Gabirel-von-Max Preis – Vorschläge für 2014

22.11.2013

Bitte an die OSV-Mitglieder um Vorschläge für den Gabriel-von-Max-Preis 2014

Sehr geehrte  Mitglieder,

bald ist es soweit, Anfang 2014 wird der OSV erstmalig den Gabriel-von-Max-Denkmalpreis verleihen. Wir wollen damit die Eigentümer in unserem Satzungsgebiet würdigen, die sich vorbildlich und mit großem Engagement, teils auch unter Inkaufnahme persönlicher Opfer, um  ihr Haus- oder Gartendenkmal kümmern und so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft leisten. Andere Eigentümer sollen ermutigt werden, sich an solchen Beispielen gelungener Denkmalpflege zu orientieren.

Der Name des Preises erinnert an den bedeutenden Maler und Naturforscher Gabriel von Max (1840 bis 1915) und mahnt an das Schicksal der von ihm erbauten Max-Villa in Ammerland, für deren Rettung sich der OSV seit Jahren vehement einsetzt. Durch die erfolgreiche Sensibilisierung der Öffentlichkeit konnte bislang der unwiederbringliche Verlust dieses bedeutenden Baudenkmals verhindert werden. Der Preisträger erhält eine Bronzefigur des Bildhauers Ernst Grünwald, die auf ebenso heitere wie nachdenkliche Weise auf die Villa und das Lieblingstier des „Affenmalers“ Max Bezug nimmt. Bei der Präsentation  auf unserer letzten Mitgliederversammlung stieß die Figur auf große Zustimmung.

Wir bitten Sie, sich an der Suche nach dem Preisträger zu beteiligen. Vorschläge können bis zum 17 Januar schriftlich und mit einer kurzen Begründung bei der Geschäftsstelle des OSV c/o Ursula Scriba, Lerchenweg 3, 82541 Münsing eingereicht werden.

Kriterien für die Vergabe sind insbesondere die fachliche, ästhetische und ökologische Qualität von Erhaltungsmaßnahmen, die Kreativität bei der Durchführung und der persönliche Aufwand für den Eigentümer. Das Objekt muss nicht in der Denkmalliste aufgeführt sein, sollte aber für unser herkömmliches Orts- und Landschaftsbild von Bedeutung sein; es kann sich etwa um eine Villa, einen Bauernhof oder ein Fischerhaus handeln. Die genauen Richtlinien für die Vergabe können auf der Homepage des OSV eingesehen werden.

Aus den eingegangen Vorschlägen wird eine Fachjury dann den Preisträger ermitteln. Für die Jury konnte der OSV die Kreisheimatpflegerin Maria Mannes, die Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss und den Geschäftsführer des Landesvereins für Heimatpflege Martin Wölzmüller gewinnen. Die feierliche Preisverleihung findet voraussichtlich am 06.März 2014 an einem noch bekanntzugebenden Ort statt.

Wir hoffen auf eine rege Beteiligung und bitten Sie, auch Nachbarn, Freunde oder sonstige Interessierte auf das Preisverfahren hinzuweisen.

Mit vielen vorweihnachtlichen Grüßen,

Ursula Scriba

Pressemitteilung, Gabriel-von-Max Preis 2014

22.11.2013

Pressemitteilung des OSV

Gabriel-von-Max-Denkmalpreis

Der Ostuferschutzverein (OSV) wird Anfang 2014 erstmalig den Gabriel-von-Max-Denkmalpreis vergeben. Dadurch sollen die Eigentümer gewürdigt werden, die sich in besonders vorbildlicher Weise um ihr Bau- oder Gartendenkmal kümmern und so maßgeblich zu dessen Erhalt beitragen.

