Streit um Villa: Betreten und Fotografieren erlaubt

18.1.2013
Merkur-online, Isar Loisachbote

Streit um Villa: Betreten und Fotografieren erlaubt

© Hermsdorf Die Villa Max in Ammerland am Starnberger See verfällt. Das Landratsamt erreichte jetzt, dass es die Räume besichtigen und fotografieren darf.

Ammerland – Im Kampf um den Erhalt der denkmalgeschützten Max-Villa in Ammerland am Starnberger See hat das Landratsamt Bad Tölz einen Teilerfolg erzielt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat entschieden, dass Denkmalschutzbehörden künftig auch das Innere der ehemaligen Künstlervilla fotografieren dürfen, um deren Zustand zu dokumentieren. „Es ist ein kleiner Erfolg, der uns die Arbeit aber wesentlich erleichtert“, sagt Landrat Josef Niedermaier. Die Mitarbeiter des Landratsamts dürfen die Max-Villa ab sofort nach Terminabsprache mit der Eigentümerin nicht nur betreten und besichtigen, sondern auch Fotos von den Räumen machen. „Damit können wir viel besser beweisen, dass die Villa zusehends verfällt und können gegebenenfalls Reparaturmaßnahmen anordnen“, erklärt der Landrat.

Das Landratsamt als Untere Denkmalschutzbehörde hatte zunächst beim Verwaltungsgericht München die Erlaubnis zum Fotografieren erstritten. Es folgte prompt eine Klage der Eigentümerin gegen diesen Bescheid. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) als oberste Instanz hat nun in einem unanfechtbaren Urteil dem Landratsamt Recht gegeben. Die Kontrolle und Dokumentation des Baudenkmals seien „angesichts des desolaten Eindrucks der seit Jahren unbewohnten Max-Villa“ nötig, schreibt der Verwaltungsgerichtshof in einer Pressemitteilung.

Es ist kein Geheimnis, dass die Münchner Eigentümerin der Villa, die direkt an der Ufer-Promenade in Ammerland steht, das Denkmal am liebsten abreißen und an seiner Stelle ein neues Haus bauen würde.
tal – Tanja Lühr

Rundbank

14.10.2012

Einladung zur Einweihung

Der Ostuferschutzverband spendet eine Rundbank für den
Münsinger Dorfplatz

Rundbank Dorfplatz Münsing. Foto ohne Quelle
Die Bank soll insbesondere Familien und Senioren als Treffpunkt dienen.
Wir laden Sie herzlich zu einer kleinen Einweihungsfeier
am 22. Oktober 2012 um 16:00 Uhr am Dorfplatz ein.
Die Feier wird vom Kinderchor umrahmt.

Für einen kleinen Umtrunk sorgt die Saftbar des Gartenbauvereins Münsing.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Der Ostuferschutzverband und die Agenda Soziales

Ostuferschutzverband lobt Denkmalpreis aus

2.7.2012

Münsing – In den Bereichen Politik und Kultur hat sich der Ostuferschutzverband (OSV) einiges vorgenommen. Unter anderem plant der Schutzverband, im Herbst erstmals einen Denkmalpreis zu vergeben.

Ausgezeichnet werden sollen Münsinger Bürger, die sich in vorbildlicher Weise eines denkmalgeschützten Hauses angenommen haben.

Ein „Herzensanliegen“ ist und bleibt für die Vereinsvorsitzende Ursula Scriba die Renovierung der Ammerlander Schlosskapelle. Der Kirchenverwaltungsrat der katholischen Kirche, der das Kleinod an der Seestraße gehört, habe mittlerweile die Sanierung beschlossen, berichtete Scriba. Die Messerschmitt-Stiftung habe ihre Unterstützung zugesagt. Sie wolle die teuren neuen Glasfenster bezahlen. Die gesamte Renovierung wird Scriba zufolge rund 100 000 Euro kosten. „Die Finanzierung ist gesichert“, verkündete sie. Dem Beginn der Arbeiten, die eigentlich schon für 2011 angekündigt waren, stehe nichts mehr im Weg. Weniger optimistisch sieht Scriba die Zukunft der denkmalgeschützten Max-Villa. Das Haus vergammle von Jahr zu Jahr mehr. Seitdem die Eigentümer im Januar ihren Abbruchantrag zurückgezogen hätten, sei nichts mehr passiert. Der OSV habe Landrat Josef Niedermaier deshalb in einem Brief gebeten, gegen den Verfall einzuschreiten. „Das Landratsamt muss ein Zeichen setzen“, forderte auch Bürgermeister Michael Grasl.

