CHRISTOPH  BRECH   zeigt uns die von ihm gestalteten Glasfenster in der Pfarrkirche Heilig-Kreuz in Giesing

29. Oktober 2023, Treffpunkt 11 Uhr vor der Kirche Ichostraße 1, 81541 München

Es besteht die Möglichkeit bereits um 9:30 Uhr dort selbständig den Gottesdienst zu besuchen.


Der Ammerlander Medien-Künstler Christoph Brech gestaltete die sieben Chor- und Oratorienfenster in der Kirche am Giesinger Berg.  Brech übernahm die Neugestaltung der 11 Meter hoch aufragenden Fenster mit einer Fläche von insgesamt 85 qm² . Seine gewählten Themen „Himmel“, „Luft“ und „Atem“ führten den aus einem medizinisch vorgeprägten Elternhaus stammenden Künstler schließlich zum Motiv der menschlichen Lunge, die vom Thorax, dem Brustraum, geschützt wird. Grundlage waren Röntgenaufnahmen. Das Licht fällt in zarten Blau- und Weißtönen durch die mehr als tausend künstlerisch abgewandelten Thorax-Aufnahmen, die fast wie Schmetterlinge wirken. Die hellen Lungenflügel sind besonders gut erkennbar und verweisen auf die menschliche Verletzlichkeit. Schon wenige Monate nach ihrer Einweihung gewannen die Kirchenfenster an brisanter Bedeutung durch die plötzliche weltweite Ausbreitung von Corona, dem Covid-19- Lungenvirus.

LORIOT zum 100. Geburtstag

Samstag, 23. Sep. 2023
um 18:30 in der Lothhof Tenne in Münsing

Johann von Bülow

„Der ganz offene Brief“

Lesung von
Johann von Bülow

In den Jahren 1957 bis 1961 erschien in der Illustrierten QUICK die Kolumne „Der ganz offene Brief„. LORIOT unterrichtete in jenen Anschreiben die Redaktion und die Leser über Seltsamkeiten des öffentlichen Lebens, zeichnete ein Sittengemälde der jungen Bundesrepublik und machte den ersten Schritt vom Illustrator zum Autor. Danach gerieten die Werke lange Jahre in Vergessenheit und wurden erst 2014 im Wege der gleichnamigen Buchveröffentlichung (hrsg. von S. v. Bülow, P. Geyer und OA Krimmel) wiederentdeckt.

Die Veranstaltung ist ausverkauft

Weblink zu Johann von Bülow:
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_von_B%C3%BClow

Weblink zu „Der ganz offene Brief“
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_ganz_offene_Brief

Loriots 100. Geburtstag

Donnerstag, 28. September 2023, Isar-Loisachbote / Lokalteil

Satirisches Sittengemälde

Johannes von Bülow begeistert mit seiner Loriot-Lesung – Humorist wäre heuer 100 geworden
von TANJA LÜHR

Johann von Bülow

Münsing – Am Loriot-Gedenktag auf Gut Nantesbuch in Bad Heilbrunn im Juli war Petra Schulze dem Theater- und Filmschauspieler Johann von Bülow zum Schluss extra hinterhergerannt, um ihn nach seiner Schuhgröße zu fragen. Verwundert gab dieser Auskunft. Am Samstagabend erfuhr er nun den Grund für die Neugier der Vize-Vorsitzenden des Ostuferschutzverbands (OSV). Bevor er aus Loriots Kolumne „Der ganz offene Brief“ las, überreichte sie ihm ein Paar von OSV-Vorstandsmitglied Mechthild Felsch gestrickte Socken. Anthrazitfarben mit roter Spitze aus Regia-Wolle, vierfädig – genau solche, wie Vicco von Bülow sie jahrelang bei der Münsingerin Josefine Schmid (inzwischen 90) bestellt hatte. Außerdem gab es gelbe Gummi-Entchen für den Vorleser, der entfernt mit Vicco von Bülow alias Loriot verwandt ist, sowie für Susanne von Bülow. Die Tochter des Münsinger Ehrenbürgers lebt noch zeitweise im Haus der Familie in Wimpasing.

100 Jahre alt wäre ihr Vater heuer geworden. Aus diesem Anlass hatte der OSV zu der Lesung in die Loth Hof Tenne der Familie Mair eingeladen, wo an dem Abend kein Stuhl unbesetzt blieb.

Zwischen 1957 und 1961 war in der Illustrierten „Quick“ die Kolumne „Der ganz offene Brief“ erschienen. In Text und Bild zeichnete der noch junge Karikaturist und Autor Loriot darin im Wechsel mit seinem Ambacher Kollegen Manfred Schmidt, Schöpfer des Meisterdetektivs Nick Knatterton, ein Sittengemälde der damaligen Bundesrepublik – zwischen Wirtschaftswunder, Verordnungsdschungel und Italienliebe. Die 115 satirischen Beiträge wären wohl in Vergessenheit geraten, hätte Susanne von Bülow 2014 nicht gemeinsam mit Peter Geyer ein Buch mit ihnen herausgegeben.

Vorleser Johann von Bülow erwies sich als ganz hervorragende Wahl. Mit näselnder Stimme traf er den distinguierten Ton der Briefe. Mit russischem Akzent – der Kalte Krieg hatte damals eine große Rolle gespielt – trug er die Texte über Wettrüsten und Atombomben vor. In einwandfreiem Wiener Dialekt gab er einen Antwortbrief eines Österreichers zu Toni Sailer wider. Der Schauspieler ließ sein ganzes Talent in Betonung, Mimik und Gestik einfließen.

„Sehr geehrte Quick“, beginnt jeder Text. Zu „Laika“, der ersten Hündin, die 1957 von den Russen mit einem Raumflugkörper ins Weltall geschickt worden war, bemerkte Loriot bedauernd, dass seine beiden Möpse „in solchen Dingen gar keinen Ehrgeiz zeigen“. Elvis Presley bezeichnete er als „teuerste Nervensäge der Welt“ und einen neuartigen „Taschen-Lügendetektor für den innerfamiliären Bereich“ als Bedrohung für jede Ehe.

