Leserbrief von Anatol Regnier zur Situation in Ambach

Anatol RegnierSchlaganfallklinik statt Wohnstift
– starke Argumente für Plan B

Wer eine Schlaganfallklinik aufsucht, hat nur ein Ziel: möglichst schnell und möglichst umfassend wieder gesund zu werden. Lärm und  Betriebsamkeit stören, Ruhe und Natur tun gut. Das ehemalige Wiedemann-Kurgelände erfüllt diese Voraussetzungen perfekt. Seine abgeschiedene Lage ist ein Bonus, das Ambacher Dorfleben erst in zweiter Linie wichtig. Patienten kommen mit dem Auto an und fahren mit dem Auto ab, der steile Anfahrtsweg spielt für sie keine Rolle. Für die Menschen der Region ist ist eine Schlaganfall-Klinik in erreichbarer Entfernung beruhigend und unter Umständen lebensrettend. Standort und Nutzung passen zusammen, ergänzen und unterstützen einander.

Nicht so im Fall des Senioren-Wohnstifts.

Wer in einSenioren-Wohnstift zieht, sucht Perspektive und Lebensqualität. Die abgeschiedene Höhenlage des Ambacher Kurgeländes ist hier ein Malus. Wer ins Dorf will, muss den Berg hinab und wieder hinauf, was mit zunehmendem Alter, zumal im Winter, nicht leichter wird. In Ambach gibt es kein Geschäft, keine Sparkasse, keine Apotheke, keine Eisdiele, Konditorei oder Bäckerei, keinen Friseur, keinen Lebensmittelmarkt und außer zwei Gaststätten und einem sporadisch geöffneten Kiosk wenig, was Menschen, die am Leben teilhaben wollen, wünschen oder brauchen. Daran wird sich nichts ändern, denn Ambach soll nach dem Rahmenplan der Gemeinde und dem erklärten Willen seiner Einwohner seinen einfachen, dörflichen Charakter behalten. Wer einkaufen will, muss nach Münsing, Seeshaupt, Wolfratshausen oder Starnberg, mit Privatauto (wieviele Senioren haben eines oder fahren noch?) oder mit klinikeigenem Transport (der organisiert werden muss und der Unabhängigkeit schadet) oder (mühsam) mit öffentlichen Verkehrsmitteln.  Entsprechende Einrichtungen auf dem Klinikgelände vergrößern das Bauvolumen und verstärken für die Menschen, die permanent dort wohnen und Abwechslung suchen, das Gefühl der Isolation. Fazit: Standort und Nutzung passen nicht zusammen, stehen gegeneinander, behindern einander.

Starke Argumente also für Plan B. Nicht zuletzt wegen der Akzeptanz in der Ambacher Bevölkerung. Rückenwind statt Gegenwind – klingt das nicht verlockend?

Anatol Regnier

Veröffentlichung: Isar Loisachboten und Wolfratshauser SZ am 09.10.2017

 

Stellungngahme des OSV zur Gemeinderatssitzung am 27. September 2017

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

der OSV sendet Ihnen vor der heutigen Gemeinderatssitzung eine Stellungnahme, die wir Sie bitten, zu Gunsten der Zukunft unserer Gemeinde und im Besonderen Ambachs zu berücksichtigen und zu verlesen.

Vorab: Jedes Entgegenkommen von Baumasse und Bauhöhe gegenüber Investoren wendet sich langfristig gegen die hiesige Bevölkerung. Mit jedem Kubikmeter mehr Raum, der pro Grundstücksfläche genehmigt wird steigt der Wert der hiesigen Bodenpreise. Beim Erbschaftssteuerbescheid gibt es dann das böse Erwachen.

Alternativvorschlag KWA: Der OSV begrüßt die Initiative der KWA einen Alternativvorschlag vorzulegen, der die vom Gemeinderat befürwortete und vom LRA mit Bescheid anerkannte Bauvoranfrage wieder aufgreift. Dieser Vorschlag ist der mildere Eingriff in das Gelände, den Baumbestand, die Dorfstruktur und in die Kulturlandschaft. Die bauliche Entwicklung ist klar erkennbar und wird in jedem Fall den Istbestand Wiedemannklinik nicht übertreffen. Die Bodenberührungen sind bereits erfolgt, die Bäume können stehen bleiben. Nicht nur aus ökologischen Gründen sondern auch aus Gründen der Wirkungen auf den Ort, entstehen keine neuen, nicht untersuchten Folgen für den Ort Ambach mit seinen 320 Einwohnern. Die Nutzung Gesundheitszentrum kann von der Art der Nutzung (Klinik) keine Bauwünsche (Wohnen) in der Umgebung wecken.

