Tag des offenen Denkmals am 8. September

Pocci-Kapelle in Münsing

Von Benjamin Engel

Münsing, 5.9.2019  – Jahrzehntelang ist die Kapelle an der nördlichen Seestraße beim Ammerlander Schloss schon für Besucher unzugänglich. Denn der ursprüngliche Eingang des Sakralbaus aus dem 17. Jahrhundert liegt auf dem Privatgrund der heutigen Schlossinhaber. Niemand konnte mehr hinein. Das könnte sich nun bald ändern. Spätestens 2020 rechnet die Vorsitzende des Ostuferschutzverbandes (OSV), Ursula Scriba, damit, die Kapelle weihen und für die Öffentlichkeit öffnen zu können. Dann kann jeder das prächtige Deckengewölbe im Zustand des 19. Jahrhunderts bewundern. In einen dunkelblauen Nachthimmel blickt, wer im Hauptschiff nach oben schaut. Plastisch heben sich die zahlreichen goldenen Sterne davon ab. „Im Moment habe ich ein sehr gutes Gefühl“, sagt Scriba. „Der Pfarrer unterstützt uns.“

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, steht die Kapelle für einen ersten Eindruck bereits offen. Die OSV-Vorsitzende Scriba wird von 17 Uhr an Fragen beantworten, über die Historie der Kapelle und die Sanierungsarbeiten berichten. Hinein kommen die Besucher durch den neuen von der Straßenseite geschaffenen Eingang an der Sakristei – über eine Treppe. Denn der Boden des Baus liegt heute etwa 75 Zentimeter unterhalb des Straßenniveaus.

Nach dem fast vollständigen Verfall in den 1970er Jahren waren die Sanierungsarbeiten nur stockend vorangegangen. Das lag wohl auch an der vielfältigen Interessenslage mit vielen Beteiligten – von der Münsinger Kirchenstiftung, bis zum Erzbischöflichen Ordinariat, den Schlossbesitzern und dem Landesamt für Denkmalpflege. Umso mehr freut sich Scriba über die jetzige, tragfähige Lösung. Der OSV hatte die Sanierungen federführend betreut. „Die Kapelle sah wüst aus. Aus dem Dach des Hauptschiffs wuchs sogar ein Baum“, beschreibt dessen Vorsitzende den einst traurigen Zustand des Sakralbaus.

Glaskunst von Bernd Nestler

Die besonderen Details machen heute den Charme der denkmalgeschützten Kapelle aus. Das Motiv der Heiligen Drei Könige samt der Muttergottes Maria mit Kind und dem Stern ziert das farbkräftig leuchtende Fenster oberhalb des Altars im Osten des Innenraums. Für die den Heiligen Drei Königen geweihte Kapelle hat der Münchner Glaskünstler Bernd Nestler eine Darstellung aus dem Regensburger Dom aufgegriffen. Um sein Werk vor den Straßenverunreinigungen zu schützen, wurde ein zweites Fenster im Mauerwerk der Kapelle davor gesetzt. Darin ist das Motiv der Heiligen Drei Könige in seinen Umrissen nochmals eingeätzt. Nur noch bruchstückhaft waren auch die Seitenfenster der Kapelle mit gelben und türkisfarbenen Rauten erhalten. Nach diesem Vorbild hat eine Werkstatt aus München neue gefertigt.

Ebenso rudimentär waren auch die Überbleibsel des einstigen Hochaltars. Von den Seitenteilen existierten nur noch einzelne Bretter. Lediglich ein grob gerastertes, altes Zeitungsfoto vermittelte noch einen Eindruck vom Mittelteil. „Das Landesamt für Denkmalpflege hat sich dafür entschieden, den Hochaltar nicht mehr zu restaurieren“, sagt Scriba. Für die Tischplatte des Altars werde derzeit an einer Lösung gearbeitet.

Ein Speziallabor hatte die Farbschichten in den Innenräumen der Kapelle untersucht. Die Restauratoren von Engel & Paric aus Wessobrunn stellten den in den 1920er Jahren weiß übertünchten Sternenhimmel und damit den Zustand aus dem 19. Jahrhundert wieder her. Laut Scirba soll das Fresko dank ausgeklügelter LED-Beleuchtung noch plastischer wirken. „Man meint, die Sterne kommen auf einen zu. Die farbige Decke tritt in den Hintergrund“, beschreibt Scriba die neue Raumwirkung. Damit die Proportionen der Kapelle gefälliger wirken, wurde der Wandsockel farblich abgesetzt. Die Restauratoren ergänzten den durch Salze aus dem nahen Straßenverkehr lädierten Natursteinboden teilweise.

Ursprünglich hatte der Wittelsbacher Fürstbischof Albrecht Sigmund die Kapelle zwischen 1683 und 1685 etwa zeitgleich mit dem neuen Schloss am Ostufer des Starnberger Sees errichten lassen. Der Sakralbau war von damals bis heute im Besitz der Kirchenstiftung Münsing. Die Sakristei wurde 1728 nördlich an die Kapelle angebaut. Im Inneren ist noch ein alter Zierfries erhalten.