Manches würde heute nicht mehr durchgehen, weil zu frauenfeindlich. Das Publikum lachte trotzdem herzlich über eine angebliche wissenschaftliche Erkenntnis, die Loriot aufgegriffen hatte: „Lebensbedrohlich für das männliche Herz ist“ – bedeutungsvolle Pause – „der weibliche Redeschwall.“ Oft waren es Alltagsbeobachtungen, die der unsterbliche Humorist thematisierte. Da waren die schmalen Olivengläser, deren Inhalt nur mit Mühe zu entnehmen war, oder die 29 Stecknadeln im neuen Herrenhemd, bei dem man die letzte Nadel stets zu entfernen übersah. In seiner Kolumne nahm Loriot viele Dinge aufs Korn, die sich in seinen späteren Fernsehsketchen wiederfanden. Der „Hosenkauf“ ist eindeutig eine Fingerübung für den Sketch, in dem der Mann mit der Hose in den Kniekehlen das Bekleidungsgeschäft verlässt.

Mitunter besaß der junge Vicco von Bülow einen prophetischen Blick. Etwa, als er sich darüber ausließ, dass im Fernsehen Ehestreitigkeiten geschlichtet und fristlose Entlassungen rückgängig gemacht würden. Reality-TV gab es erst viel später. Vor 50 Jahren schon monierte er in der ihm eigenen, blumenreichen Sprache die Kurzlebigkeit von Industrieerzeugnissen und die Taktik dahinter.

Köstlich sind die Karikaturen zu jedem Thema, etwa die zum Massentourismus mit der Bildunterschrift „Die Deutschen haben sich den italienischen Stiefel angezogen“, wo ein Mann sich tatsächlich in einen Schuh mit extrahohem Schaft zwängt. 1961 wurden die Zuckerung des Weins und die Zugabe verschiedener Chemikalien erlaubt. Weinkenner Loriot spottete, dass trotzdem noch jeweils genau eine Traube den Weg ins Fass finde. Damit hatte er sich natürlich keine Freunde unter den Winzern gemacht. Aus Angst vor Repressalien bat er die Redaktion der „Quick“ um Entbindung vom „Ganz offenen Brief“. Die Antwort lautete zwar „Nein!“, er hörte trotzdem auf und wurde auf anderen Gebieten erfolgreich, bekannt und beliebt.

nches würde heute nicht mehr durchgehen, weil zu frauenfeindlich. Das Publikum lachte trotzdem herzlich über eine angebliche wissenschaftliche Erkenntnis, die Loriot aufgegriffen hatte: „Lebensbedrohlich für das männliche Herz ist“ – bedeutungsvolle Pause – „der weibliche Redeschwall.“ Oft waren es Alltagsbeobachtungen, die der unsterbliche Humorist thematisierte. Da waren die schmalen Olivengläser, deren Inhalt nur mit Mühe zu entnehmen war, oder die 29 Stecknadeln im neuen Herrenhemd, bei dem man die letzte Nadel stets zu entfernen übersah. In seiner Kolumne nahm Loriot viele Dinge aufs Korn, die sich in seinen späteren Fernsehsketchen wiederfanden. Der „Hosenkauf“ ist eindeutig eine Fingerübung für den Sketch, in dem der Mann mit der Hose in den Kniekehlen das Bekleidungsgeschäft verlässt.

Mitunter besaß der junge Vicco von Bülow einen prophetischen Blick. Etwa, als er sich darüber ausließ, dass im Fernsehen Ehestreitigkeiten geschlichtet und fristlose Entlassungen rückgängig gemacht würden. Reality-TV gab es erst viel später. Vor 50 Jahren schon monierte er in der ihm eigenen, blumenreichen Sprache die Kurzlebigkeit von Industrieerzeugnissen und die Taktik dahinter.

Köstlich sind die Karikaturen zu jedem Thema, etwa die zum Massentourismus mit der Bildunterschrift „Die Deutschen haben sich den italienischen Stiefel angezogen“, wo ein Mann sich tatsächlich in einen Schuh mit extrahohem Schaft zwängt. 1961 wurden die Zuckerung des Weins und die Zugabe verschiedener Chemikalien erlaubt. Weinkenner Loriot spottete, dass trotzdem noch jeweils genau eine Traube den Weg ins Fass finde. Damit hatte er sich natürlich keine Freunde unter den Winzern gemacht. Aus Angst vor Repressalien bat er die Redaktion der „Quick“ um Entbindung vom „Ganz offenen Brief“. Die Antwort lautete zwar „Nein!“, er hörte trotzdem auf und wurde auf anderen Gebieten erfolgreich, bekannt und beliebt. VON TANJA LÜHR

Münsing Aktuell Nr. 3 – 2023

„Ich kenne mich besser mit Loriot- Sketchen aus, als Ralf Schmitz“, behauptet  Anfang dieses Jahres die 13jährige Alley in der Spielshow „Klein gegen Groß“. Schön zu sehen, wie  Loriot auch in den nächsten Generationen präsent ist! Man sprach darüber, dass Loriot, alias Bernhard-Viktor Christoph-Carl, kurz Vicco von Bülow am 12. November 100 Jahre alt geworden wäre. Schon hier reifte die Idee, ihn mit einer ganz besonderen Veranstaltung zu feiern (s.u.). Das war uns dann auch möglich, da  Loriot und  seine Familie seit Jahrzehnten treue und interessierte OSV Mitglieder sind, die sich engagiert, aber stets zurückhaltend einbringen.