Vorschlag KWA: Besorgt sieht der OSV das Vorhaben Wohnstift, da keine weiteren Klärungen erkennbar sind (Erschließung, Parkplätze, Feuerwehranfahrt, Baumschutz, Störungen des Landwirtschaftlichen Betriebs, verkehrliche Erschließung.). Die geforderte Verringerung der Wohneinheiten fehlt, gefordert sind 60 statt 80 WE. Bis jetzt liegen uns keine Zahlen vor, die die Wirtschaftlichkeit der 80 Wohneinheiten belegen. Die Baumasse und –Höhe ist nicht eindeutig fixiert: Das Vorhaben soll sich einfügen. Der gegenwärtige Planungsstand ist noch nicht reif für einen Aufstellungsbeschluss, insbesondere da die Baumasse unbestimmt ist. 

Tagesordnung: Wir bitten um eine Änderung der Tagesordnung. Aus unserer Sicht sollten die beiden Vorschläge des KWA gegeneinander abgewogen werden. Sollte der Alternativvorschlag zum Tragen kommen, braucht die Gemeinde keinen Aufstellungsbeschluss, das Vorhaben ist städtebaulich bereits geordnet.

Ursula Scriba, Vorsitzende des OSV
Als Gemeinderätin schließe ich mich den Anregungen des Vorstands an.

Ammerland, 27.09.2017

Einladung Ostuferspaziergang Oskar Maria Graf

Mein bester Spezi ist der Kramerfeichtmartl gewesen …

Dienstag, 17.10.2017 | 16:00 Uhr

Ein Spaziergang durch Berg mit Katja Sebald
Menschen und Orte im Werk von Oskar Maria Graf

Ludwig II. war schon ein paar Jahre nicht mehr bayerischer König, als im Berger Bäckerhaus, nur ein paar Schritte vom königlichen Schloss entfernt, Oskar Graf geboren wurde. In den Erinnerungen der Dorfbewohner blieb der unglückliche König noch lange lebendig. Nicht nur er sollte später in den Erzählungen des Schriftstellers Oskar Maria Graf auftreten, sondern auch andere mehr oder weniger bekannte Bewohner Bergs. Viele Textpassagen lassen sich an noch heute bestehenden Gebäuden wie auch Familiennamen verorten.

Treffpunkt: Oskar Maria Graf Stüberl, Grafstraße 9, 82335 Berg
Dauer ca. 90 min.

 

Einladung zur Besichtigung des Hofgutes Karpfsee

der Stiftung Nantesbuch mit dem Architekten Prof. Florian Nagler und dem Kuhstall in Thankirchen

Freitag, den 22. September 2017 um 15 Uhr

Auf     dem     Gelände     der     Stiftung     Nantesbuch      bilden     die    Standorte     zweier  ehemaliger landwirtschaftlicher Güter den Ausgangspunkt für die baulichen Entwicklungstätigkeiten der Stiftung Nantesbuch.  Auf dem  Grund  der  ehemaligen  Hofstelle  Karpfsee  wurde  das Lange  Haus  als Landwirtschaftsgebäude  und Veranstaltungshaus  gebaut. Florian Nagler greift hier bewusst auf historische Dimensionen und Formen zurück. Ein sorgsamer und verantwortungsvoller Umgang mit Natur und Landschaft bildet die Basis für alle baulichen Unternehmungen der Stiftung Nantesbuch. Dass es bei landwirtschaftlichen Gebäuden, die vor allem funktional und kostengünstig sein sollen auch um architektonische Qualität geht, zeigt Florian Nagler mit dem Kuhstall in Thankirchen, den wir anschießend besuchen, Da der Kostenrahmen eng gesteckt war, entstand die Idee, das Holz für die Hauptkonstruktion aus dem Wald der Bauherren zu entnehmen und die Bauarbeiten größtenteils in Eigenleistung auszuführen. Für den Entwurf bedeutete dies, dass die Konstruktion so einfach wie möglich gehalten sein musste.