Schlossbesitzer Pocci pflegten die Kapelle

Bis in die 1930er Jahre sollen die späteren Schlossbesitzer der Familie von Pocci die Kapelle gepflegt und dort Gottesdienste organisiert haben. Nach dem Zweiten Weltkrieg verkauften die Poccis das Schloss. Die Besitzer wechselten. Die Räume und auch die Kapelle verfielen. Für deren Erhalt hatten der Ammerlander Freiherr Dietrich von Laßberg und der OSV im Jahr 1981 eine Rettungsaktion begonnen und Spenden gesammelt. 1986 hatte das Erzbischöfliche Ordinariat München und Freising mit der Sanierung begonnen. Die Räume wurden entfeuchtet. Die Kapelle bekam einen neuen Dachstuhl. Doch dann stockten die Arbeiten wieder.

Problematisch blieb der Zugang zur Kapelle. Neue Eigentümer sanierten von 1988 bis 1992 das benachbarte Schloss. Damit war die ursprüngliche Eingangstür von der Nordseite nicht mehr erreichbar, weil sie in dessen Garten liegt. Um neue Zugangsmöglichkeiten wurde lange gerungen. Erst viel später stimmte das Erzbischöfliche Ordinariat zu, eine Tür auf der Straßenseite einzurichten. Über vier Stufen geht es künftig dahinter in die Sakristei hinunter und von dort in die Kapelle. Der Ammerlander Schreiner Josef Wagner fertigt die Holztreppe an.

Für den ersten Bauabschnitt ist laut Scriba mit Kosten von 100000 Euro zu rechnen. Finanziell unterstützen die Kommune Münsing, das Tölzer Landratsamt, der Bezirk Oberbayern und das Landesamt für Denkmalpflege die Sanierungsarbeiten. Zusätzliche Spendengelder flossen. Die Messerschmidt-Stiftung hat beispielsweise mit 22000 Euro die neuen Fenster finanziert. Für die Kapellenbänke hat der OSV die Meitinger Stiftung als Sponsor gewonnen.

Über die Unterstützung freut sich die OSV-Vorsitzende Scriba. Sie ist zuversichtlich, dass die Kapelle von 2020 endlich wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.

Mein Dank gilt den Helfern dieser Veranstaltung:

  • Manfred Stecher für die Beratung von potenziellen Spendern
  • Josef Wagner für die Präsentation der neuen Treppenplanung und den Holzmustern
  • Regina Wagner für die Vorbereitung des Raumes
  • Bernd Nestler für die Präsentation und Erläuterung unseres Vorgehens zu den künstlerisch gestalteten Gläsern, besonders des Altarfensters.
  • Maria Mannes  für die Chance des OSV sein großes ehrenamtliches Projekt auf einer bundesweiten Liste präsentieren zu dürfen.

Sobald wir einen entscheidenden Schritt weiter sind, werden wir die Mitglieder in die Kapelle wieder einladen. Bitte denken Sie daran, dass wir gerade jetzt dringend auf Spenden angewiesen sind und unterstützen Sie uns.
Ursula Scriba
Die IBAN lautet: DE12 7005 4306 0011 7217 50. Herzlichen Dank.

Einladung zum Tag des Offenen Denkmals am 08.09.2019

Schlosskapelle Ammerland, Münsing, nördliche Seestraße 11
um 17 Uhr zu Führung und Vortrag
mit Ursula Scriba, Manfred Stecher, Josef Wagner und Bernd Nestler.

Auf Einladung unseres Ehrenmitglieds und Kreisheimatpflegerin Maria Mannes und mit Zustimmung von Pfarrer Kirchbichler für die Kirchenstiftung Münsing öffnet der OSV dieses Jahr die Tür der Kapelle zu einer Einführung in die Geschichte und Restaurierungsgeschichte der Filialkirche Ammerland Heilige Drei Könige.

Dies ist der richtige Moment, um mich bei allen bisherig Beteiligten zu bedanken:

An erster Stelle steht das Vertrauen der Eigentümer Herrn Pfarrer Kirchbichler und der Kirchenstiftung Münsing in den OSV für eine professionelle Sanierung und Restaurierung der denkmalgeschützten Kapelle aus dem Jahr 1685. Kreisheimatpflegerin Maria Mannes danken wir für die fürsorgliche Unterstützung all die Jahre bis jetzt.

Baronin Christa von Laßberg (mit Familie) und Annabel von Boetticher gilt unser Dank für die engagierte Unterstützung besonders in der Startphase des Projekts 2007. Freundliche, zugewandte Offenheit und Hilfe für alle Nöte spendeten die Nachbarn und Schlossbesitzer Werner Döttinger und Herr Nickl.

Früherer 2. Vorstand Klaus Reid hat ehrenamtlich die Statik untersucht und geprüft, sowie die ersten baumeisterlichen Schritte unternommen. Manfred Stecher, unser Klassier, hat all die Jahre zuverlässig die Finanzen betreut, auch in Feinabstimmungen mit der Kirche und den vielen, vielen Spenden, die über die Jahre eingetroffen sind. Herr Fritz Noppes, Träger des Gabriel-von-Max-Denkmalpreises, brachte sein Wissen zu Restaurierungen immer wieder ein. Herr Prof. Johannes Umbreit hat mit seinen musikalischen Begleitern viele Benefizkonzerte ausgerichtet, die alle in ihrer phantasievollen Einmaligkeit unvergesslich sind. Im Jahr 2018 haben David Greiner mit Marina Cesarale, Rom feingestimmte vier biblische Lieder vorgetragen und beim vorläufig letzten Konzert Herr Prof. Edgar Krapp und Prof. Markus Bellheim ein vierhändiges Sternstundenkonzert gegeben. Elisabeth Biron und Maria Mannes standen immer zur Verfügung zur konzeptionellen und künstlerischen Beratung. Wir genossen jederzeit die fachliche Begleitung des Erzbischöflichen Ordinariats, des Landesamtes für Denkmalpflege, sowie des Unteren Denkmalschutzes am Landratsamt Bad-Tölz Wolfratshausen.