Bei unserer OSV-Lesung am 23. September müssen wir auf Sätze wie: „Ich lasse jetzt die Ente zu Wasser“, „Früher war mehr Lametta!“, „Ja wo laufen sie denn?“ oder „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen!“ verzichten. Dafür hören wir sehr satirisch „aktuelle Ereignissen, kuriose Meldungen und alltäglichen Erlebnisse“ und sehen viele Karikaturen, die bisher kaum jemand zu Gesicht bekommen hat. Um Loriot selbst zu zitieren: „Meine Zeichnungen sind Handarbeit, ausgeführt in wasserfester Tusche auf Papier. Mein grafisches Gesamtwerk wäre im Bedarfsfall also kompostierbar!“

Bei der Enthüllung des Pocci Denkmals in Münsing war unter den Zuschauern auch Vicco von Bülow alias Loriot
Foto: Neubauer, Süddeutsche Zeitung vom 18./19. März 2006

Nochmals zur Erinnerung: Der Pirol ist der Wappenvogel Derer von Bülow und heißt auf Französisch „Loriot“. Dabei legte der Meister besonderen Wert darauf, keinesfalls mit „Herr Loriot“ angesprochen zu werden.

Vicco von Bülow wurde in Brandenburg an der Havel geboren. Am 12.11.1923 „lernte ich mit einer Länge von 50 cm und einem Gewicht von 7 Pfund meine Eltern kennen.“ Von 1963 an bis zu seinem Tod am 22.8.2011 lebte er in Ammerland. Sein Grab befindet sich in Berlin. 1993 wurde er Ehrenbürger Münsings. Damals wie heute wissen wir Gemeindebürger, wie man mit „unseren Promis“ lebt: Ein freundliches Kopfnicken,  ansonsten lässt man sie in Ruhe. Freunde und Nachbarn berichten, dass Loriot  in der Öffentlichkeit nie auffiel. Kannte man ihn näher, fiel das Schutzschild der Ironie weg, es wurde herzlich gelacht und man konnte über alles sprechen.

Im Sommer 1989 fand das viele Jahre sehr beliebte „Spiel ohne Grenzen“ am Schweiblbach in der Gemeinde Münsing statt. Zwei Gemeinden traten in sportlichem Wettstreit gegeneinander an, unterstützt  von einem Rateteam. In unserem saß neben dem damaligen Bürgermeister Silvester Pölt auch Loriot. Nach 34 Jahren spiegeln die verschwommenen Bilder noch immer den spitzbübischen Witz des damals 66jährigen wieder. Der Moderator Michael Schanze fragte ihn: „Sind Sie ein Pedant?“ Darauf sehr spontan: „Ich bin pingelig, wenn Sie’s genau wissen wollen!“

Jede Gemeinde wurde mit einem kleinen Werbefilm vorgestellt. Loriot hat unseren damals mit folgenden Kommentaren unterlegt: „An klaren Tagen stehen die Alpen direkt vor der Türe. Damit uns das nicht zu viel wird, sind sie bei Dunst und Nebel unsichtbar.“ oder „In München sind die Mieten nur deswegen so hoch, weil Münsing in einer halben Stunde erreichbar ist!“

Die gegnerische Partei aus Recklinghausen wurde von Hape Kerkeling auf der Bühne unterstützt. Wir haben ihn nach 34 Jahren angeschrieben und ihn zu Loriot befragt. Freundlicherweise hat er uns umgehend einen Text zukommen lassen, den er anlässlich von Loriots Tod 2011 im Spiegel veröffentlichte. Darin heißt es: „ Auf eine internationale Karriere hat Loriot ja immer verzichtet, da er nach eigenem Bekunden Worte wie ‚Sitzgruppe‘ oder ‚Auslegeware‘ für nicht ins Englische übersetzbar hielt. Aber für unsere Nation war er so etwas wie der heimliche Bundespräsident….. Dieser liebenswürdige, menschenfreundliche, kluge, gebildete und edle Preuße!“

Über einige Besonderheiten unseres Ehrenbürgers Loriot möchten wir noch berichten.

Wer zum „Neujahranblasen“ der Blaskapellen oder welche Sternsinger an Dreikönig  im Ortsteil Wimpasing mitgehen durften, wurde heiß debattiert. War es doch eine besondere Ehre, wenn Loriot selbst zum Taktstock griff oder neben Geld für die Sammelbüchse noch etwas für die durchgefrorenen Dreikönige bereithielt.

Nachbarn haben Loriot nicht als Sportler mit Spazierstöcken oder im Laufdress in Erinnerung. Nur das weithin hörbare Ping Pong – Ping Pong  zeugte von Tischtennisspielen mit seinem Freund Patrick Süskind.

Sicher allen Gemeindebürgern ist das SZ- Interview mit Josefine Schmid noch im Gedächtnis, das sie zum 10. Todestag von Loriot gab. Darin verriet sie, dass dieser gerne von ihr persönlich handgestrickte, anthrazitfarbene Socken mit einer knallroten Spitze trug, natürlich ausschließlich aus vierfädiger Regia-Wolle.

Aus dem Flurfunk der Münsinger Briefträger/innen gibt es noch eine nette Geschichte: Früher kamen Glückwunschtelegramme per Telefon in der Poststelle an. Man nahm diese handschriftlich auf, tippte das Ganze dann in das dafür vorgesehene Schmuckblatt und fuhr dieses wichtige Telegramm umgehend an den Empfänger aus. Loriot, der immer einen ganze Reihe von Telegrammen zum Geburtstag bekam, bat in seiner bescheidenen Art darum, diese zu sammeln und ihm am nächsten Tag gebündelt zu übergeben.

Als unser ehemaliger OSV Vorsitzender Dr. Florian Müller als Gemeinderat und dritter Bürgermeister verabschiedet wurde, bekam er, wie auch eine ganze Reihe ausscheidender Gemeinderäte, diese herrliche Karikatur von der Gemeinde.