Treffpunkt: Stiftung Nantesbuch, Karpfsee 12, Langes Haus, D 83670 Bad Heilbrunn Bitte melden Sie sich an unter osv-vorstand@scribaup.de, Tel. 08177/92310

Kurzprotokoll Mitgliederversammlung 6.7.2017

Mitgliederversammlung am 06.07.2017 im Gasthof Limm, Münsing

Der Bürgermeister der Gemeinde Münsing Michael Grasl gab dem Ostuferschutzverband die Ehre seines Besuchs und eines Grußwortes. Er führte aus, dass die Aufgaben des Gemeinderats und der Gemeindeverwaltung sehr vielseitig seien:

  • Neues Verkehrskonzept zur Entlastung der Orte
  • Wasserversorgung und Hochwasserschutz in Ammerland und Degerndorf
  • Sozialer Wohnungsbau (ehem. Milchhäusl nach Protest der Anlieger mit reduziertem Baukörper; ebenso Neubau der VR-Bank in der Ortsmitte Münsing)
  • Boden- und Mietpreise steigen ins Uferlose, das heißt auch verdichtete Bebauung
  • Pallaufhof mit Rathaus und Bürgerhaus
  • Planung einer neuen Turnhalle im Sportgelände am Hartlweg
  • Ausbau der Straße nach Holzhausen mit Widerständen von Anrainern
  • Abgeschlossene Planung des Radwegs Münsing-Weipertshausen
  • Planung Seestraße: Bisher Kreisstraße, bei Übernahme durch die Gemeinde entstehen Kosten zu ihren Lasten und es gibt Auseinandersetzungen mit den Anwohnern
  • Gelbe Tonne wird im Landkreis kommen
  • LED-Straßenbeleuchtung spart 80% Stromkosten
  • Finanziell geht es der Gemeinde gut, aber es kommen große Projekte

Ein besonders intensiv diskutiertes Thema ist das Gelände der ehemaligen Wiedemannklinik in Ambach.

Der Bürgermeister erklärt, dass nach zwei Bürgerversammlungen und heftiger Kritik aus der Bevölkerung, der Initiative Ambach und des OSV die Kriterien neu festgelegt werden. Der vorgestellte Testentwurf mit massiver Bebauung ist hinfällig und wird durch neue Pläne verschiedener Architektur-Büros ersetzt, was vom KWA zu bezahlen ist. Bauausschuss und Gemeinderat werden sich damit befassen und ein „Eckpunktepapier“ erstellen. In jedem Fall entscheidet die Gemeinde und nicht das KWA. Die sich ständig wiederholenden Argumente sind wenig hilfreich. Gemäß GR-Beschluss ist ein Wohnstift erwünscht. Die Untere Naturschutzbehörde wird involviert: Der Baumschutz steht im Fokus. Herr Grasl wirbt um Vertrauen und verspricht die größtmögliche Transparenz.

Die Diskussion in der Versammlung zeigte im Wesentlichen, dass 2 Lager bestehen. Eine Minderheit verfolgt die Idee, man könne den Abriss der Gebäude und die Herstellung einer „Grünen Wiese im Außenbereich“ erreichen. Die deutliche Mehrheit und der Vorstand des OSVs geht von den Tatsachen eines Gemeinderatsbeschlusses (ein Wohnstift ist erwünscht) , vom grundgesetzlich geschützten Besitzstand des Eigentümers (KWA) und von der Notwendigkeit eines Kompromisses aus. Allerdings ist die Bedingung dafür eine erhebliche Reduktion der Baumasse im Vergleich zum vorgelegten Testentwurf (keine 80 Wohneinheiten), mit dem Ortsbild von Ambach verträgliche architektonische Gestaltung, eine Schonung des Baumbestandes, u.a.

Frau Scriba verweist auf den Vorstandsbeschluss (s. Merkur Leserbrief auf der Homepage des OSV, www.ostuferschutzverband.de ), nachdem der OSV einen „Runden Tisch“ befürwortet, um von den ursprünglichen Baumassen wegzukommen.

Im weiteren Verlauf berichtete Frau Scriba für den OSV Vorstand u.a. von

  • Bemühungen um verträgliche Lösungen für das Milchhäusl und den Bau der VR-Bank, Münsing
  • Ökoflächen zur Sanierung flurbereinigten Grünlands (Ausgleichsflächen)
  • Die fortgeschrittene Sanierung und Restaurierung der Schlosskapelle, Ammerland
  • Den Beschluss des Landratsamtes Bad-Tölz-Wolfratshausen, die Villa Max mindestens einmal jährlich zu kontrollieren, um notwendige Maßnahmen feststellen zu können.