Spenden erhielten wir dankenswerterweise vom Landkreis, vom Bezirk, vom Landesamt für Denkmalpflege, der Messerschmitt Stiftung, dem Legat Irmingard Haussmann, der Meitinger Stiftung und vielen, vielen Freunden der Schlosskapelle.

Folgende örtliche Firmen brachten sich ein: Schreinerei Will, Fa. Krämmel, Fa. Graf, Fa. Zündorff, Schreinerei Josef Wagner, Ammerland-Seestraße, die Mayersche Hofkunstanstalt, die Restauratoren Engel und Paric sowie Glaskünstler Bernd Nestler.

Wir freuen uns auf Sie und wollen aus der Geschichte der fürstbischöflichen Kapelle und unserer Arbeit berichten.

Pressemitteilung des OSV zur Gemeinderatssitzung am 30. Juli 2019

In der Sitzung des Münsinger Gemeinderats vom 30. Juli 2019 hat sich gezeigt, dass die Gemeinde sich mit einem Bebauungsplan nach Vorstellung des Investors auf dem Wiedemann-Gelände in Ambach eine Menge unschöner Probleme eingehandelt hat:

  • Salamitaktisch hat KWA zunächst versucht, die versprochene Holz- durch Massivbauweise zu ersetzen.
  • Nachdem dieser Versuch auf keine Gegenliebe gestoßen ist, soll nun versucht werden, ein fünftes Stockwerk auf die geplanten vier zu setzen, weil zwei der 80 Wohnungen zu tief unten liegen.

Laut Bürgermeister Grasl will die Gemeinde zum Glück nicht mitziehen. Ferner stehen massive sichtbare Eingriffe in die Hanglandschaft bevor:

  • Eine Schallschutzwand von 20 m Länge zwischen Biergarten und neu geplanten Villen außerhalb der Wohnanlage.
  • Ein Panorama-Schwimmbad mit Glasfront zum See.
  • Deutlich wurde auch, dass für eine ordentliche Erschließung der Simetsbergweg eigentlich zu schmal ist, sodass alle möglichen Notlösungen angedacht werden. Nicht einmal die hiesige Feuerwehr wurde gefragt.
  • Im Außenbereich sollen ferner zwei neue Villen entstehen, die mit der Wohnanlage nichts zu tun haben. Wohnungen für Angestellte sind angeblich überflüssig.

Jahrelang hat sich die Familie Wiedemann vergeblich um eine Wohnnutzung des vormaligen Klinikgebäudes Riviera I bemüht. Mit der Begründung, dass es sich um Außenbereich handelt, sind diese Anträge abgelehnt worden. Nun werden zwei Villen geplant, weil in der Nachbarschaft eine Luxus-Wohnanlage entsteht. Es gibt unter diesen Umständen keinen einleuchtenden Grund mehr, den nördlich, südlich und östlich angrenzenden Nachbarn Baurecht zu versagen.

Konsequenterweise dürfte sich der gesamte Hang zwischen Pilotyweg, Simetsbergweg und Holzbergstraße und östlich des Simetsbergwegs zum Luxuswohngebiet entwickeln. Ist diese Konsequenz gewollt? Oder hat der Rahmenplan aus dem Jahr 2008, welcher eine zusätzliche Bebauung im Bereich des Ostufers verhindern will, noch irgendeine Bedeutung? Hätte es der Gemeinderat bei der Möglichkeit belassen, dass der Investor seine Baugenehmigung zur Sanierung der Klinikruinen im bestehenden Umfang ausnutzt, hätte er sich diese Probleme erspart.

Interessant wäre zu erfahren, welche Gegenleistungen die Gemeinde erhält, wenn sie Wohnbaulandgeschenke im Wert von mehreren Millionen macht.

Es ist nicht zu spät, dass der Gemeinderat seinen Willen zum Schutz des Ostufers durchsetzt.

Für den Vorstand des OSV: Prof. Johannes Umbreit, Petra Schulze, Dr. Gustav Neumeister, Manfred Stecher

Zurück zur Holzbauweise

SENIORENWOHNSTIFT – Architekturbüro präsentiert Gemeinderat geänderte Pläne

VON TANJA LÜHR
Isar Loisachbote vom 1. August 2019

Münsing – Das Architekturbüro Matteo Thun, das für das Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) das Seniorenwohnstift in Ambach plant, ist zu der von der Gemeinde geforderten Holzbauweise zurückgekehrt. Wie berichtet wollte KWA, anders als im Wettbewerb angekündigt, die Obergeschosse der Gebäude aus Kostengründen konventionell ausbauen. Das hatte für Ärger im Gemeinderat gesorgt.