Der Name des Preises erinnert an den bedeutenden Maler und Naturforscher Gabriel von Max (1840 bis 1915), der die heute unter Denkmalschutz stehende Max Villa erbaute. Diese Villa befindet sich seit längerem in einem durch die aktuellen Eigentümer bewußt herbeigeführten desolaten Zustand und droht verlorenzugehen. Der Preisträger erhält eine Bronzefigur des Bildhauers Ernst Grünwald, die auf ebenso heitere wie nachdenkliche Weise auf die Villa und das Lieblingstier des „Affenmalers“ Max Bezug nimmt.

Der OSV bittet alle Interessierten sich an der Suche nach dem Preisträger zu beteiligen. Vorschläge können bis zum 17 Januar schriftlich und mit einer kurzen Begründung bei der Geschäftsstelle des OSV c/o Ursula Scriba, Lerchenweg 3, 82541 Münsing eingereicht werden.

Die Objekte sollen sich im Satzungsgebiet des OSV befinden, das sich vom Ostufer des Starnberger Sees bis zum Wiederabfall des Geländes in das Isar- oder Loisachtal erstreckt. Kriterien für die Vergabe sind insbesondere die fachliche, ästhetische und ökologische Qualität von Erhaltungsmaßnahmen, die Kreativität bei der Durchführung, der persönliche Aufwand für den Eigentümer, sowie die Bedeutung des Denkmals. Die genauen Richtlinien für die Vergabe können auf der Homepage des OSV eingesehen werden.

Aus den eingegangen Vorschlägen wird eine achtköpfige Fachjury dann den Preisträger ermitteln. Die feierliche Preisverleihung findet voraussichtlich am 06.März 2014 an einem noch bekanntzugebenden Ort statt.

Villa Max: Juristische Anordnung der Instandsetzung

10.09.2013

„Juristische Anordnung zur Instandsetzung“

Münsing – Das Ringen um den Erhalt der Max-Villa geht in eine neue Runde
„Alle fachlichen Fragen sind geklärt, jetzt gibt es eine juristische Anordnung zur Instandsetzung“, erklärte Nikolaus Könner bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Denkmalschutz am Sonntagabend in Wolfratshausen. Könner ist Referatsleiter beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und als Hauptkonservator mit dem Fall betraut.

Dass die Eigentümerin der Villa am Starnberger See einlenkt und das stark baufällige Gebäude saniert, bezweifelt Könner allerdings: „Es ist erwiesen, dass sie nur einen Abriss mit anschließendem Neubau im Sinn hat.“ Nun gehe es um die Frage, wie lange die Behörden dem Verfall der Villa Max „weiter zuschauen möchten“.

Landrat Josef Niedermaier rechnet nach eigenen Worten damit, dass die Immobilien-Eigentümerin aus München gegen die Anordnung sofort gerichtlich angehen wird. Ursula Scriba, Vorsitzende des Schutzverbandes für das Ostufer des Starnberger Sees, fand in der Podiumsdiskussion deutliche Worte zur Causa Max-Villa: „Die Eigentümerin verhindert, dass das Haus an diejenigen übergeben wird, die es lieben.“ Es dürfe jedoch nicht vergessen werden: „An jedem Tag, an dem nichts geschieht, wird das Denkmal weiter zerstört.“ Über die Podiumsdiskussion wird noch ausführlich berichtet. (dor)

Schreiben Dr. Neumeister/Scriba an OB Ude, München, 23.5.2013

Schreiben Dr. Neumeister/Scriba an OB Ude, München, 23.5.2013OSV-Logobig2-150x150

Dr. Kurt Gustav Neumeister
80797 München
Rechtsanwalt
Agnesstraße 64
Telefon (089) 12 16 40 75
Telefax (089) 12 16 40 77
e-mail: mail@kgneumeister.de

Herrn Oberbürgermeister der

Landeshauptstadt MünchenChristian Ude
CSU/CDU/SPD/FDP/Grüne/Alternative-Liste
Fraktion des Stadtrates

ENTWURF

München, den 23. Mai 2013

Schließung und Verkauf des städtischen Schullandheims „Seeheim“ am Starnberger See

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

wir haben uns letztmalig mit Schreiben vom 17. Oktober 2012 mit der Bitte an Sie gewandt, das städtische Schullandheim „Seeheim“ nicht zu schließen und nicht zu verkaufen. Wir haben Ihnen die Gründe dargelegt, die dagegen sprechen. Leider sind wir bisher ohne inhaltliche Antwort auf unsere Bitte geblieben. Wir halten es für sinnvoll, dass diese Frage öffentlich diskutiert wird, damit die Münchner Bürger sich selbst ein Bild von Sinn oder Unsinn dieser Absichten machen können.