Veranstaltungen des Arbeitskreises Kultur (Petra Schulze und andere) sind auf der Homepage des OSV einsehbar  Am 16.05.2017 gab es im Schloss Kempfenhausen ein mitreißendes Benefizkonzert von und mit Johannes Umbreit und Anne Weber zu Gunsten der Schlosskapelle, das leider als urheberrechtlich bedingt interne Veranstaltung nur mäßig besucht war und in größerem Kreis wiederholt werden soll.

Herr Stecher erläuterte den Kassenbericht; die gewählten Kassenprüfer (Herr Fritz Noppes und Alexander Freiherr von Schrenck-Notzing) fanden keine Beanstandungen und lobten die vorbildliche Arbeit. Auf Antrag eines Mitglieds erteilte die Mitgliederversammlung dem Vorstand und den Kassenprüfern Entlastung bei Enthaltung nur der Vorstandsmitglieder und ohne Gegenstimmen.

Abschließend folgte der hochinteressante und mit viel Beifall honorierte Vortrag des Geografen Johannes Martin Müller: Das Starnberger Seenland – eine Darstellung der historischen Kulturlandschaft.

Ursula Scriba, 1.Vorsitzende                                   Ammerland, 18. Juli 2017

 

 

Einladung Denkmalpreis

Gabriel von Max Denkmalpreis 2017
Einladung zur
Verleihung am 27. Juli 2017
um 19.30 Uhr im Landgasthof Berg,

82547 Berg bei Eurasburg, Schmiedberg 2 – Parkplatz vor dem Gasthof

Programm

Musikalische Umrahmung:
Moritz Blockinger, Degerndorf spielt auf mit der Ziach
***
Begrüßung Ursula Scriba
***
Grußwort des Bürgermeisters
***
Festvortrag: Dr. Vinzenz Dufter, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege
***
Werkstattbericht
***
Verleihung des Gabriel von Max Denkmalpreises

 

Vernünftiger Austausch von Argumenten


Gemeinde INFO aus dem Gemeindeblatt Münsing Aktuell 2/2017

Bürgerversammlung am 24. April 2017 im Gemeindesaal:

Die in der Gemeinderatssitzung vom 14. 2. 17 beschlossene außerordentliche Bürgerversammlung zur Neubebauung des Geländes der ehemaligen Wiedemann-Klinik durch das Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) fand großen Widerhall in der Münsinger Bevölkerung. Unter der Moderation von Bürgermeister Michael Grasl entspann sich eine lebhafte Diskussion, an der sich neben Mitgliedern des vollständig angetretenen Gemeinderats auch zahlreiche Bürger beteiligten.

 

Zunächst begrüßte Bürgermeister Grasl die zahlreich anwesenden Vertreter des KWA, darunter die Vorstände Dr. Stefan Arend und Horst Schmieder und den Architekten und Stadtplaner Christian Weigl vom Büro Goergens, Miklautz und Partner.

In einer kurzen Einführung bittet Bürgermeister Grasl um eine faire Diskussion, ehe er sich auf die fachliche Ebene begibt: Zu einer Wiederbelebung des seit zwölf Jahren brachliegenden Areals sollten Interessenten angehört werden und eine verträgliche Klinik-verwandte Nachnutzung geprüft werden. Diese Bemühungen seien allgemein bekannt gewesen, und niemand hätte sich daran gestört, aber, so Grasl: „Seit etwa einem Jahr gibt es eine teilweise aufgeheizte Diskussion, ohne dass ein Verfahren in Gang gesetzt wurde. Ein Zeit- und Aktionsdruck wurde von der Gemeinde nicht aufgebaut.

 

Die öffentlichen Gemeinderatssitzungen vom 14. Februar und 7. März 2017 dienten einer ersten Information für Gemeinderat und Öffentlichkeit über die grundsätzliche Eignung des Grundstücks, ein Areal, das über Jahrzehnte eine Sonderfunktion hatte und auch unter den Augen der Anwohner und Behörden erweitert worden ist. Es ist aufwändig, die vielen Maßnahmen zu rekonstruieren, denn die Planunterlagen liegen nicht vollständig vor. Nach all den Jahren hat nun ein Käufer, das KWA, Hauptflächen dieses Grundstücks erworben.