Die Planänderungen stellte Architekt Gerald Schnell vom Büro Matteo Thun am Dienstag in der Ratssitzung vor. Anwesend waren auch der von der Gemeinde beauftragte, unabhängige Architekt Christian Weigl, Gemeinde-Anwalt Dr. Gerhard Spiess, Landschaftsplaner Christian Ufer sowie die beiden Vorstandsvorsitzenden von KWA, Horst Schmieder und Dr. Stefan Arend samt KWA-Baumanager Gerhard Schaller. Für die interessierten Bürger aus Ambach reichten die Besucher-Sitzplätze gerade aus.

Zu den Plänen für das Seniorenwohnstift: Die Häuser 1 bis 3 erstrecken sich im Osten entlang des Simetsbergwegs. Weiter unten, im Westen, entstehen drei Häuser, die in den Hang eingegraben sind. Deren oberstes Geschoss ragt jeweils über die Hangkante hinaus, wird aber vom Osten mit einem Gegenhang verdeckt. Sinn dieser Maßnahme sei es, von den Gebäuden Richtung See immer nur auf eine begrünte Wiesenlandschaft zu blicken und niemals auf die Rückseite eines Gebäudes, erklärte Gerald Schnell. Das Schwimmbad schließt sich an die Wohnungen an und öffnet sich zur Landschaft hin. Die Tagespflege etwas weiter unten auf dem Gelände ist über eine eigene Zufahrt erreichbar. Restaurant, Biergarten und eine Tiefgarage gehören ebenfalls zur Planung.

Positiv wertete das Gremium, dass nun alle Stockwerke aus Holz werden sollen. Auch, dass KWA die Dachneigung der Häuser 1 bis 3 auf 20 Grad erhöht hat und die Satteldächer mit rot-braunen Ziegeln decken will, gefiel. Auf zwei schlecht belichtete Wohnungen im Untergeschoss von Haus 2 zum Simetsbergweg hin wurde verzichtet. Jedoch sollen diese Appartements nun im Dachgeschoss des bisher vierstöckig vorgesehenen Hauses 3 im südlichen Bereich untergebracht werden, so dass das Gebäude fünfstöckig wird.

An dieser Neuerung störten sich einige Gemeinderäte. Ursula Scriba (Bürgerliste) kritisierte, dass die Bebauung dadurch „sehr massiv“ wirke. Sie wie auch Thomas Schurz (CSU) fordern vom Bauherren, auf die zwei Appartements zu verzichten. Strauß sprach von „Salamitaktik“, weil diese Höhe ursprünglich nicht vorgesehen gewesen sei. Scriba: „Hier wird deutlich, dass die geplanten 80 Wohnungen für das Grundstück einfach zu viel sind“. Umweltreferentin Christine Mair (Wählergruppe Münsing) sah in der dichten Bebauung eine Gefahr für die Bäume, insbesondere für eine alte Eiche nahe Haus 3. Landschaftsarchitekt Christian Ufer erklärte jedoch, dass fast alle Bäume – auch eine Thuja am Waldschlössl, für deren Erhalt sich Scriba in einer vergangenen Sitzung ausgesprochen hatte – bestehen blieben.

Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) würdigte die Umplanungen als „immensen Aufwand“. Der beratende Architekt Christian Weigl sah alle Forderungen der Gemeinde erfüllt. Über die zwei Wohnungen im Dachgeschoss müsse man allerdings „nachdenken“. Grasl forderte am Mittwoch in einer Pressemitteilung, dass KWA nachgibt und ersatzlos auf einen Dachgeschossausbau in Haus 3 verzichtet.

Über die aktuellen Entwürfe wurde in der Sitzung am Dienstag nicht abgestimmt. Dies soll nach dem Willen Grasls aber „zeitnah“ passieren. Im Anschluss könne die Gemeinde in das formelle Bebauungsplanverfahren einsteigen. Wann KWA dann loslegen kann, hängt vom Verfahren ab. Gerhard Schaller, Geschäftsführer des KWA-Baumanagements, sagte in der Sitzung, er rechne mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.

Einladung zur Mitgliederversammlung 2019

Freitag, 28. Juni, Münsing, Gasthaus Gerer

Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr

Wir bitten auch an unserer freundlichen Wirte zu denken

Tagesordnung:

  1. Begrüßung der Mitglieder
  2. Jahresbericht

2.1 Vorstand

2.2 Arbeitskreis Kultur

  1. Kassenbericht
  2. Bericht der Kassenprüfer
  3. Entlastung des Vorstands
  4. Wahl der Kassenprüfer für 2019
  5. Verschiedenes, Wünsche und Anträge

(Anträge von Mitgliedern sollten bis zum 13. Juni 2019 schriftlich bei der1. Vorsitzenden eingegangen sein.)

Im Anschluss Vortrag von Dr. des. Rudolf Himpsl zu Kulturerbe Bayern

Gäste sind herzlich willkommen

Freundliche Grüße

Ursula Scriba, 1.Vorsitzende                                    Ammerland, 31.05.2019

Ostuferspaziergang bei Familie Ermisch

Sehr geehrte Mitglieder,

heute darf ich Ihnen eine besondere Veranstaltung ankündigen:

Familie Ermisch hat sich in Ammerland eine Haus gebaut, bei dem Herr Oliver Ermisch, der mit seinem Unternehmen im Münsinger Gewerbegebiet zu Hause ist und für Interessenten regelmäßig Energieabende veranstaltet, sein Familienheim vorstellen wird.