(tal)

Abschied vom Freund und Mahner

23.8.2011
Merkur-online, Isar-Loisachbote

Abschied vom Freund und Mahner

Münsing – Auch in seinem Wohnort Münsing hinterlässt der Humorist Vicco von Bülow alias Loriot eine große Lücke.

Taktgeber in Sachen Humor: Der große Vicco von Bülow alias Loriot dirigierte bisweilen auch die Münsinger Blaskapelle. Am Montag starb er im Alter von 87 Jahren in Ammerland. Foto: Archiv
Taktgeber in Sachen Humor: Der große Vicco von Bülow alias Loriot dirigierte bisweilen auch die Münsinger Blaskapelle. Am Montag starb er im Alter von 87 Jahren in Ammerland. Foto: Archiv

Er brachte die Knollennasen-Männchen und die „possierliche“ Steinlaus in unsere Wohnzimmer. Er stellte Kindern den Bausatz eines Atom-Meilers auf den Gabentisch, machte aus einer Nudel einen Rendezvous-Killer und ließ den Papst gemeinsam mit der Tochter von Erwin Lottemann eine Herren-Boutique in Wuppertal eröffnen. Loriot, bürgerlich Vicco von Bülow, bewies der Welt in den 1960, 70er und 80er Jahren, dass Deutsche – ja – Witz haben. Am Montag starb der Großmeister des fein- und hintersinnigen Humors 87-jährig in Ammerland.

Fast ein halbes Jahrhundert lebte der gebürtige Brandenburger in Münsing. Doch es war keineswegs so, dass sofort die große Liebe zwischen seinen Einwohnern und dem zunehmend berühmter werdenden Humoristen entbrannte.

1989 kam Loriot den Münsingern nicht aus. Für den Fernsehshow-Klassiker „Spiel ohne Grenzen“ rekrutierten sie den prominenten Bürger kurzerhand als Teamkollegen. Gemeinsam gewannen sie die Vorschlussrunde am Starnberger See und später sogar das Finale in der Nibelungenstadt Xanten. Das hatte einschneidende Folgen – für Loriot und die Münsinger. Letztere schlossen den Künstler nun komplett in ihr Herz.

Fortan war Loriot durchaus präsent in Münsing. Er dirigierte anlässlich des Jahresbeginns oder seiner runden Geburtstage die Blaskapelle, er entwarf das Logo für den Ammerlander Judoverein. Und er protestierte: ernsthaft gegen die Anfang der 1990er Jahre drohende Mülldeponie in Reichenkam sowie ein Neonazi-Nest mitten im Ort.

Vicco von Bülow wird den Münsingern gewiss fehlen. Als Freund, als Künstler, als Mahner. Oder um es mit einem – leicht abgewandelten – Zitat aus einem seiner Sketche zu sagen: Mit Loriot war mehr Lametta.

von Peter Borchers

Kondolenzbuch für Loriot: Abschied in aller Stille

24.8.2011
Merkur-online, Isar-Loisachbote

Kondolenzbuch für Loriot: Abschied in aller Stille

© Sabine Hermsdorf Ein Kondolenzbuch für die Gemeindebürger liegt im Rathaus von Münsing (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) aus. Hier trägt sich Bürgermeister Michael Grasl ein. Ammerland, wo Loriot gelebt hatte, ist ein Ortsteil von Münsing. Vicco von Bülow war dort Ehrenbürger.
© Sabine Hermsdorf
Ein Kondolenzbuch für die Gemeindebürger liegt im Rathaus von Münsing (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) aus. Hier trägt sich Bürgermeister Michael Grasl ein. Ammerland, wo Loriot gelebt hatte, ist ein Ortsteil von Münsing. Vicco von Bülow war dort Ehrenbürger.

Münsing – Deutschland trauert um Loriot: In Münsing am Starnberger See, wo Vicco von Bülow gestorben ist, liegt ein Kondolenzbuch aus. Wo der Humorist beigesetzt werden soll, hält die Familie geheim.