  1. Die von uns beschriebenen Gründe gegen einen Verkauf bestehen nach wie vor. Sie haben sich bestätigt. Wie wir aus dem Gemeinderat der Münsing wissen, besteht seitens der Gemeinde keinerlei Bereitschaft, eine Erweiterung oder einen Anbau des Schullandheims Ambach zuzulassen. Die Gemeinde hat eine Rahmenplanung verabschiedet, welche eine Ausweitung der Nutzung ausschließt. Die Gemeinde hat keinen Zweifel daran gelassen, dass sie notfalls – in Abstimmung mit dem Landratsamt – entsprechende bauplanungsrechtliche Schritte veranlassen wird. Soweit uns bekannt, hat die Gemeinde Münsing gegenüber einem Vertreter der Landeshauptstadt keinen Zweifel daran gelassen, dass sie einer Ausweitung des Schullandheimbetriebes in Ambach nicht zustimmen wird.
  2. Damit entfällt die Möglichkeit, im Schullandheim Ambach weitere Plätze zu schaffen, wenn das Schullandheim „Seeheim“ verkauft würde. Diese Absicht war aber ein wesentlicher Grund der Planung: Die in Seeheim entfallenden Schullandheimplätze sollten durch eine Erweiterung des Schullandheims Ambach ausgeglichen werden. Wenn diese Möglichkeit also nicht besteht, fallen bei einer Schließung von Seeheim die entsprechenden Schullandheimplätze ersatzlos weg. Dann tritt ein objektiver Abbau von Schullandheimplätzen ein. Wir finden, dass zu diesem Vorhaben die Meinung der Münchner Bürger gehört werden sollte. Denn diese Einschränkung der Möglichkeiten des Schullandheimaufenthalts trifft alle Münchner Schüler.
  3. Falls Seeheim geschlossen und verkauft würde, verblieben noch drei städtische Schullandheime: Ambach, Maxhofen und Krainsberg.
    Falls ein Verkaufserlös von Seeheim nicht in Ambach investiert werden kann, müsste er entweder in die beiden anderen Schullandheime investiert oder auf Eis gelegt werden. Es fragt sich dann aber, wieso Seeheim in diesem Fall überhaupt verkauft werden muss, wenn Seeheim in Ambach nicht ersetzt werden kann. Es wäre eine merkwürdige Vorgehensweise der Landeshauptstadt, wenn die Erhaltung und Modernisierung der bestehenden Schullandheime stets dadurch finanziert wird, dass ein weiteres verkauft wird. Auf diese Weise käme man letztlich zum Ergebnis, dass auch noch das letzte Schullandheim verkauft werden müsste, wenn seine Erhaltungs- und Renovierungskosten nicht durch den Verkauf eines anderen bestritten werden könnten. Diese „Kannibalisierung“ der Schullandheime widerspricht in grober Weise dem Zweck der seinerzeitigen Schenker. Es ist daran zu erinnern, dass im Jahre 1986 der „Verein für Ferien- und Schullandheime München“ der Landeshauptstadt München die Schullandheime Linden, Oberschondorf, Höhenrain und Seeheim mit der Auflage geschenkt hat, diese für den Zweck des Schullandbetriebes zu erhalten. Gegen Wortlaut und Geist dieser Verträge hat die Landeshauptstadt bereits die Schullandheime Linden, Oberschondorf und Höhenrain verkauft und damit jeweils andere Schullandheime „ertüchtigt“. Mit Seeheim würde das letzte der geschenkten Schullandheime verkauft! Für künftige Schenker und Stifter ist es wenig ermutigend, wenn ihnen vor Augen geführt wird, dass die die Stadt zweckgebundene Schenkungen zur Aufbesserung ihres Schuletats verwertet. Die seinerzeitigen Schenker, die zum Teil noch am Leben sind, wären empört, wenn sie mit ansehen müssten, wie die Landeshauptstadt mit den anvertrauten Schullandheimen umgeht.
  4. Wahrscheinlich machen sich die zuständigen Behörden der Landeshauptstadt auch falsche Vorstellungen von den Verwertungsmöglichkeiten des Schullandheims Seeheim. Dieses liegt in einem Außenbereich. Die zulässige Nutzung besteht im Gemeinbedarf Erziehung. Die Gemeinde lässt keinen Zweifel daran, dass sie einer anderen Nutzung mit bauplanungsrechtlichen Mitteln und mit Widerstand gegen eine Nutzungsänderung entgegen treten wird. Somit dürfte auch die Verkäuflichkeit stark eingeschränkt sein. Hinzu kommt, dass ein wesentlicher Wert dieses Grundstücks in dem westlich der Straße gelegenen Seegrundstück besteht. Im Falle eines Verkaufes hat die Gemeinde bereits angekündigt, dann ihr Vorkaufsrecht am Seegrundstück auszuüben. Dies dürfte dazu führen, dass der Wert des Anwesens nochmals drastisch sinkt, beziehungsweise ein Käufer vom Kaufvertrag bezüglich des Restgrundstücks zurücktritt. Denn der Reiz des gesamten Anwesens – und insbesondere für die Münchner Schüler – liegt darin, dass das Schullandheim einen unmittelbaren Seezugang hat.