KWA hatte noch nie die Gelegenheit, sich öffentlich einem größeren Zuhörerkreis vorzustellen. Das soll heute nachgeholt werden.” Im Folgenden Auszüge aus dem von Schriftführer Stefan Lanzinger erstellten Protokoll des Abends:

Präsentation des Kuratoriums Wohnen im Alter: Das KWA wird anhand verschiedener Themen, wie z. B. Rechtsform, Geschäftszahlen, Unterschiede eines Wohnstifts zu anderen Senioreneinrichtungen und Statistiken zu den Bewohnern vorgestellt.

Das Leben im Rupertihof, einem KWA-Stift in Rottach-Egern, schildert die Hausleitung, Frau Brandl-Thür, mit einer PowerPoint-Präsentation. Danach beantworten Vertreter des KWA Fragen aus dem Publikum und verweisen zusätzlich auf das am Eingang ausgelegte Informationsmaterial.

Erläuterungen zum Testentwurf durch Christian Weigl

Im Hinblick auf die fortgeschrittene Zeit beschränkt sich Herr Weigl auf die wesentlichen Aussagen des Testentwurfs. Ergänzt werden die Ausführungen zum Testentwurf mit einer überschlägigen Flächenermittlung samt einer Gegenüberstellung der Grundfläche, der Kubatur, der Wohneinheiten und der Stellplätze im Bestand, im Vorbescheid sowie im Testentwurf. Ebenfalls neu ist eine Zusammenstellung aller bisher vorgebrachten Bedenken, Einwände, Anregungen und Fragen sowie eine gemeinsame Stellungnahme aus Sicht des Stadtplaners und der Bauverwaltung hierzu.

Erläuterungen durch Architekt Sebastian Wiedemann von der „Initiative Ambach” 

Herr Wiedemann stellt zunächst klar, dass die Initiative Ambach nicht grundsätzlich gegen das geplante Wohnstift der KWA sei. Aus Sicht der Initiative ist das „Wie“ entscheidend. Es handle sich um das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Gemeinde Münsing, gibt Herr Wiedemann zu bedenken. Er kritisiert die Höhenentwicklung und verweist darauf, dass eine Baugenehmigung aus dem Jahr 1998 nicht realisiert wurde. Somit dürfe diese Genehmigung nicht im Vergleich zwischen Bestand und Neubebauung als Grundlage dienen. Er stellt fest, dass auch unterirdische Gebäudeteile Teil der überbauten GR sein müssen. Er gehe ferner davon aus, dass die im Testentwurf dargestellten Stellplätze nicht ausreichen. Anhand einer Präsentation spricht er sich in seinem Fazit für maximal 55 bis 60 Wohnungen in einer offenen Bauweise aus, die sich in Dichte, Größe und Höhe in das Ortsbild eingliedert. Zwei der bestehenden Gebäude könnten aus seiner Sicht für das Wohnstift umgenutzt werden. Er fordert mit Nachdruck einen Realisierungswettbewerb – für ihn die einzige Möglichkeit, eine qualitativ hochwertige Planung sicherzustellen.

Im Anschluss an die Ausführungen von Herrn Wiedemann regt Bürgermeister Grasl dringend an, dass eine sachliche Diskussion zwischen den Fachleuten geführt wird, damit alle Einwände, Anregungen und Fragen geprüft bzw. beantwortet werden können. Er gehe davon aus, dass das KWA und die Gemeinde Münsing weiterhin kompromissbereit bleiben und hoffe auf eine Annäherung aller Beteiligten.

Wortmeldungen, Wünsche und Anträge:

 Martin Ehrenhuber, CSU Ortsvorsitzender:

Herr Ehrenhuber erkennt eine große Chance für die Gemeinde durch das geplante Vorhaben und bezeichnet das KWA als einen seriösen und zuverlässigen Partner. Er fragt, ob ein Kontingent für Gemeindebürger, ggf. auch sozial Schwächere, Berücksichtigung finden könne, mit wie vielen Mitarbeitern die KWA rechnet und wo diese wohnen sollen. Er verweist auf die höheren Lebenshaltungskosten am geplanten Standort und fordert, dies in einer entsprechenden Lohnstruktur zu berücksichtigen. Abschließend möchte er noch wissen, was passiert, wenn der ambulante Pflegedienst bzw. die Tagespflege nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben ist.
Antwort des KWA:
Ohne eine Tagespflege oder einen ambulanten Dienst funktioniert ein Wohnstift nicht. Somit können diese Leistungen dauerhaft garantiert werden. Ausreichendes und geeignetes Personal ist nur zu finden, wenn faire Löhne bezahlt werden. Im Rupertihof Rottach-Egern sind z. B. Dienstzimmer vorhanden. 