Nach dem Tod von Loriot sind Weggefährten und Politiker sich einig: Sein Humor wird weiterleben. Der Diogenes Verlag veröffentlicht im September Loriots letztes Buch. Der Titel: „Bitte sagen Sie jetzt nichts“. Dabei handelt es sich um einen Gesprächsband. „Das war der Wunsch von Loriot“, sagte Verlagssprecherin Ruth Geiger gestern in Zürich. „Das war ihm ein großes Anliegen.“ Ursprünglich sollte das Buch, das zum Teil bereits veröffentlichte Gespräche enthält, zum 88. Geburtstag Vicco von Bülows im November auf den Markt kommen. Nach seinem Tod wird die Veröffentlichung nun vorgezogen. Es enthält nach Verlagsangaben „Gespräche mit Loriot aus vier Jahrzehnten“.

Loriots „Auf den Hund gekommen“ war im Jahr 1954 eins der ersten Bücher, das vom Diogenes Verlag veröffentlicht wurde. In fast sechzig Jahren erschienen 114 verschiedene Bände von Loriot-Büchern bei Diogenes, in einer Gesamtauflage von mehreren Millionen Exemplaren.

Gestern kondolierte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) der Witwe des Komikers, der am Montag im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See gestorben war. „Mit großer Trauer, mit Wehmut und mit Abschiedsschmerz haben wir vom Tod Ihres Mannes erfahren“, schrieb er und sprach ihr und den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Loriot war seit 1951 mit seiner Frau Rose-Marie – genannt Romi – verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter.

„Mit Vicco von Bülow alias Loriot verliert das kulturelle Deutschland ein überragendes künstlerische Multitalent. Ob als Cartoonist, Schriftsteller, Regisseur oder letztendlich als Schauspieler, stets stand er in der ersten Reihe des jeweiligen Faches“, so Ude weiter. „Er hat darüber hinaus das Wunder vollbracht, den Deutschen zu beweisen, dass sie ein humorbegabtes Volk sind, das sich der Heiterkeit hingeben und spöttische Ironie verkraften kann.“

Bereits am Dienstag hatten sich Prominente, Politiker und Weggefährten Loriots betroffen vom Tod des großen Komödianten gezeigt. Bei einer Preisverleihung am Dienstagabend in Berlin lobten Prominente Loriots intelligenten und pointierten Humor. „Loriot hat uns das Lachen beigebracht vor allem das Lachen über uns selber“, sagte die Schauspielerin Iris Berben, die Präsidentin der Deutschen Filmakademie. „Er hat das auf eine sehr feine Weise getan und war nie zynisch verletzend und klaut.“ Er werde als „guter Geist und Inspiration“ fehlen. Die Schauspielerin Heike Makatsch sagte: „Ich habe ihn schon als Kind oft im Fernsehen gesehen mit meinen Eltern. Den Lottogewinner-Sketch fand ich immer sehr, sehr witzig.“ Wann und wo Loriot beigesetzt werden soll, will die Familie nicht bekanntgeben, wie der Diogenes Verlag betonte. „Und sie bittet, das zu respektieren.“ Die Beerdigung Trauerfeier soll im engsten Familienkreis stattfinden. Anschließend soll aber eine Trauerfeier stattfinden.

mm/lby

Grasl betroffen vom Tod Loriots

23.8.2011
Merkur-online, Isar-Loisachbote

Grasl betroffen vom Tod Loriots

Münsing – Mit Vicco von Bülow alias Loriot verliert die Gemeinde Münsing ihren einzigen noch lebenden Ehrenbürger. Von seinem Tod zeigte sich Bürgermeister Michael Grasl gestern tief betroffen.

Vicco von Bülow war Münsings letzter, noch lebender Ehrenbürger. In der Gemeinde fühlte er sich heimisch. foto: archiv
Vicco von Bülow war Münsings letzter, noch lebender Ehrenbürger. In der Gemeinde fühlte er sich heimisch. foto: archiv

 

Loriot hat immer einen engen, lieben Kontakt zum Rathaus und den Ortsvereinen unterhalten“, erzählt er. „Er wird uns als Freund fehlen.“

Der gebürtige Brandenburger habe Ammerland als seine Heimat empfunden, um die er sich auch sorgte. Dementsprechend übte er auch Kritik, mahnte etwa, den Ortsteil Wimpasing nicht zum „Siedlungsbrei“ verkommen zu lassen. Die berühmte Prise Humor habe dabei aber nie gefehlt, erinnert sich Grasl. „Es waren schöne Begegnungen mit ihm, an deren Ende man oft ein lustiges Zitat und ein Lächeln auf den Lippen hatte.“

Den Angehörigen Vicco von Bülows hat Grasl bereits sein Beileid ausgedrückt. In Kürze wird in der Gemeinde ein Kondolenzbuch ausliegen. (cb)

Loriot ist tot – Deutschland trauert

23.8.2011
Merkur-online, Isar Loisachbote

Loriot ist tot – Deutschland trauert

Ammerland – Deutschlands berühmtester Humorist, der mit bürgerlichem Namen Vicco von Bülow hieß, starb am Montag mit 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See, wie der Diogenes Verlag mitteilte.