Seit vielen Jahren betreibt Herr Ermisch engagiert die Planung energiesparender Projekte. Umso mehr freute er sich, dies konkret im privaten Bereich umzusetzen.

Seit wenigen Wochen ist das Familienheim fertig gestellt, wir Ammerlander dürfen das freundlich erleuchtete Holzhaus als Bereicherung Ammerlands sehen.

Wir haben am kommenden Freitag um 16.00 Uhr die Möglichkeit mehr über die Planung dieses Hauses, Schwierigkeiten und Erfolge vom Bauherrn und Planer erfahren.

Wir rechnen mit ca. 1 Stunde für diese Veranstaltung.

Sie sind herzlich eingeladen:

Freitag, 16.11.2018 am Höhenweg 7 A, Ammerland um 16 Uhr.

Wir freuen uns auf Sie:

Ursula Scriba, Petra Schulze, Mechthild Felsch

Für diese Veranstaltung bitten wir Sie um Anmeldung wegen der sehr begrenzten Plätze. Bitte senden Sie mir eine Mail osv-vorstand@scribaup.de oder rufen Sie mich an unter 08177/92310, die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. U.S.

 

 

KWA und das Ambacher Gefühl

Leserbrief Süddeutsche Zeitung am 30.10.2018
Zu „Streit um Seniorenstift am See“ vom 25. Oktober:

Benjamin Engel schreibt in seinem Artikel „Streit um Seniorenstift am See“ ganz richtig: Den Anwohnern sind 80 geplante Wohneinheiten zu viel. Die Bürger haben sich im Sommer in ihren Bedenken und Anregungen klar geäußert: „80 Wohneinheiten sind zu viel, es muss abgespeckt werden“. Jeder bebaute Quadratmeter erhöht die Grundstückspreise. Einheimische wissen nicht mehr, wie sie ihr Erbe gerecht aufteilen sollen und müssen tradierte Familiensitze verkaufen. Als Gemeinderätin und Vorsitzende des Ostuferschutzverbandes stehe ich hinter den Bürgern: So habe ich mich auch mehrfach deutlich in der Gemeinderatsitzung vom 23.10.2018 geäußert.

Die Gemeinde selbst ist dem Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) bereits mehrmals in folgenden Schritten entgegengekommen: Erster Schritt: KWA hat das Grundstück erworben mit dem in der Baunutzungsverordnung als „Sonstiges Sondergebiet, hier Gesundheitszentrum, Klinik“, ausgewiesenen Areal. Um dort Seniorenwohnungen zu bauen,muss diese Kategorie geändert werden. Die Gemeinde kam KWA entgegen und hat ihre Bereitschaft erklärt, diese Nutzungskategorie im Flächennutzungsplan zu verändern,um das Vorhaben zu ermöglichen. Zweitens gab es einen Aufstellungsbeschluss am 27. September 2017 zur Aufstellung eines Qualifizierten Bebauungsplanes und damit erhöhtes Baurecht in Toplage am Starnberger See für das Seniorenstift.

Jetzt verlangen wir, wie ich klar in der Sitzung einforderte: KWA specke ab, erarbeite Dir die Überschrift:KWA und dasAmbacher Gefühl.

Ursula Scriba, Ammerland

„KWA, mach’ Deine Hausaufgaben“

Leserbrief Münchner Merkur, Isar Loisachbote vom 26.10.2018

„Architekten machen ihre Hausaufgaben“ vom 25. Oktober, zum geplanten Seniorenwohnstift in Ambach

Vielen Dank für den Artikel von Tanja Lühr. Als Gemeinderätin und Vorsitzende des Ostuferschutzverbandes ergänze ich den Artikel um die entscheidenden Fragen, die ich in der Sitzung stellte.

Für die Bürger, die Mitglieder und mich forderte ich neben dem Thema fehlender Straßenbreite der Erschließung vor allem jedes Architekturbüro auf, die Wohneinheiten, die Baumasse zu reduzieren.

Das engagierte Büro Beer Bembé, Dellinger – das Büro mit dem Ambacher Gefühl, das die Anregungen der Bürger und des KWA (Kuratorium Wohnen im Alter, Anm. d. Red.) arbeitsintensiv aufgenommen hatte – antwortete, dies sei Aufgabe des zukünftigen Bauherrn, des KWA. Deshalb die dringende Aufforderung: „KWA, mache jetzt Du Deine Hausaufgaben – biete den Bürgern die verlangte Reduzierung der Wohneinheiten, der Baumasse.“
Die Gemeinde Münsing kam mit dem Aufstellungsbeschluss für einen qualifizierten Bebauungsplan am 27. September 2017 den Wünschen des Investors entgegen, die Gemeinde ist bereit, den Flächennutzungsplan von der Sondernutzung Gesundheit, Klinik in Wohnen zu ändern und zusätzliches Baurecht auszuweisen. Jetzt muss auch KWA bereit sein, den Bürgern entgegenzukommen. „KWA – mach’ Deine Hausaufgaben!“