Wir bitten Sie also, diese Überlegungen noch einmal zu prüfen und uns eine Antwort zu erteilen. Wir meinen, dass es verantwortungslos ist, wenn die Landeshauptstadt München sich ohne Not von einem Juwel des städtischen Grundbesitzes trennt, dass es besser für die Münchner Schüler und für die Allgemeinheit erhalten bleiben sollte. Beim Ausverkauf des Ostufers des Starnberger Sees an Besserverdienende sollte die Landeshauptstadt nicht mittun.

Wir beabsichtigen, diese Frage zu gegebener Zeit in die Öffentlichkeit zu tragen, sofern die Landeshauptstadt an ihren Absichten festhält.

Mit freundlichen Grüßen
Ursula Scriba
1. Vorsitzende

Richtlinien für die Vergabe des Gabriel-von-Max Preises

8.2.2013

Richtlinien für die Vergabe des Gabriel-von-Max-Denkmalpreises durch den OSV

(2. Fassung nach Diskussion und Festlegung im „Jour Fixe“ am 7.2.13)

Ziel des Denkmalpreises ist es das private Engagement der Eigentümer bei der Denkmalpflege zu honorieren und somit durch Vorbilder einen Anreiz zur Nachahmung zu geben.

1.Der Preis wird an Eigentümer verliehen, die sich in besonderer Weise bei der Erhaltung ihrer Bau- oder Gartendenkmäler verdient gemacht haben. Kriterien für die Vergabe sind insbesondere die fachliche, ästhetische und ökologische Qualität von Erhaltungsmaßnahmen, die Kreativität bei der Durchführung, der Aufwand der Eigentümer und die Bedeutung des Denkmals.In besonders gelagerten Fällen können statt Eigentümern auch Nutzungsberechtigte ausgezeichnet werden.

2. Auswahlbereich ist der in der Satzung des OSV festgehaltene Geltungsbereich. Bei den Bau- und Gartendenkmälern soll es sich um solche historischen Anlagen handeln, die für das herkömmliche Orts- und Landschaftsbild des Ostufers von Bedeutung sind und deren Erhaltung daher im Allgemeininteresse liegt. Nicht erforderlich ist jedoch, dass die Anlagen in der amtlichen Denkmalliste geführt werden.

3. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury, bestehend aus dem OSV-Vorstand und drei fachkundigen externen Personen (Wölzmüller, Mannes, Dr. Voss). Vorschläge sind schriftlich und mit einer kurzen Begründung bei der Geschäftsstelle des OSV einzureichen.

4. Der Preis wird jährlich verliehen. Der Preisträger erhält eine Bronzeskulptur des Bildhauers Ernst Grünwald.

5. Die Namen der Preisträger werden öffentlich bekanntgegeben.

6. Ein Rechtsanspruch auf Zuerkennung eines Preises besteht nicht.

Privatisierung für die Reichen und Schönen

1.7.2012
Süddetusche.de

Privatisierung für die Reichen und Schönen

Der Freistaat will die Seeburg und das Schloss Unterallmannshausen verkaufen. Beim Ostuferschutzverband stößt das auf Kritik.

Die Seeburg thront über dem Ostufer des Starnberger Sees. Der Freistaat will sie verkaufen und schlägt sie Investoren als exklusive Hotelanlage vor. Für Jugendarbeit wäre dort dann kein Platz mehr. (Foto: Manfred Neubauer)
Die Seeburg thront über dem Ostufer des Starnberger Sees. Der Freistaat will sie verkaufen und schlägt sie Investoren als exklusive Hotelanlage vor. Für Jugendarbeit wäre dort dann kein Platz mehr.
(Foto: Manfred Neubauer)

Von Benjamin Engel
Über sein Immobilienportal bietet der Freistaat Bayern die beiden denkmalgeschützten Schlösser Seeburg (Gemeinde Münsing) und Unterallmannshausen (Gemeinde Berg) am Ostufer des Starnberger Sees gegen Höchstgebot zum Kauf an. Der Ostuferschutzverband (OSV) kritisiert dieses Vorhaben mit Nachdruck. Jede Veräußerung denkmalgeschützter Gebäude ziehe unweigerlich Umbauten, Veränderungen und einen Verlust alter Bausubstanz nach sich, sagt die OSV-Vorsitzende und Münsinger Gemeinderätin Ursula Scriba. Zudem missfallen dem OSV ähnliche Verkaufspläne der Stadt München. Diese hat im vergangenen Jahr beschlossen, ihr Schullandheim Seeheim (Gemeinde Münsing) bis spätestens 2014 zu veräußern. Mit dem erlösten Geld möchte die Stadt unter anderem einen 150-Betten-Neubau oder einen Anbau auf dem Gelände des Schullandheims im Münsinger Ortsteil Ambach finanzieren. „Es kann nicht sein, dass der See nur für die Schönen und Reichen reserviert ist und Einrichtungen, die für alle da sind, reduziert werden“, sagt Scriba.

Die Seeburg thront über dem Ostufer des Starnberger Sees. Der Freistaat will sie verkaufen und schlägt sie Investoren als exklusive Hotelanlage vor. Für Jugendarbeit wäre dort dann kein Platz mehr. (Foto: Manfred Neubauer)
Mit den zwei Schullandheimen in den Münsinger Ortsteilen Seeheim und Ambach ist die Stadt München nach Ansicht von Scriba eigentlich gut bedient. Einen Anbau in Ambach lehnt sie ab, denn das Schullandheim liegt planungsrechtlich im Außenbereich. Dort zu erweitern hieße, den Ortsrand nach Süden ins Erholungsgelände Ambach hinein auszudehnen. „Das wollen wir gar nicht“, sagt Scriba.