Vicco von Bülow, Loriot im Alter
Vicco von Bülow, Loriot im Alter

Loriot sei zu Hause “sanft entschlafen“, sagte Diogenes-Sprecherin Ruth Geiger.

Loriots Szenen voller Sprachwitz und Pointen sind legendär – etwa der Sketch mit der Nudel im Gesicht beim Rendezvous oder der Cartoon “Herren im Bad“ (“Die Ente bleibt draußen“). Auch seine beiden Kinofilme “Ödipussi“ und “Pappa ante portas“ begeisterten Millionen Menschen.

Die Familie habe den Schweizer Diogenes-Verlag gebeten, die Öffentlichkeit zu informieren, sagte Verlagssprecherin Geiger. Eine ergänzende Stellungnahme der Angehörigen sei nicht geplant. “Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt“, sagte die Verlagssprecherin. Der Termin wurde von Geiger nicht genannt. “Die Familie möchte dies nicht.“

Loriot selbst hatte sich sich in den vergangenen Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Man sah ihn zuletzt kaum noch mit einem seiner Möpse (“Ein Leben ohne Möpse ist möglich, aber sinnlos“) am Starnberger See oder um den Berliner Savignyplatz spazieren gehen. Die Augen machten nicht mehr mit.

“Mein Vater wird schwächer“, hatte Tochter Susanne von Bülow der “Bild“-Zeitung im April 2011 gesagt. “Weil er kaum noch sehen kann, liest er pro Tag nur noch eine Seite. Dann tanzen die Buchstaben vor seinen Augen.“ Auf die “Zeit“-Frage, ob er das Gefühl verspüre, “dass man gehen soll, wenn es am schönsten ist“, antwortete Vicco von Bülow in preußisch knapper Manier: “Ja“.

Loriot wurde zunächst mit Knollennasenmännchen in Zeitschriften-Cartoons bekannt. Später kamen die Fernseh-Sketche, etwa in der ARD-Serie “Loriot I-VI“ in den 70er Jahren, hinzu. In Sketchen wie über die Familie Hoppenstedt trat Loriot meist selbst als wandlungsfähiger Schauspieler auf, oft mit seiner bereits 2007 gestorbenen Kollegin Evelyn Hamann.

Loriot schrieb legendäre Dialoge von Männern und Frauen, die seiner schlitzohrigen Meinung nach überhaupt nicht zusammenpassen, etwa über das weich- oder hartgekochte Frühstücksei. Außerdem machte er den vielleicht bekanntesten Rentner und Lottomillionär der Fernsehgeschichte unsterblich: Erwin Lindemann (vom Schauspieler Heinz Meier dargestellt), der “seit 66 Jahren“ Rentner ist und vor einem Fernsehteam völlig verwirrt seinen Plan verkündet, mit seiner Tochter und dem Papst eine Herrenboutique in Wuppertal zu eröffnen.

Populär wurde auch das Zeichentrickpärchen Wum und Wendelin in der Fernsehshow “Der große Preis“ mit Wim Thoelke. Auch im Kino hatte Loriot, der als Künstlername die französische Bezeichnung für das Wappentier der Familie Bülow (Pirol = loriot) wählte, großen Erfolg. Sein Kinodebüt “Ödipussi“ (1988) zählt zu den meistgesehenen Kinofilmen der deutschen Nachkriegsgeschichte, dem 1991 die grandiose Rentner-Posse “Pappa ante portas“ folgte. Seine gesammelten Werke als Zeichner und Humorist erschienen im Diogenes Verlag (Zürich).

Vertreter aus Politik und Kultur würdigen den Humoristen

Das Werk des verstorbenen Humoristen Loriot wird nach Überzeugung von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Deutschen noch lange zum Lachen bringen. Loriot habe Generationen mit seinen Sketchen, Zeichnungen, Texten und Filmen begeistert, erklärte die CDU-Vorsitzende am Dienstag in Berlin. Sie trauere um einen großen Künstler und wunderbaren Menschen. “Loriots einmalige Fähigkeit, uns liebevoll den Spiegel vorzuhalten, wird uns fehlen“, betonte Merkel.