Ursula Scriba, Ammerland

Auf dem Weg zum Wettbewerbsergebnis Bürgerhaus „Neuer Pallaufhof“ Münsing

Mitglieder des Arbeitskreises:
Christiana Biron, Johannes Umbreit, Gregory Prade, Georg Sebald

Mitglieder des Lenkungsausschusses:
Ursula Scriba, Thomas Schurz, Regina Reitenhardt, Ernst Grünwald

– die wichtigsten Schritte und Entscheidungen der Gemeinde in Auszügen

April 2008 Das Gesamtgrundstück wird von der Gemeinde erworben
12.11.2011 1. Klausur des Gemeinderates in Königsdorf
2011 Vorschläge von Kultur veranstaltenden Vereinen wie Holzhauser Musiktage oder OSV
24.01.2013 Round Table Runde von Kulturträgern und Kulturanbietern in Münsing im Hotel-Restaurant Huber am See, protokolliert von Vertretern der Agenda Kultur; erste Äußerung des Raumbedarfs aus Sicht der Kulturvertreter
12. Juli 2014 Der neu gewählte Gemeinderat bildet einen Arbeitskreis primär für die Bedarfsermittlung des neuen Pallaufhofes
Der Arbeitskreis tagte sieben Mal öffentlich

Entscheidungen der Gemeinde in Auszügen

  1. Bedarf Schule und Mittagsbetreuung (Frau Banner)
  2. Bereich Soziales (Frau Reitenhardt, Herr Lohse)
  3. Raumverhältnisse im Rathaus 1978-2014 (Herr Kühn)
  4. Themenschwerpunkt Kultur (Frau Biron und Herr Sebald)
  5. Sichtung und Gewichtung
  6. Vertiefung und Zusammenfassung; Ertüchtigung des Gemeindesaales und Prüfung der Nutzungs- und Sanierungsmöglichkeiten
  7. Vorstellung einer grundsätzlichen Aufstockungsmöglichkeit des jetzigen Rathauses (Studie Adldinger)
10.06.2015 Gemeinsame Sondersitzung des Gemeinderates und des AK Pallaufhof
21.07.2015 Grundsatzbeschluss des Gemeinderates über ein Haus der Kinder und eine Unterbringung der Verwaltung im neuen Pallaufhof
08.03.2016 Projektstudie Büro Adldinger über die Unterbringung des gesamten Raumbedarfs für Rathaus und Saal im neuen Gebäude
09.04.2016 2. Klausur des Gemeinderates in Königsdorf; Beschluss für die Auslobung eines Wettbewerbs:

Vortrag über Wettbewerbe Projektsteuerung

Bedarf aus allen Bereichen wird konkretisiert Saal als Versammlungsstätte

10.02.2017 3. Sonderklausur an einem Freitagnachmittag über Raumbedarf und Thema Versammlungsstätte
Besichtigung des Rathauses und Bürgerhauses in Gilching
27.06.2017 4. Sonderklausur zur endgültigen Abstimmung des Raumbedarfs, zur Nahwärmeversorgung NEU und zur Folgenutzung des Saales sowie zur Einfügung nach § 34 BauGB
23.01.2018 Beratung    und    Beschlussfassung    über    die    Zusammensetzung    des Preisgerichtes für den Architektenwettbewerb zum neuen Bürgerhaus
20.03.2018

 

Erneute Beratung und ggf. Beschlussfassung über die Billigung der Auslobung für den nichtoffenen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil für das Bürgerhaus „Neuer Pallaufhof“ in Münsing im Hinblick auf die Zahl der nachzuweisenden Stellplätze

2. August 2018
Sitzung des Preisgerichts zum Realisierungwettbewerb „Neuer Pallaufhof“
Protokoll der Preisgerichtssitzung

Dokumentation_Realisierungswettbewerb

Jagdhornklänge fürs Jägerhaus

Von Sabine Bader, Stanrberger SZ vom 26.06.2918

Allmannshausen – Der Maler Gabriel von Max (1840 bis 1915) hätte sie sicher gemocht, die kleine Bronzeskulptur, mit der der Ostufer-Schutzverband alljährlich jene Villenbesitzer ehrt, die ihre denkmalgeschützten Häuser besonders liebevoll in Schuss halten. In diesem Jahr gibt es gleich zwei Neuerungen: Zum einen steht die Villa, um die es geht, zum erstem Mal in der fünfjährigen Geschichte des Preises nicht in der Gemeinde Münsing, der Heimat des Schutzverbands, sondern in der Nachbargemeinde Berg. Gewonnen hat das dortige Jägerhaus des Schlosses Unterallmannshausen, auch bekannt unter dem Namen Villa Rambaldi. Zum anderen geht die Auszeichnung erstmals an eine Eigentümergemeinschaft: Die Erbengemeinschaft von Nagel zu Aichberg. Ihr steht die 103-jährige Maria-Gabriele von Nagel zu Aichberg vor, die mit einigen ihrer Familienangehörigen auch zur Preisverleihung in den Gasthof „Zur Post“ nach Aufkirchen gekommen ist.