Mechthild Felsch, Seniorenbeirätin:

Frau Felsch verweist auf den sehr angespannten Arbeitsmarkt im Bereich Pflege, sieht aber auch dringenden Bedarf für eine Kurzzeittagespflege. Im AK Soziales wurde zudem wiederholt der Wunsch nach Seniorenwohnungen geäußert. Insbesondere sollte aber auch für sozial schwächere Personen eine gewisse Anzahl an Wohnungen reserviert werden.
Antwort des KWA:
Plätze mit Sonderkonditionen gibt es z. B. bereits in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt in München. Solche Regelungen sind auch mit der Gemeinde Münsing denkbar. Auch Mitarbeiterwohnungen sind an anderen Standorten vorhanden.

Waldtraud Bauhof, Herausgeberin Seniorenkompass und Mitglied des Seniorenbeirats des Landkreises:

Frau Bauhof bezweifelt, dass die vorhandenen Kapazitäten der ambulanten Pflegedienste für das geplante Vorhaben ausreichen.
Antwort des KWA: Die KWA wird selbstverständlich einen eigenen ambulanten Pflegedienst gründen. Dennoch haben alle Bewohner die freie Wahl, welchen ambulanten Dienst sie wählen.

Josef Bierbichler, Ambach:

Herr Bierbichler verweist auf den Widerspruch des geplanten Vorhabens zum Rahmenplan. Aus seiner Sicht ist das Vorhaben nicht verträglich bzw. unverhältnismäßig für Ambach. Zudem wird der Ort „verschandelt“. Er verweist auf zahlreiche schlechte Beispiele rund um den See. 150 Neubürger sind deutlich zu viel für Ambach. Er vergleicht das mit einer „feindlichen Übernahme“. Zudem fürchtet er Folgen für die benachbarten, derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Flächen. Wie will die Gemeinde verhindern, dass auch diese bebaut werden?

 

Architekt Christian Weigl:

Herr Weigl verweist auf die Bestandsbebauung und den genehmigten Vorbescheid für eine Kliniknutzung. Die vorhandene Bebauung ist schon bisher eine Sonderform, die deshalb im Rahmenplan nicht abgebildet wurde. Dieser befasst sich hingegen mit der ortstypischen Bebauung entlang des Seeufers. Die Gemeinde versucht nun, die bestehende Situation ortsplanerisch aufzuwerten. In diesem Zusammenhang wiederholt Herr Weigl, dass der sog. Testentwurf das Ziel habe, zu klären, ob die vom Eigentümer gewünschte Nutzung nach städtebaulichen Gesichtspunkten auf vertretbare Weise umsetzbar ist, und welche Vorgaben von der Gemeinde für eine spätere Planung gemacht werden müssen. Der Testentwurf stelle keine vollständige oder abgeschlossene Planung dar, vielmehr solle lediglich die Machbarkeit des Vorhabens überprüft werden. Überdies solle der Testentwurf die öffentliche Diskussion anhand eines konkreten Beispiels ermöglichen.

 

Dr. Kurt Gustav Neumeister, München

Herr Dr. Neumeister sieht keinerlei Notwendigkeit für eine neue „Bausünde“. Der Gemeinderat kann aus seiner Sicht völlig frei entscheiden, inwiefern er eine Wohnbebauung zulassen will. Der Grundstückseigentümer habe keinen Anspruch darauf, da die vorhandene Bestandsbebauung keinerlei Auswirkungen auf eine künftige Bebauung hat. Zudem laufe die Gültigkeit des Vorbescheids in fünf Monaten ab. Die Gemeinde könne hingegen prüfen, eine eigene Einrichtung zu schaffen und somit unabhängig von einem Investor zu sein. Sofern das KWA weiterhin auf mindestens 80 Wohnungen besteht, ist der Standort in Ambach aus Sicht von Dr. Neumeister nicht geeignet. Er regt an, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vom KWA zu fordern.

 

Peter Hacker, Münsing:

Auf das erforderliche Bebauungsplanverfahren, das bis ins Detail vorgeschrieben sei, verweist Herr Hacker. In diesem Verfahren würden standardmäßig alle Einwände und Anregungen geprüft sowie alle Fragen beantwortet.