Bundespräsident Christian Wulff nannte von Bülow einen “lebensklugen Beobachter menschlicher Schwächen“. “Wir haben durch Loriot lachen gelernt über die komplizierten und die aller einfachsten Schwierigkeiten des Lebens“, sagte er.

Die ernste Seite des Humoristen hob Bundestagspräsident Norbert Lammert hervor. So habe er mit Blick auf die Offizierstradition seiner Familie auf die Frage, ob er im Zweiten Weltkrieg ein guter Soldat gewesen seit, geantwortet: “Nicht gut genug, sonst hätte ich am 20. Juli 1944 zum Widerstand gehört. Aber für den schauerlichen deutschen Beitrag zur Weltgeschichte werde ich mich schämen bis an mein Lebensende.“ “Beide, Loriot wie Vicco von Bülow, werden uns sehr fehlen“, sagte Lammert.

Der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, sagte: “Er hat das deutsche Fernsehen mit anspruchsvollem Humor auf eine Höhe gebracht, die von heutigen Comedystars unerreicht bleibt.“ Er verbeuge sich vor dem großen Satiriker Loriot, “der für mich immer auch ein Vorbild war“.

“Karl Valentin des Cartoons und der Fernsehunterhaltung“

Der Künstler erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Kleinkunstpreis, die Goldene Kamera, den Karl-Valentin-Orden, den Wilhelm-Busch-Preis und den Ernst-Lubitsch-Preis. Loriot war Mitglied der Berliner Akademie der Künste und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er war auch Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes.

Als “eines der wenigen Fernsehgenies“ hat der Leiter des Grimme-Instituts in Marl, Uwe Kammann, den verstorbenen Humoristen gewürdigt. Mit Loriot,sei “einer der größten Komiker Deutschlands der Nachkriegsgeschichte“ gestorben. Seine Mischung aus trockenem und hintergründigem Humor sei einzigartig und unverwechselbar und “in dieser Kombination nie wieder erreicht“, sagte Kammann.

Manche nannten den aus Brandenburg an der Havel stammenden Offizierssohn, dessen Vorfahren am Hof von Friedrich dem Großen verkehrten, auch den “Karl Valentin des Cartoons und der Fernsehunterhaltung“ oder “Deutschlands komischste Figur“. Zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2008 war im Berliner Film- und Fernsehmuseum am Potsdamer Platz die bis dahin umfassendste Loriot-Retrospektive zu sehen.

Kulturschande am Ostufer

14.3.2011 Süddeutsche Zeitung, Felicitas Amler

Kulturschande am Ostufer

Ursula Scriba, Architektin und Vorsitzende des Ostuferschutzverbands am Starnberger See, hat ihren Diavortrag über die Künstlervilla Max in Ammerland wirksam inszeniert. Wenn man zwei ihrer Motive so unmittelbar aufeinanderfolgend sieht, ist man schockiert.

Die Balustrade am Balkon der denkmalgeschützten Max-Villa ist schon längst zusammengebrochen. (Foto: Hartmut Pöstges)
Die Balustrade am Balkon der denkmalgeschützten Max-Villa ist schon längst zusammengebrochen.
(Foto: Hartmut Pöstges)

Da ist zunächst ein Gemälde von Colombo Max: Eine Frau und ein junger Mann nehmen ein Sonnenbad auf einem Balkon, der Blick geht hinaus auf den See, eine strahlend blaue Szene, eine malerische heile Welt. Dann ein Klick des Beamers: Auf der Leinwand erscheint derselbe Balkon – heruntergekommen, das Holz morsch, die Balustrade völlig desolat, ein Bild des Jammers. Ein Raunen geht durch den Saal im Münsinger Pfarrheim. Die beiden Impressionen führen krass vor Augen, was mit der Max-Villa seit der Idylle aus den 1920er Jahren geschehen ist. Das Haus, das als exemplarisch für die Künstlervillen am Ostufer des Starnberger Sees gilt – und daher denkmalgeschützt ist -, verwahrlost. Ursula Scriba hält ihren Vortrag im passenden Ambiente: inmitten der beachtlichen und stark beachteten Ausstellung über die Malerbrüder Colombo und Corneille Max, die gerade zu Ende geht. Das Interesse an der Schau wie am einstigen Zuhause der Brüder ist auch deswegen so groß, weil in München eine spektakuläre Ausstellung des Vaters der beiden läuft: des Künstlers, Darwinisten, Spiritisten, Affenmalers und Schädelsammlers Gabriel von Max. Und eben nach ihm ist die Villa unten am See benannt. Er erwarb das 1868erbaute Haus im Jahr 1875 für 12000 Goldgulden. Doch unglücklicherweise blieb es nur eine weitere Generation lang im Familienbesitz. Seit die Villa – 1996– in fremde Hände kam, verfällt sie.