Noch heute bewohnt sie das Anwesen am Ostufer des Sees alljährlich zwischen Frühjahr und Herbst mit ihrer Tochter Barbara Bering. Nur im Winter leben die Frauen in München: Die Villa wird nur mit Kachelöfen beheizt. Die anderen Familienmitglieder nutzen das Haus nur im Sommer sporadisch. Ansonsten wohnen noch zwei Mieter ganzjährig im Gebäude. Es ist also ständig bewohnt. „Wir lieben das Haus sehr, sind auch in Aufkirchen zur Schule gegangen“, erzählt Barbara Bering der SZ.

Die Geschichte des Hauses hängt eng mit Schloss Unterallmannshausen zusammen. Die Villa war einst das südlich gelegene Jägerhaus des Schlosses und wurde von Otto Graf Rambaldi erbaut, nachdem dieser Schloss Unterallmannshausen 1880 an den Mannheimer Chemieunternehmer Christoph Heinrich Boehringer verkauft hatte. Die Villa zählt laut Kreisheimatpfleger Gerhard Schober zu den typischen Landhäusern am Starnberger See. Und doch sticht sie Spaziergängen und Radlern sofort ins Auge. Denn das Jägerhaus wirkt weit weniger bäuerlich als andere Landhäuser, was sowohl an den feingliedrigen, schmiedeeisernen Balkonen als auch der doppelläufigen Freitreppe zum See liegt.

Apropos Jägerhaus: Die Vorsitzende des Ostufer Schutzverbands, Ursula Scriba, ist selbst Jägerin und läutete die Preisverleihung mit einem Ständchen der Münchner Reiterlichen Jagdhornbläser ein, denen sie selbst angehört. Aber auch die Klassikfreunde kamen an diesem Abend auf ihre Kosten: Professor Johannes Umbreit (Klavier) und Therese Hahn (Violine) lockerten die Veranstaltung musikalisch auf. Scriba ist hin und weg vom Gebäude, dass es auszuzeichnen gilt. Denn sie ist selbst Architektin. Wen wundert es also, dass sie in ihrem einstündigen Vortrag den Gästen der Preisverleihung in Aufkirchen alle Vorzüge des Gebäudes minutiös erklären konnte. „Das Haus hat die Jury sofort überzeugt“, sagte sie. „Die Abstimmung war unstrittig.“ Der Bau besteche durch seine perfekten Proportionen, und auch die Fenster seien im „Goldenen Schnitt“, sagte sie.

Doch dem Verband geht es nicht nur darum, schöne Denkmalbauten zu würdigen. Er will mit dem Preis auch erreichen, dass noch mehr Eigentümer sich dessen bewusst werden, was es bedeutet, ein Baudenkmal zu besitzen. Das erfordert neben vielen Absprachen mit den Denkmalschützern auch erhöhten finanziellen Aufwand. Denn die Gebäude sind alle in einem Alter, in dem es ständig etwas zu renovieren gibt. Im Fall der Villa Rambaldi hätten die Eigentümer das Glück, dass ein Familienmitglied Schreinermeister sei und damit ein ausgewiesener Fachmann, erzählt Scriba.

Auch der stellvertretende Landrat Georg Scheitz zollte „allen, die in einem denkmalgeschützten Haus leben, Respekt“. Und mit Blick auf die 103-jährige Geehrte meinte er: „Wenn ich sie so anschaue, dann ist es ein sehr gesundes Haus.“ Er hoffe, so Scheitz, dass der Preis weitere Denkmaleigentümer motiviere. Und auch Vinzenz Dufter vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, Münsings Rathauschef Michael Grasl und die Dritte Bürgermeisterin von Berg, Elke Link, hoffen, dass der Preis weitere Eigentümer wachrüttelt (Grasl).

Dass das bislang nicht immer fruchtet, weiß Grasl am Besten. Steht doch in seiner Gemeinde, in Ammerland, die denkmalgeschützte Max-Villa, die seit vielen Jahren zusehens verfällt. Mit aus diesem Grund hat der Ostufer Schutzverband seinen Denkmalpreis vor fünf Jahren auch nach dem Maler Gabriel von Max benannt. Der Künstler und Naturforscher Gabriel von Max liebte Affen über alles. Er malte sie in allen erdenklichen Posen. Die Preis-Skulptur stammt aus der Hand des Ammerlander Bildhauers Ernst Grünwald. Sie zeigt darum einen Affen, der auf einer Säule hockt und eine Miniaturausgabe der Max-Villa auf dem Schoß trägt. Aber dazu will das Bronzeäffchen lieber nichts sagen.

Das Juwel von Allmannshausen

VON VOLKER UFERTINGER, Isar Loisachbote vom 23. Juni 2018

Erneut hat der Ostuferschutzverband den Gabriel-von-Max-Denkmalpreis vergeben. Zum ersten Mal ging er an eine Erbengemeinschaft, die die Villa Rambaldi in der Nähe des Allmannshauser Schlosses hegt und pflegt.