Der Münsinger Gemeinderat, Bildrechte Studio Loriot

Nachruf im Heute Journal vom 23.8.2011:

„Loriots Humor ist anarchisch, zugleich bürgerlich, subversiv aber nicht ätzend, elegant aber nicht elitär, durchaus anzüglich aber nie obszön, spöttisch aber immer menschenfreundlich. Ein Humor über den man lauthals lachen konnte, aber ohne die Schenkelklopfer heutiger Comedians. Wäre jemals jemand auf die Idee gekommen, Loriot einen Comedian zu nennen? Natürlich nicht. Er war eine andere Welt: Individualist, Feingeist, Vielkönner.“

Das Bundesministerium der Finanzen bringt am 28. September 2023 zu Ehren des 100. Geburtstag eine 20-Euro-Silbermünze  heraus. Diese „Sammlermünzen greifen historische, kulturelle oder gesellschaftspolitische Themen auf, die für Deutschland von Bedeutung sind.“ Welch wohlverdiente Ehre! Eine Briefmarke wird am 2. November 2023 erscheinen.

Am 23.9. findet um 18:30 Uhr die OSV-Lesung „Der ganz offene Brief“ in der Lothoftenne in Münsing statt.

Diese  „Seltsamkeiten des öffentlichen Lebens“  erschienen in den 1960er Jahren als Kolumnen in der Illustrierten Quick, immer abwechselnd mit seinem Vorbild und Ambacher Freund  Manfred Schmidt. Der Schauspieler Johann von Bülow, ein Mitglieder dieser großen, mecklenburgischen Familie, stellt sich für eine „Nachbarschaftslesung“ zur Verfügung. Bereichert mit wunderbaren Karikaturen wird dieses „Sittengemälde der jungen BRD“ sicher ein Augen- und Ohrenschmaus sein.

Karten nur online unter www.ostuferschutzverband.de

Während der OSV mit seiner Lesung  Loriot als Autor zum Thema nimmt, geht es beim Festkonzert am 12.11.23 in der Isarphilharmonie um  „Loriot und die Musik – eine Liebesgeschichte“. Eintrittskarten über „München Ticket“.

Loriot bleibt für immer in unserem Gedächtnis, schon alleine wegen der Ampelanlage in Münsing, die uns täglich an ihn erinnert, denn „egal, von welcher Seite man sich ihr nähert, sie ist immer rot!“

Petra Schulze und Mechthild Felsch, OSV Vorstand

Tag des verrottenden Denkmal

Stemmen sich gegen den Verfall der Villa Max: Mitglieder des Schutzverbandes für das Ostufer des Starnberger Sees protestierten am Sonntag, am Tag des offenen Denkmals, auf der Südlichen Seestraße in Ammerland.
Fotos: M. Felsch

Zeitungsberichte

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/muensing-ostuferschutzverband-protestaktion-villa-max-denkmalschutz-1.6218636

https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/muensing-ort29101/schutzverband-demonstriert-fuer-erhalt-von-denkmalgeschuetzter-villa-und-macht-behoerden-schwere-vorwuerfe-92517582.html

Schutzverband demonstriert für Erhalt der Villa Max

Ammerland – „Wir sind hier, wir sind laut“, skandierten am Sonntagnachmittag rund 30 Mitglieder des Schutzverbandes für das Ostufer des Starnberger Sees vor der Hecke der Villa Max – und stoppten mit ihrer Protestaktion vorübergehend den Strom an Radfahrern und Passanten auf der Südlichen Seestraße in Ammerland.

„Tag des verrottenden Denkmals“, „Das Haus des Affenmalers Max wird zum Affentheater“ und „Hier wird der Denkmalschutz im Starnberger See versenkt“ lauten einige der Aufschriften auf den Transparenten, die die Demonstranten hochhielten. „Sauer“ sind die Vize-Vereinsvorsitzende Petra Schulze und ihre Mitstreiter – konkret auf die Untere Denkmalschutzbehörde am Landratsamt in Bad Tölz sowie auf das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in München. Beide Behörden, so der Ostuferschutzverband, würden im Fall der Villa Max, die nach und nach verfalle, nichts unternehmen. Auf einen Brandbrief, abgeschickt im Juli (wir berichteten), habe die Untere Denkmalschutzbehörde bis auf den Tag nicht geantwortet.

Der Streit um den Erhalt der denkmalgeschützten Villa des Malers Gabriel von Max schwelt seit über 25 Jahren. Nach Wunsch der aktuellen Eigentümerfamilie soll das Gebäude abgerissen werden und an der Stelle ein Neubau entstehen. Die Erteilung einer Abrissgenehmigung wurde bisher allerdings dreimal versagt. Immer wieder schalteten sich Unterstützer für den Erhalt der Villa in den Prozess als Vermittler ein, es gab Gespräche über mögliche Sanierungskonzepte – alles ohne sichtbaren Erfolg.

Der Wegbruch des rechten Stützpfeilers des Vorbaus an der Villa vor rund acht Wochen war für den Ostuferschutzverband (OSV) erneuter Anlass, sich gemäß seiner satzungsgemäßen Aufgaben in das Geschehen einzumischen und die zuständigen Behörden über den fortgeschrittenen Verfall des Denkmals zu informieren. Es bestehe die Gefahr, dass der gesamte Hausvorbau einknicke. „Die sollen am Ball bleiben“, fordert Schulze von Denkmalschutzbehörde und -amt, die Anordnung sofortiger Erhaltungsmaßnahmen sei laut der bayerischen Denkmalschutzordnung rechtlich möglich und aus Sicht des Verbandes dringend nötig.