Dadurch werde eine qualitativ hochwertige Planung garantiert. Der vorliegende Testentwurf könne diesen Planungsprozess nicht vorwegnehmen. Er verweist auf den Architektenwettbewerb,der Ende der 90er Jahre für das Sportzentrum durchgeführt wurde sowie auf die sehr aufwändigen Formalitäten die ein Wettbewerb mit sich bringe. Die Erfahrungen aus diesem Verfahren seien vielen Beteiligten noch bestens vertraut. Mit den Folgen dieses Wettbewerbs habe die Gemeinde lange zu kämpfen gehabt.

 

Johannes Umbreit, Weipertshausen:

Herr Umbreit hält das geplante Schwimmbad für verzichtbar und erinnert an die Bewertung von Schwimmbädern im Zusammenhang mit privaten Bauvorhaben. Der Gemeinderat habe diese in der Vergangenheit stets kritisch beurteilt.

 

Martin Ehrenhuber, CSUOrtsvorsitzender:

Herr Ehrenhuber verweist auf den Konflikt zwischen der Wirtschaftlichkeit des Betriebs und der Verträglichkeit der hierfür notwendigen Baumasse.

 

Sebastian Wiedemann, Ambach:

Herr Wiedemann erkennt im Gegensatz hierzu ein Risiko, sofern die KWA ein Überangebot an Wohneinheiten schaffen würde.

 

Helge Strauß, Gemeinderat aus Ammerland:

Herr Strauß erkennt bei einer Nutzung als Wohnstift keinen Unterschied zur früheren Klinik im Hinblick auf die Baumasse und ihre Wirkung auf das Ortsbild. Er spricht sich unabhängig hiervon vehement für einen Realisierungswettbewerb aus, da er Alternativplanungen für zwingend notwendig halte.

 

Dieter Wiedemann, Ambach:

60 Wohnungen müssten aus Sicht von Herrn Wiedemann auf jeden Fall auskömmlich sein. Die Forderungen des KWA müssten deshalb vom Gemeinderat noch einmal hinterfragt werden.

 

Ursula Scriba, Gemeinderätin aus Ammerland:

Für einen Wettbewerb spricht sich auch Frau Scriba aus. In einer Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten könnten dann alle Bürgerinnen und Bürger die beste Lösung besichtigen.
Antwort des KWA: Man sei weiterhin bereit für einen Realisierungswettbewerb. Dass verschiedene Ideen bzw. Varianten geprüft werden, kann KWA garantieren. Auf Grund der Erfahrungen an anderen Standorten geht KWA von maximal 90 bis 95 Bewohnern aus. Ein Wohnstift mit 80 Wohnungen wäre das kleinste, das die KWA jemals gebaut hat. 80 Einheiten seien wegen der notwendigen Infrastruktur das Minimum für einen funktionierenden Betrieb. Unter dieser Mindestgröße könnten auch die gewünschten Leistungen der Gemeinde, wie beispielsweise Tagespflege oder ambulanter Pflegedienst, nicht angeboten werden.

 

Arch. Norbert Koch:

Herr Koch empfiehlt der Gemeinde einen beschränkten Architektenwettbewerb. Um 23:30 Uhr schließt der Bürgermeister die rundum gelungene Bürgerversammlung mit einem Dank für die Aufmerksamkeit und die sehr lebhafte und faire Diskussion.

 

Bürgerversammlung

am 30. 5. 2017

KWA erneut Thema

Neben anderen Themen wie der Wohnbebauung am Pallaufhof trat die geplante Nutzung des ehemaligen Sanatoriumsgeländes in Ambach auch bei der Bürgerversammlung in den Mittelpunkt der Diskussion.

Es wurde von Seiten einiger Bürger der Wunsch nach mehr Dialog in Form z. B. eines Runden Tisches geäußert, was von KWA-Vorstand Dr. Arendt als durchaus sinnvoll bewertet wurde. Der Gemeinderat wird auf die diversen Anregungen eingehen und dafür sorgen, dass weitere Projektvarianten von anderen Planern erarbeitet werden. Die Gemeinde wird auch mit allen Beteiligten – in welcher Form auch immer – im Gespräch bleiben.