Ursula Scriba schildert mit reicher Detailkenntnis, wie das Ostufer, das bis dahin von Fischern besiedelt war, Mitte des19.Jahrhunderts auf einmal das Interesse der Münchner Künstler und Wissenschaftler auf sich zog. Wie der Genremaler und Akademieprofessor Carl von Piloty nach Ambach strebte, und wie er immer mehr Schüler – darunterGabriel von Max – an den See lockte. Sie skizziert die innere Einstellung jener neuen Villenbesitzer, die von einer Liebe zur Natur und einer Lust am eher bescheidenen ländlichen Leben geprägt war. „Mit demokratischem Hochmut verachten wir die Schlossbesitzer“, zitiert sie Piloty. Und zeigt Gemälde der Maxens, die diese bukolischen Szenen thematisieren: einfache Villen, fröhliche Menschen an Badehäusern und auf kleinen Booten. Heute berühmte Namen sind damit verbunden: Waldemar Bonsels, Gyula Benczur, Ulrich Himbsel. Und vielerlei lässt sich kunst- wie sozialgeschichtlich an dieser Entwicklung ablesen. Scriba macht es am Beispiel Interieur anschaulich: In der Villa Max war das „wunderbare Speisezimmer“ – wie zu jener Zeit üblich – ein zentraler Raum von wichtiger familiärer und gesellschaftlicher Bedeutung. Entsprechend liebe- und kunstvoll war er ausgestattet: mit Südtiroler Holzkassettendecke, Kachelofen, sorgsam ausgewählten Möbeln wie dem großen Tisch, der keineswegs nur zum Speisen diente – an ihm fanden auch die berühmten Séancen des Spiritisten Gabriel von Max statt… Verloren und dahin: Jene wertvollen Teile des Innenlebens der Villa seien von der jetzigen Besitzerin „in einer Nacht- und Nebelaktion“ beseitigt worden, berichtet Scriba. Wohin? Niemand weiß es, und die heutige Eigentümerin vermeidet es, mit Menschen zu sprechen, die ein lebhaftes Interesse an Erhaltung und Pflege des Hauses haben. Sie habe „ein sehr distanziertes Verhältnis zur Villa“, urteilt Scriba. Schlicht gesagt, liebe die Dame das Haus wohl nicht. Denn vielfache Appelle, Ermunterungen, Aufforderungen der Gemeinde oder der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen oder des Landesamts für Denkmalpflege haben die Eigentümerin nicht dazu bewogen, die nötige Instandsetzung des mehr als 140 Jahre alten Hauses endlich in Angriff zu nehmen. Unterschriftenaktionen bewirkten nichts, Presseveröffentlichungen lockten die Frau nicht aus der Reserve. Sie verweigert sich. Selbst der Bürgermeister tut sich schwer, mit ihr in Kontakt zu kommen. Michael Grasl sieht dennoch einen Hoffnungsschimmer: Die Denkmalschützer hätten jetzt für das geplante Sanierungskonzept einen Historiker engagiert. Allerdings: Ein Konzept ist das eine, seine Umsetzung das andere. Zwangsmaßnahmen, so Grasl auf eine Frage aus dem Publikum, seien kaum durchsetzbar. Allenfalls zum „Mindestunterhalt“ könne man die Eigentümerin verpflichten. Den Zuhörern klingt daher an diesem Samstag ein warnender Zwischenruf noch lange in den Ohren: Michael Stanic, Anwohner des Ostufers, ehemaliger Dachauer Kulturamtsleiter und Fachmann für Denkmalschutz, erinnert sich an eine Episode aus seiner Zeit als Leiter der „Pasinger Fabrik“: Vor mehr als zwanzig Jahren sei dort eine denkmalgeschützte Villa des Architekten August Exter einem „Zug-um-Zug-Verfall“ preisgegeben worden. Nachdem auch noch im Innern ein Feuerchen gebrannt hätte, habe man sie nur noch abreißen können. Stanic mit Blick auf die Max-Villa: „Ich kann nur empfehlen, da eine Web-Kamera anzubringen.“