In seinem Brandbrief hatte der OSV, der am bundesweiten Tag des Denkmals vor der Villa Max protestierte, die Vermutung geäußert, dass die Eigentümer den Einsturz des Vorbaus bewusst in Kauf nehmen: „Auf diese Weise soll offenbar gezielt die völlige Vernichtung des Denkmals weitergetrieben werden, sodass endlich die ersehnte Abbruchgenehmigung erteilt wird.“  nd
Isar-Loisachbote, 13.09.2023

Pressemitteilung zum Bauvorhaben im Aussenbereich Degerndorf

In Degerndorf plant die Firma AGROBS nach eigener Angabe eine Betriebserweiterung durch Bau zweier großer neuer Produktions- und Lagerhallen im Außenbereich auf der Nordseite des Betriebsgeländes. Dieses Vorhaben beschäftigt anscheinend seit längerer Zeit Landratsamt und Gemeinde Münsing. Es stellt die Bürger der Gemeinde und unseren Verband vor die schwierige Frage, was schwerer wiegt: Der verständliche Wunsch eines heimischen Futtermittelbetriebs nach Vergrößerung oder der Schutz des Außenbereichs vor weiterer Zersiedelung und Versiegelung. Einerseits sollen einheimische Betriebe in ihrer Entwicklung nicht behindert werden. Andererseits soll der Außenbereich nicht einer Bebauung geopfert werden, deren Ende nicht abzusehen ist. Ob die Belastung der Umwelt durch die Staubentwicklung der Futtermittelherstellung tatsächlich so groß ist, dass dafür Außenbereich geopfert werden muss, sollte genau geprüft werden. Für derartige Betriebe sind eigentlich Gewerbe- und Industriegebiete vorgesehen. Es ist ja eine seltsame Logik, dass ein Betrieb sich umso leichter im Außenbereich ansiedeln darf, je stärker er die Umwelt belastet. Diese Fragen und die Frage der zusätzlichen Verkehrsbelastung sollten mit den Bürgern und dem Gemeinderat vor einer Entscheidung gründlich diskutiert werden. Jedenfalls sollte ohne gründliche Planung und Abwägung aller Fragen kein ständig weiterwachsendes Futtermittelindustriegebiet am Rand von Degerndorf geschaffen werden.

Isar Loisachbote, 26./27. August 2023, Tanja Lühr

Wolfratshauser SZ vom 6.01.2024

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/muensing-agrobs-degerndorf-erweiterung-landschaftsschutz-flaechenversiegelung-1.6328140

Dilemma mit Pferdefuß

Gemeinderat berät am Dienstag über die teils umstrittenen Erweiterungspläne der Firma Agrobs

Münsing Die Degerndorfer Firma Agrobs möchte erweitern. Am kommenden Dienstag, 29. August, wird der Gemeinderat über den Bauantrag für zwei weitere Hallen – Nummer 6 und Nummer 7 – auf dem Grundstück an der Angerbreite beraten. Zum Ärger mancher Bürger gab es bereits nicht öffentliche Vorbesprechungen zu dem Projekt.

Der Pferdefutter-Hersteller wäre nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BimSchG) privilegiert, das heißt zum Bauen berechtigt. Weil täglich um die 350 Tonnen staubintensive Schüttgüter bei der Produktion anfallen, kann Agrobs nicht einfach in ein Gewerbegebiet oder an einen anderen Standort mit Menschen in der Nachbarschaft ausweichen. Versucht haben die Brüder Simon und Florian – beide Geschäftsführer – sowie Thomas Berger (Prokurist) das nach eigenen Angaben, indem sie unter anderem im neuen Gewerbegebiet in Gelting angefragt haben. Doch dort wollte man sie nicht.

Die Expansionspläne sind im Gemeinderat und in der Bevölkerung umstritten. 2016 errichtete Agrobs zwei neue, rund zehn Meter hohe Hallen zu den damals bereits bestehenden drei. Der Gemeinderat hatte das aufgrund der Rechtslage zähneknirschend genehmigt, jedoch betont, dass man die Entwicklung im Außenbereich damit als abgeschlossen betrachte. Die zwei neuen Gebäude sollen nun auf der freien Wiese nördlich des Bestands entstehen, mit gut 150 Metern Abstand zur geplanten Freiflächen-Photovoltaik-Anlage, um Staub auf den neuen Paneelen auszuschließen.

Während einer Firmenbesichtigung erklärten Simon und Thomas Berger unserer Zeitung, warum die Neubauten notwendig sind. Das vor genau 30 Jahren von Jakob Berger gegründete Unternehmen floriert. Auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten gibt es genügend Pferdebesitzer, die ihren Sport- und Freizeittieren nur das beste Futter anbieten möchten.

Hochwertig sind die mehrfach preisgekrönten Produkte von Agrobs zweifelsohne. Jakob Berger brachte 1983 die ersten gepressten Heupellets für Pferde auf den Markt, die noch heute erhältlichen „Pre Alpin Wiesencobs“. Das Sortiment wurde mit Hilfe von Tierärzten stetig verfeinert und verbessert. Heute findet man von völlig getreidefreien und somit gut verdaulichen Produkten über eiweißreiche Mischungen für laktierende Stuten und Sportpferde bis hin zu kurz geschnittenem Seniorenfutter so ziemlich alles, was das Herz begehrt – Leckerlis, kompakte Würfel für unterwegs sowie mit Luzerne, Ölen, Apfeltrester oder Sonnblumenkernen angereicherte „Müslis“ eingeschlossen. Schon seit 1989 gibt es eine Bio-Schiene.

„Wir verarbeiten 50 verschiedene Rohstoffe“, sagt Simon Berger, der das Unternehmen mit seinen Brüdern seit 2007 leitet, und zeigt auf die vielen, unterschiedlich etikettierten Säcke in den Regalen. 78 eigene Produkte sind es. Auch einige andere Pferdefuttermittel-Hersteller nahmen seine Eltern 1996 mit auf. Das verarbeitete Gras stammt von rund 600 Vertragslandwirten aus der Gemeinde und Umgebung, die nicht alles selbst für ihre Tiere benötigen, beziehungsweise keine Viehhaltung betreiben. Es wird getrocknet, gesiebt, entsteint und entstaubt.

Trotz aller Technik entweiche Staub, und dieser setze sich rund um den Standort ab, erklärt Simon Berger. Das tägliche Volumen sei begrenzt: 400 Tonnen staubintensive Schüttgüter dürften es maximal sein. Das Landratsamt in Tölz habe die Werte vor der Genehmigung der Hallen 4 und 5 prüfen lassen und jetzt noch einmal ganz aktuell, sagt Simon Berger.