Link zum Originalartikel im Isar Loisachbote vom 23. Juni 2018

Münsing/Allmannshausen – Wer am Ostufer des Starnberger Sees auf der Assenhauser Straße nordwärts schlendert, gelangt irgendwann zum altehrwürdigen Schloss Allmannshausen. Doch schon wenige hundert Meter vorher steht rechterhand ein entzückendes kleines Anwesen: Das ehemalige Jägerhaus des Schlosses, nach dem einstigen Eigentümer auch Villa Rambaldi genannt. Dass der Anblick beim Betrachter Glücksgefühle auslöst, ist nach Angaben vor Ursula Scriba, Architektin und Vorsitzende des Ostuferschutzverbands, kein Zufall, sondern vom – unbekannten – Architekten genau so gewollt: „Die Front bildet ein regelmäßiges Quadrat, und wenn wir so etwas sehen, fühlen wir uns einfach wohl.“ Perfekte Proportionen, makellose Haltung, ein lässiger Umgang mit der schwierigen Hanglage am Ostufer: Das sind die architektonischen Markenzeichen der Villa Rambaldi.

Sämtliche Juroren des Gabriel-von-Max-Denkmalpreises haben unter den sechs Vorschlägen die formschöne Villa mit ihren grünen Fensterläden und dem filigranen Eisenbalkon auf Platz eins gewählt. „Das Votum war also eindeutig“, sagte Scriba in ihrer Laudatio. Und so brachte die Verleihung des Gabriel-von-Max-Denkmalpreises am Mittwochabend im Landgasthof zur Post in Aufkirchen zwei Neuheiten mit sich. Erstmals blieb der Preis nicht in Münsing, sondern ging in die Gemeinde Berg. Und: Zum ersten Mal wurde eine Erbengemeinschaft ausgezeichnet, bestehend aus den vier Familien Nagel zu Aichberg, Bering, Keitlinghaus und Breitenbach. Vier Generationen leben dort zeitweise unter einem Dach, meist im Sommer, im Winter ist die Villa mangels Heizung unbewohnt. Besonders hob Ursula Scriba hervor, dass Felix Keitlinghaus, von Beruf Schreiner, viel an dem denkmalgeschützten Haus selbst macht. „Die Geduld und das Engagement im Umgang mit dem ehrwürdigen Gebäude ist vorbildhaft“, sagte Scriba bei dem kleinen, aber feinen Festakt.

Der Gabriel-von-Max-Denkmalpreis hat eigentlich einen traurigen Hintergrund: Anlass für seine Verleihung ist die Tatsache, dass ein besonders schönes Exemplar, die Villa des Malers, Darwinisten und Spiritisten Gabriel von Max (1840 – 1915) in Ammerland, mangels Interesse der Eigentümer vor aller Augen zusehends verfällt. Doch statt darüber zu klagen, prämiert der Ostuferschutzverband (OSV) lieber Besitzer von Denkmälern, die es besser machen. Dazu gehörte bislang der Gorythomahof der Familie Strobl in Weipertshausen (2014), das Handwerkerhaus der Familie Wagner in Ammerland (2015), das Schloss Ammerland von Werner Döttinger (2016) sowie der Eierwastl der Familie Noppes in Degerndorf (2017). Jedes einzelne Beispiel zeigt, dass es geht, wenn man will. „Mit diesem Preis sendet der Ostuferschutzverband ein Signal rund um den See“, sagte der Münsinger Bürgermeister Michael Grasl. Und noch etwas hob er hervor: „Wer Denkmäler erhält, stellt übergeordnete Interessen über die eigenen.“ Und das sei heutzutage die absolute Ausnahme

Nicht zu vergessen: Der Abend wurde auch musikalisch begleitet, von Therese Hahn an der Violine und OSV-Mitglied Johannes Umbreit am Klavier. Ihre Mozart-Sonate und ihre Schumann-Romanze schmeichelte dem Ohr, wie der Anblick der Rambaldi-Villa dem Auge. Es war eben ein Abend in Aufkirchen, der dem Schönen gewidmet war.

 

Die Geschichte des Hauses

Die Geschichte des Hauses ist natürlich eng mit der des Allmannshauser Schlosses verknüpft, das heute dem Freistaat gehört und an die Religionsgemeinschaft „Wort des Lebens“ verpachtet ist. Der Pate der Bewerbung, Juror Manfred Stecher aus Münsing, hat einiges aus der Historie von Schloss und Villa zusammengetragen. Eine wichtige Rolle spielte demnach die international gut vernetzte Adelsfamilie Hörwarth, die 1696 das Schloss hatte errichten lassen. Sie ließ etwa 1780 auch die kleine Villa für die Jäger und möglicherweise auch Förster anlegen. 1800 erlosch das Geschlecht, durch Erbteilung gingen große Teile von Allmannshausen an die Familie Rambaldi.

1880 trat der Chemieunternehmer Christoph Heinrich Böhringer auf den Plan: Er ließ das Ensemble im Stil der Neo-Renaissance umbauen und verhalf ihm zu dem Aussehen, das es auch heute noch hat. 1883 heiratete der Schriftsteller Karl von Rambaldi die Böhringer-Tochter Mathilde. Deren Tochter, die ebenfalls den Namen Mathilde trug, heiratete in Erster Ehe Heinrich von Nagel zu Aichberg, der im Ersten Weltkrieg fiel. Diesen Namen trägt heute noch die älteste der acht Eigentümer, die 103 Jahre alte Gabriele von Nagel zu Eichberg, die die Verleihung des Preises sichtlich genoss.  vuVilla Rambaldi in Allmannshausen