Die Schlösser Seeburg und Unterallmannshausen hat seit mehr als vier Jahrzehnten das Missionswerk „Wort des Lebens“ gepachtet, das dort Jugend- und Ferienfreizeiten sowie Seminare veranstaltet. 2013 läuft der Pachtertrag aus. Das Missionswerk versteht sich als Träger der überkonfessionellen Jugendarbeit. Gerade am Starnberger See sei eine derartige Anlage ein wichtiges Angebot für Familien mit Kindern, sagt Scriba. „Ich würde mir wünschen, dass der Freistaat seine soziale Aufgabe wahrnimmt, auch wenn es verlockend ist, Geld zu verdienen.“

Bedenklich stimmt Scriba das Exposé der staatlichen Gesellschaft „Immobilien Freistaat Bayern“ (IMBY) zu Schloss Seeburg in Münsing. „Eventuell kämen auch eine exklusivere Hotelanlage, ein Tagungs- und Fortbildungszentrum oder eine Privatklinik in Betracht“, so heißt es dort. Berufstätige Gemeindebürger könnten ihre Kinder dann dort nicht mehr wie bisher während der Ferienzeiten unterbringen, bedauert Scriba. Zudem sind die Zufahrtsmöglichkeiten für eine derartige Anlage ihrer Ansicht nach nicht gegeben. Die Seeuferstraße ist von Münsing aus gesperrt, eine andere Zufahrt gibt es nur von Allmannshausen aus. „Diese Straßen sind nicht für strömenden Verkehr geeignet“, sagt Scriba.

Schloss Unterallmannshausen, 1696 erbaut und um 1880 stark umgebaut, nutzt das Missionswerk heute im Stil einer gehobenen Jugendherberge. „Als künftige Nachnutzung hält die Gemeinde Berg in Absprache mit dem Eigentümer einen repräsentativen Wohnsitz für eine oder maximal zwei Familien für möglich“, so heißt es im IMBY-Exposé. Nach SZ-Informationen dürfte für das Schloss alleine ein zweistelliger Millionenbetrag im Raum stehen. Investieren zwei Leute jedoch so viel Geld, wollen sie auch ihre Privatheit schützen und das Gebäude dementsprechend verändern, zeigt sich Scriba überzeugt.

 

Der Charme von anno dazumal

9.11.2011

Der Charme von anno dazumal


Münsing – Auch denkmalgeschützte Bauernhöfe lassen sich energetisch sanieren, ohne etwas von ihrem Reiz zu verlieren. Das wurde bei der Besichtigung des Baderschmiedhofes in Münsing deutlich.

Massive Ringe an der Decke erinnern an die Vergangenheit
Massive Ringe an der Decke erinnern an die Vergangenheit. Foto ohne Quellangabe

Zu der Begehung, die am Sonntag stattfand, hatte der Ostuferschutzverband (OSV) eingeladen. „Das Graben in der Geschichte des Hofes hat mir sehr viel Spaß gemacht“, sagte Josef Settele, dessen Familie der Hof in fünfter Generation gehört und der ihn im Jahr 2008 energetisch sanieren ließ.

Im Wohnhaus des Hofes lebt nun Familie Kränzlein. Raimund Bäuml hat seine Polsterei in dem Bereich, in dem anno dazumal die Schweine und Hühner hausten. Gleich nebenan hat sich Setteles Frau Christa ihr Atelier eingerichtet. Und in der Tenne finden immer mal wieder Veranstaltungen statt. So wird die rund 600 Quadratmeter umfassende Brutto-Geschossfläche optimal genutzt.

Weil der Hof seit den 70er Jahren unter Denkmalschutz steht, durfte an der Fassade nicht allzu viel verändert werden. Deswegen wurde auch nicht mit dicken Styroporplatten gedämmt, sondern es wurde ein etwa sechs Zentimeter dicker Wärmedämmputz aufgetragen. Die Fenster wurden erneuert und Dielenböden erhalten. Das alles und noch einiges mehr, war innerhalb von vier Monaten bewerkstelligt worden. „Der Dachstuhl ist noch immer der Original-Dachstuhl, bei dem einst alles mit Holznägeln verbunden worden ist“, erklärte Settele. (njd)