Bürgermeister Michael Grasl erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung, der Gemeinderat müsse in der kommenden Sitzung darüber entscheiden, ob er einen Bebauungsplan für das Gelände aufstellt. „In dem Fall könnten wir die Entwicklung dort oben besser steuern“, meint Grasl. Denn mehrfach hatte der Rat in den vergangenen Jahren bekräftigt, dass die Entwicklung auf der Anhöhe am Ortsrand nicht endlos so weitergehen könne.

Der Münsinger Rathauschef weist allerdings auch darauf hin, dass Agrobs ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler sei. Die Firma beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. 30 von ihnen sind in einem Büro im Gewerbegebiet Am Schlichtfeld in Münsing ausgelagert – auf Dauer ist das kein Idealzustand. Im Jahr 2022 machte Agrobs laut Thomas Berger einen Jahresumsatz von mehr als 40 Millionen Euro.

Die Kritiker der Erweiterungspläne, darunter die Vorstandschaft des Ostuferschutzverbands (OSV), sehen in den neuen Gebäuden eine Verschandelung des Landschaftsbilds und prangern die Versiegelung von Grünland an. In einer Pressemitteilung fragt sich der Vorsitzende Johannes Umbreit, was schwerer wiege: der verständliche Wunsch eines heimischen Betriebs nach Vergrößerung oder der Schutz des Außenbereichs vor weiterer Zersiedelung und Versiegelung, deren Ende „nicht abzusehen“ sei. Bereits der geplanten und mittlerweile vom Gemeinderat genehmigten Freiflächen-Photovoltaik-Anlage von rund fünf Hektar Größe stand der OSV skeptisch gegenüber. Außerdem befürchtet der Umweltverband eine weitere Zunahme des Schwerlastverkehrs zwischen Münsing und Degerndorf. Darauf entgegnet Thomas Berger: „Neu geschaffene Lagermöglichkeiten am Standort würden die Warenbewegungen zu den gut 20 Außenlagern in der Region reduzieren.“

Mit der Freiflächenanlage möchte Agrobs seinen eigenen Strom generieren. Über 90 Prozent davon sollen ins Netz fließen. 250 Kilowatt Strom liefern bereits Module auf den Dächern der bestehenden Hallen. „Wir sehen uns als ökologisch verantwortungsvollen Betrieb“, sagt Simon Berger, selber Gemeinderat der Einigkeit Degerndorf.

Isar Loisachbote, 31. August 2023, Tanja Lühr

„Entwicklung nicht verhindern,
aber steuern“

Geplante Erweiterung der Firma Agrobs: Gemeinderat beschließt Aufstellung eines Bebauungsplans

Münsing – Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, einen Bebauungsplan (B-Plan) für das Firmengelände des Pferdefutterherstellers Agrobs in Degerndorf aufzustellen. Der Tagesordnungspunkt hatte zahlreiche Zuhörer ins Rathaus gelockt.

Wie berichtet möchte das florierende Unternehmen an der Angerbreite zwei neue Produktions- und Lagerhallen von 50 mal 30 Metern Größe zusätzlich zu den bestehenden fünf Hallen bauen. Sie sollen nördlich des Betriebsgeländes entstehen. In einer internen Sitzung hat die Leiterin der Bauabteilung des Landratsamts, Juristin Maya Mantel, den Mandatsträgern wohl gesagt, Agrobs dürfe in jedem Fall bauen – ob nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), das staubintensive Betriebe im Außenbereich zulässt, oder mit einem durch die Gemeinde aufgestellten Bebauungsplan. Das berichtete Helge Strauß (CSU) von den Vorberatungen. „Wir können also gar nichts beeinflussen“, ergänzte sein Fraktionskollege Thomas Schurz. Beide sprachen sich gegen einen B-Plan aus, weil dieser nur Zeit und Geld koste. Schurz drückte es, wie immer, plakativ aus: „Über was entscheiden wir hier: Darüber, ob zwei Hallen gebaut werden oder ob zwei Hallen gebaut werden.“

Ganz so ist es Bauamtsleiter Stephan Lanzinger zufolge nicht. „Wir können die bauliche Entwicklung mit einem Bebauungsplan zwar nicht verhindern, aber steuern“, erklärte er. Über die Größe der Gebäude lasse sich beispielsweise reden und weitere, eventuell geplante Neubauten könnten abgelehnt werden.

Ein Antrag von Christine Mair (Grüne), Erweiterungen im Norden des Geländes per B-Plan ganz auszuschließen, fand keine Mehrheit. Mit 9:5 Stimmen beschloss der Rat, einen Bebauungsplan in Angriff zu nehmen. Susanne Huber (Freie Wähler) sagte, das in der Bevölkerung heiß diskutierte Thema verdiene eine „sorgfältige Abwägung“. Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland) meinte, die Mühe sei man den nachfolgenden Generationen schuldig. Professor Matthias Richter-Turtur (Grüne) sprach sich ebenfalls dafür aus, um das „grenzenlose Wachstum“ der Firma zu bremsen. Denn Sorgen bereiten den Kritikern nicht nur die Flächenversiegelung und die Zersiedelung der Landschaft, sondern auch der Schwerlastverkehr, der zum Teil mitten durch Münsing nach Degerndorf rollt. Der Bauantrag der Firma Agrobs auf Grundlage des BImSch-Gutachtens im nächsten Tagesordnungspunkt wurde folglich abgelehnt. Agrobs-Geschäftsführer und Gemeinderat Simon Berger (Einigkeit Degerndorf) war von der Beratung und Beschlussfassung ausgeschlossen.  

Rückschau: Benefizkonzert für St. Valentin Allmannshausen

Vielleicht sind es genau die Klänge des Handwerkers, der gerade oben am Kirchturm von St. Valentin in Allmannshausen arbeitet, die durch die Klänge von Nils Schad (Violine) und Johannes Umbreit (Klavier) finanziert wurden…

Am 25. Juni 2023 gaben beide ein Benefizkonzert zugunsten der Renovierungsarbeiten der 500 Jahre alten Kirche, und sind dabei gleich zweimal aufgetreten: Die erste Aufführung richtete sich an die Patienten und Bewohner der Marianne-Strauß-Klinik, denen die Musiker Abwechslung bieten und Freude bereiten wollten. Ein gelungener Auftritt mit vielen emotionalen Momenten, wie Nils Schad den Gästen der zweiten Aufführung im vollbesetzten Rittersaal zu Schloss Kempfenhausen erklärt.

