Tiefgreifender Verlust

Leserbrief vom 13. November 2018 an den Isar Loisachboten

„Aus für Steg schlägt Wellen“ vom 8. November über den Dampfersteg in Ammerland

Dankenswerterweise nimmt sich Tanja Lühr der großen Sorge der Ammerlander Bürger und des Münsinger Bürgermeisters Michael Grasl vor dem endgültigen Verlust des historischen Stegs an. Was heißt: Kein Steg in Ammerland? Das würde nicht nur den tief greifenden, nicht ersetzbaren Verlust der historischen Erreichbarkeit des Dorfs über das Wasser, über den Steg mit praktischer Bedeutung als Verkehrsverbindung oder dem Genuss paradiesischen Freizeitgefühls mit Wind, Wasserduft und Wasservögeln sowie fantastischem Bergpanorama für das idyllische alte Fischerdorf mit seiner Villenkolonie bedeuten. Sondern im großen Rahmen für die Seenschifffahrt des gesamten Starnberger Sees den Wegfall der östlichen Mitte im Wasserverkehr. Wer einen Blick auf den Fahrplan wirft, sieht, dass die Haltestelle Ammerland der Schlussstein zwischen nördlicher und südlicher Seenschifffahrt ist.

Die Achse Ammerland-Tutzing verbindet drei von vier Rundfahrten. Ausflügler kommen zum Beispiel aus München über die Garmischer Autobahn, um mit dem Schiff zum Westufer, zum Beispiel zum Buchheim-Museum, dem Bernrieder Park oder zum Biergarten nach Tutzing zu fahren. Letzten Sommer startete die Villa Waldberta mit ihren Künstlerstipendiaten Events auf dem Wasser, vom Westufer wollen Kunst- und Kulturinteressierte wiederum zum ursprünglicheren Ostufer. Das Buchheim-Museum das gerade jetzt wieder zu neuem lebendigen Ausstellungsgeschehen mit umfangreichen Leihgaben gefunden hat, konnte im letzten Jahr seine Besucherzahlen sensationell steigern und zieht internationale Besucher an. Ammerland ist historischer Kulturort der Landschaft Starnberger See mit seinem frühbarocken fürstbischöflichen Schloss und Schlosskapelle, seinen historischen Villen, die regelmäßig Besucher und Führungen anziehen. Man denke auch an die Künstler – Ernst Grünwalds Skulpturen unter Apfelbäumen beim Hoffischer –, ehrwürdige Fischerfamilien mit ihren Angeboten an frischen Seefischen und die Möglichkeit zu kulinarischer Rast am See oder im Garten. Meine Führungen in Ammerland sind häufig gebucht, und jeder Platz ist dabei vergeben. Als Ammerlanderin, Gemeinderätin und Vorsitzende des Ostuferschutzverbands richte ich den dringenden Appell an die Beteiligten: Bauen Sie den Dampfersteg für Ammerland für die Zukunft weiterer 150 Jahre. Wir danken es Ihnen.

Ursula Scriba, Ammerland