dr. Kaija Voss

Bericht im Isar-Loisachboten (hier klicken)

Bericht über die Preisverleihung: Süddeutsche Zeitung vom 7.2.2015

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sz-2015-02-07-denkmalpreis2015_Schreinerei_Wagner

Süddeutsche Zeitung: Schreinerei Wagner (15.1.2015)

Schreinerei Wagner, Ammerland
Schreinerei Wagner, Ammerland

Gabriel von Max: Das Wohnhaus des Künstlers, nach 1875. Lenbachhaus München (s. Bild 3)

Gabriel von Max, Das Wohnhaus des Künstlers, nach 1875
Gabriel von Max, Das Wohnhaus des Künstlers, nach 1875

Rückblick 2015

Veranstaltungen, Aktuelles

Benefizkonzert für die Ammerlander Schlosskapelle

Sonntag, 18. Oktober 2015 in der Kirche St. Peter, Ammerland

Es musizieren:

  • Nikola Hillbrand, Sopran
  • Bettina Kühner-Wehn, Violoncello
  • Johannes Umbreit, Klavier

Unser Programm:

  • Werke von Johann Sebastian Bach (Gambensonate, BWV 1029)
  • Georg Friedrich Händel (aus dem Messias)
  • Wolfgang Amadeus Mozart (Exsultate Jubilate, Arien aus der Messe c-moll

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Verleihung Denkmalpreis 2015

Hier steckt Gott im Detail

Isar-Loisachbote/Merkur-Online, 6. 2. 2015

Münsing – Der Gabriel-von-Max-Denkmalpreis des Ostuferschutzverbandes (OSV) geht heuer an den Ammerlander Schreiner Josef Wagner. Am Donnerstag erhielt der 66-Jährige die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Münsinger Gasthaus „Zum Altwirt“.

Wagner ist nicht nur Handwerker, er hat auch mit großem Aufwand das Haus seiner Eltern und Großeltern an der Südlichen Seestraße 11 in Ammerland renoviert. Es war 1871 vom Urgroßvater des Preisträgers, dem Schreiner Adam Wagner, erbaut worden. Josef Wagner interessiere sich grundsätzlich für die Geschichte der Häuser, an und in denen er arbeite, sagte die Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss in ihrer Laudatio. Das spiegle sich wider in seiner behutsamen und originalgetreuen Herangehensweise.
Wagners Elternhaus, das seit 1871 schon mehrmals verändert worden war, war zum Schluss im Stil der so genannten Schweizerhäuser des 19. Jahrhunderts hergerichtet worden. Diese Chalets, so Voss, waren ein Ausdruck der Sehnsucht der Menschen nach der vorindustriellen Welt. Sie standen für das romantische Ideal der Naturverbundenheit.

Ganz in diesem Sinne begannen Josef Wagner und seine Frau Regina vor 25 Jahren mit der Renovierung. Typisch für den Schweizerhaus-Stil sind die zarten Schnitzereien an Dächern, Balkonen und Austritten, die überall gleich hohen Fenster mit den grünen Läden, die dezente Farbgebung in lichtem Ocker und hellem Grau. All das berücksichtigte Wagner bei der Instandsetzung. Er verwendete Fichten- und Lärchenholz sowie Naturfarben auf Kalkbasis. Die Wand zur Seeseite hin verstärkte er mit einer zusätzlichen Holzverkleidung wegen der Stürme, die regelmäßig vom Westen her über den Starnberger See fegen.

Gegen Ende der Arbeiten bezog das Ehepaar auch seine Kinder – Sohn Josef sowie die Töchter Elisabeth und Christina – in das „Lebenswerk“, wie man es nennen kann, ein. Eine Besonderheit sind die Medaillons am Giebel mit den plastischen Gesichtern von Frauen und Männern, die aussehen, als seien sie gerade den Fluten entstiegen. Sie sind ein Geschenk der Nachbarn aus den 1930er-Jahren. Im Inneren des Hauses findet sich alte Handwerkstechnik verbunden mit modernen Elementen. „Nicht der Teufel steckt hier im Detail, sondern Gott“, lobte Voss. Die Ostuferschutzverbands-Vorsitzende Ursula Scriba überreichte Wagner den Preis, einen vom Ammerlander Bildhauer Ernst Grünwald gefertigten Affen aus Bronze in Anlehnung an den Affenmaler Gabriel von Max.

Im vergangenen Jahr hatte der OSV den Denkmalpreis ins Leben gerufen, um zu zeigen, dass man alte Gebäude nicht verfallen lassen muss wie das Negativbeispiel Max-Villa. Acht Gebäude standen heuer zur Auswahl. Ernannt wurde Josef Wagner von einer Jury, bestehend aus Dr. Kaija Voss, Kreisheimatpflegerin Maria Mannes und Martin Wölzmüller, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Die Feier im – ebenfalls vorbildlich renovierten – Altwirt wurde von launigen Streichmusikstücken der Geschwister Maria und Matthias Well umrahmt.

Tanja Lühr