Das Repertoire des Konzertabends für Violine und Klavier mit Stücken Fritz Kreisler, Mozart, Grieg und Zimmermann spannte sich stilistisch über gut 300 Jahre. Das herausragende Talent der Profi-Musiker wurde dabei nicht nur vom stilvollen Ambiente des Saals getragen, sondern auch der Klang des Konzertflügels – eine Spende von Dr. Joachim Kaske – sorgte für Genuss bei allen Zuhörern. Mit einem Glas Wein und dem Blick über das sonnengetränkte Kempfenhausen ging der Abend stilvoll zu Ende.

Ein Novum war dieser wunderbare Abend auch, weil das Zusammenspiel eine Kooperation des Kulturvereins Berg e.V. und der Ostuferschutzgesellschaft e.V. war. Denn Nils Schad ist neuer Vorsitzender des Kulturvereins Berg und Johannes Umbreit ist ebenfalls neuer Vorsitzender des Schutzvereins für das Ostufer des Starnberger Sees.

Stolze 1.900 € an Spendenerlös helfen zukünftig dabei, dass auch die Klänge von St. Valentin in Allmannshausen nachhallen.

Was ist bloß los mit der Bayerischen Seenschifffahrt am Starnberger See?

Zwei Ereignisse am Ostufer hatten mich dazu bewogen, unsere Sorgen direkt über das Serviceportal der Bayerischen Staatsregierung bekannt zu machen.  Aufgrund der schlechten Erfahrungen mit dem Abbau des Ammerlander Dampferstegs wollte ich einem ähnlichen Schicksal in Ambach vorbauen (auch wenn hier die Faktenlage anders war).

Am 5.7. wurde bei einem Anlegemanöver eines Liniendampfers der Ambacher Dampfersteg derart stark beschädigt, dass dieser umgehend geschlossen wurde und seither nicht angefahren wird. Reparaturmaßnahmen sind in größerem Umfang nicht zu erkennen.

Am 8.7. schipperte ein auf höchste Lautstärke aufgedrehtes Techno-Tanzschiff weit nach 22 Uhr noch rund um den See. Feste und Lesungen rund um den See wurden in Mitleidenschaft gezogen. Man hatte fast das Gefühl, dass der ein oder andere Herzschrittmacher aus dem Takt kommen könnte.

Diese beiden unschönen Begebenheiten schilderte ich der Staatsregierung und auch den Seenschiffahrt in Starnberg. Bitte lesen Sie dazu die Antwort, des dafür zuständigen Staatsministeriums der Finanzen und Heimat. Immerhin wird man sich darum kümmern.

In der Hoffnung, dass unsere Gäste und Radler bald wieder den See in Ruhe und mit guten Beförderungsmöglichkeiten nutzen können, verbleibe ich mit hochsommerlichen Grüßen

Petra Schulze

Bayerische Seenschifffahrt GmbH

Sehr geehrte Frau Schulze,

am 13. Juli 2023 haben Sie sich an die Servicestelle der Bayerischen Staatsregierung BAYER|DIREKT wegen einer Lärmbelästigung durch ein Schiff der Bayerischen Seenschifffahrt GmbH (BSS) und wegen der Repara-tur des Stegs der BSS in Ambach am Starnberger See gewandt. Die Staats-kanzlei hat Ihr Anliegen zuständigkeitshalber an das Staatsministerium der Finanzen und für Heimat weitergeleitet.

Das Finanzministerium und die BSS bedauern, dass Sie durch den hohen Geräuschpegel der Veranstaltung am Samstagabend, den 8. Juli 2023 an Bord eines Schiffes der BSS zu später Stunde gestört wurden. Dem Team in Starnberg ist dieser Umstand bekannt. Die BSS hat im Nachgang dieser Veranstaltung in einer Nachbesprechung thematisiert, wie künftig Lärmbe-lästigungen bestmöglich verhindert werden können. Bezüglich der Mitglieder der Besatzung bestehen bereits jetzt Lärmschutzmaßnahmen an Bord.

Der Steg in Ambach wurde aufgrund des Ausfalls des Antriebs eines Schiffs während des Anlandemanövers beschädigt. Durch äußerst umsichtiges Handeln des sehr erfahrenen Kapitäns wurde zum Glück niemand verletzt und der Sachschaden geringgehalten. Dennoch kann an dem Steg bis zur Reparatur nicht angelegt werden – er wird wegen seiner Beliebtheit etwa bei Radfahrern aber selbstverständlich in Zukunft wieder angefahren. Die BSS führt derzeit die Reparatur des Steges durch, die alsbald abgeschlossen wird. Ein exakter Fertigstellungszeitpunkt kann jedoch wegen der Witterungsabhängigkeit der Arbeiten leider nicht angegeben werden. Wir bitten Sie deshalb noch um etwas Geduld.

Die Staatskanzlei und die BSS erhalten einen Abdruck dieses Schreibens.
Mit freundlichen Grüßen

Oliver Menner
Ministerialrat

100 JAHRE LORIOT FESTKONZERT

Sonntag, 12.11.2023| 11:00 Uhr | Isarphilharmonie

Am 12.11.2023 wäre der legendäre Humorist und Musikliebhaber Vicco von Bülow, den ganz Deutschland vor allem als Loriot kennt, 100 Jahre alt geworden.Zu diesem Anlass findet an seinem Geburtstag ein Festkonzert mit den Münchner Symphonikern unter der Leitung von Olivier Tardy statt. Durch das Programm führt Udo Wachtveitl, den man auch als Tatort-Kommissar und Sprecher kennt. Zudem wird der beliebte Münchner Karikaturist Dieter Hanitzsch als Ehrengast das Grußwort sprechen. Sie hören Werke u. a. von Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber und Richard Wagner, die in direkter Verbindung mit Loriot stehen.

Loriot-Festkonzert

Grußwort: Dieter Hanitzsch
Moderation: Udo Wachtveitl
Münchner Symphoniker
Dirigent: Olivier Tardy
Vorverkauf: www.muenchenticket.de

Neue Kulturreihe: „Münsinger Lesungen“

Münsing – Schriftsteller und Literaten lebten und leben zuhauf am Starnberger See. Es gab immer wieder vereinzelte Veranstaltungen mit ihnen. Der Kulturreferent des Gemeinderats, Georg Sebald, möchte der Wortkunst nun ein eigenes Format geben und hat deshalb die neue Reihe „Münsinger Lesungen“ ins Leben gerufen.

„Wir haben die renommierten Holzhauser Musiktage, die traditionellen Konzerte unserer drei Blaskapellen und unsere Theateraufführungen. Der Literatur haben wir bisher wenig Raum gegeben“, sagt Sebald. In Verbindung mit kleinen musikalischen Darbietungen sollen regionale Autoren deshalb eine Bühne erhalten. Georg Sebald denkt dabei auch schon an das zum Ende des Jahres bezugsfertige Bürgerhaus. Dort, aber nicht nur dort, könnte die Reihe fortgesetzt werden. „Wir wollen bewusst alle Örtlichkeiten einbeziehen – von den Tennen über die Cafés bis zum schönen Garten der Grundschule“, sagt Sebald. Unterstützt wird er von zahlreichen Vereinen, wie der „Franz Graf von Pocci Gesellschaft“ oder dem Ostuferschutzverband.

Dem ist es gelungen, Schauspieler Johann von Bülow für eine Lesung zum 100. Geburtstag Vicco von Bülows alias Loriot im September zu gewinnen. Die Gemeinde Münsing gibt eine Anschubfinanzierung für das neu aufgelegte Programm aus dem jährlichen Kulturbudget in Höhe von 5000 Euro. Das Interesse der Künstler sei groß gewesen. „Da war ich sehr positiv überrascht“, sagt Georg Sebald.

Am kommenden Freitag, 7. Juli, liest der Holzhauser Schauspieler Wowo Habdank ab 20 Uhr in der Baderschmied-Tenne aus dem Roman „Bergheim“ des Ambachers Fritz Wagner. Am 23. September findet ab 18.30 Uhr in der Lothhof-Tenne auf Einladung des Ostuferschutzverbands die Loriot-Lesung statt. Der Humorist und Münsinger Ehrenbürger wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Johann von Bülow, ein entfernter Verwandter, wird einige der zwischen 1957 und 1961 in der Zeitschrift „Quick“ erschienenen Kolumnen „Der ganz offene Brief“ vortragen.

Noch offen sind Termine für eine Präsentation des dritten Bands der Münsinger Chronik und eine Lesung mit der aus Tutzinger Autorin Monika Czernin aus „Der Kaiser reist inkognito – Joseph II und das Europa der Aufklärung“. Im Advent liest am Donnerstag, 14. Dezember, nochmals Wowo Habdank ab 20 Uhr in der Ammerlander Kirche die „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma.  tal

Info

Kontakt und Infos unter kultur@muensing.de

Soirée im Schloß

im Rittersaal von Schloß Kempfenhausen
25. Juni 2023 um 16 Uhr und 19 Uhr
Benefizkonzerte zu Gunsten der Renovierung von
St. Valentin in Allmannshausen

Prof. Johannes Umbreit (Klavier) und Nils Schad (Geige)
spielen Werke von Kreisler, Mozart, Zimmermann und Grieg

Johannes Umbreit und Nils Schad

Karten 20 Euro, ermässigt für Schüler und Stundenten 10 Euro
bei Dogerie Höck, Marienstr.2, 82335 Aufkirchen oder
Kartenreservierung bei schad@kulturverein-berg.de

Veranstalter:

Die Allmannshauser Kirche St. Valentin soll schöner werden

Im Jahr 2024 feiert die Feuerwehr Allmannhausen ihr 150jähriges Bestehen. Dafür möchten wir auch unser Dorf präsentieren und wünschen uns dazu, dass unsere Kirche wieder ihre alte Schönheit erhält.

Hierfür sind Sanierungsarbeiten notwendig: ein neuer Anstrich, Reparatur von Dach und Turm sowie Ableiten des Regenwassers, das die Kirchenmauern durchnässt.

Bereits vor 50 Jahren wurde die Kirche schon einmal in Eigenleistung zum 100jährigen Jubiläum der Feuerwehr saniert. Damals haben wir die Kirche geweißelt und der Turm erhielt Schieferschindeln. Kurze Zeit später bekam sie dann die heutige Farbgebung.

Nach zahlreichen Gesprächen mit der Kirchenverwaltung (insbesondere den Herren Schwarz und Gams) und der daraufhin erteilten Erlaubnis für die Ausführung wurden bis jetzt foldende Arbeiten durchgeführt:
Dank der großzügigen Erlaubnis der Nachbarn erfolgte die Rodung der Bäume und Sträucher in unmittelbarer Kirchennähe, die Entwässerung konnte durch neue Regenrinnenabläufe, Sickerdohlen und einen Sickerschacht verbessert werden, am alten Feurwehrhaus wurden neue blühende Sträucher gepflanzt.

Noch auszuführen ist der Außenanstrich mit Reparaturarbeiten am Putz. Wenn alles gut geht, erstrahlen bald der Turm mit den drei Zifferblättern und die Kirche wieder in neuem Glanz.

Ein herzliches Vergelt´ s Gott an alle die unser Projekt unterstützt haben! Leider ist es mit diesen Arbeiten nocht nicht getan, denn es sollten weitere am Dach und der Sakristei durchgeführt werden. Wenn Sie uns helfen wollen, freuen wir uns über eine finanzielle Unterstützung.

Peter Eisenhut, Pfarrbrief des Pfarrverbandes Aufkirchen, Pfingsten 2023