Leserbrief zur Berichterstattung über die Bürgerversammlung in Münsing am 30.05.2017, betreffend das KWA-Projekt

 

„Was sagt der OSV zum Projekt des Seniorenstifts der KWA in Ambach?“ war die mehrfach formulierte Frage. Der Vorstand des OSV befürwortet den von Fritz Noppes, Degerndorf, vorgeschlagenen Runden Tisch. Das Vorhaben ist sehr komplex, Grund und Boden sind kostbar und nicht vermehrbar. Deshalb muss mit den vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll und qualitätsbewusst umgegangen werden. Wir haben die Erde von unseren Vorfahren geerbt und müssen sie für unsere Kinder, Enkelkinder und Urenkel mit Bedacht verwalten, anstatt sie durch ungezügelte Bebauung zu verbrauchen. Deshalb ist es unfair den künftigen Generationen im Übermaß die Möglichkeit zu nehmen, selbst zu entscheiden, was in ihrer Zeit zu tun ist.

Die bevorstehende Arbeit des Runden Tisches, die auch Bürgermeister Grasl begrüßt, sollte aus unserer Sicht durch fachkundige, professionelle Moderation unterstützt werden. Es sollten folgende kardinale Fragen bearbeitet werden: Einfügen in die bauliche Umgebung Ambachs, Erhalt des Baumbestandes, neue verkehrliche Belastung von Münsing, Holzhausen und Ambach, Parkplätze, Folgen für die Landwirtschaft, Soziale Auswirkungen wie Bedarf von Pflegekräften sowie notwendigen weiteren Arbeitskräften und deren Wohnbedürfnisse bei derzeit knappsten Angebot im Landkreis, realistische Abschätzung wirtschaftlicher Erfolge etc., das Bauchgefühl reicht nicht!

Die grundlegende Vorbereitung eines Wettbewerbs als einzig empfehlenswertem Mittel bei der Vielzahl an Fragen, mit einer fundierten Auslobung, verbunden mit dem Angebot verschiedener Vorschläge erfahrener Architekturbüros, idealerweise einem Städtebaulichen Ideenwettbewerb und einem nachfolgenden Realisierungswettbewerb rückt eine wünschenswert gestaltete Erweiterung Ambachs näher.

Ein besonderes Augenmerk legt der OSV dabei auch auf die Frage und Sorge: Entsteht neues Baurecht um das ehemalige Klinikgelände? und: Wie groß soll Ambach werden und wie schnell wachsen?

Ursula Scriba,

  1. Vorsitzende des OSV

 

Einladung zum Ostufer-Waldbesuch für Kinder

Wir treffen uns am Dienstag 6. Juni 2017 um 16:00 Uhr

An der Kreuzung Weipertshauser Straße nördliches Waldende (Ammerlander Wald) (Kinder unter 6 Jahren am besten mit Eltern)

Wir, das sind die 2 Jäger Ursula Scriba und Markus Feigl,
Bildhauer und Waldbesitzer Hannes Neumann,
mit Mechthild Felsch, Laura Scriba und der Hündin Alva.

Wir wollen Tierspuren suchen, Bäume in Herrn Neumanns besonderem Wald erkennen, erfahren wozu die Bäume nützlich sind und jede Menge Entdeckungen machen.

Um 18.00 Uhr können die Eltern die Kinder bei Neumanns in der Fasanerie Ammerlander Wald Nord abholen. Vorher gibt es noch eine Brotzeit und Geschichten von den Tieren aus dem Wald und ein paar Überraschungen.

Wir freuen uns auf Euch, bitte anmelden, ggf. Weg erfragen mit email: osv-vorstand@scribaup.de oder unter Tel. 08177/92310

Ursula Scriba

Antrag zur Bürgerversammlung am 24. April 2017

Verehrter Herr Bürgermeister,

der Gemeinderat hat am 07.03.2017 beschlossen keinen Wettbewerb für das Gelände der ehemaligen Wiedemannklinik durchzuführen, sondern auf Basis des Testentwurfs des Architekturbüros Goergens, Miklautz und Weigl eine Direktvergabe des Investors durchführen zu lassen. Dies bedeutet für die Gemeinde den Verzicht auf sorgfältige, fachliche und professionell gestützte Erarbeitung des Profils des Vorhaben- und Erschließungsplans durch Verzicht auf die Erarbeitung einer Auslobung. Darüber hinaus verzichtet die Gemeinde auf die bei einem Wettbewerb durchzuführende Vorprüfung mit Analysen wie der Wirtschaftlichkeit und statistische Ermittlung des wirtschaftlichsten Entwurfs, Einhaltung der Vorgaben des Auslobers, Analysen der Flächen und  Rauminhalte, Kontrolle der Einhaltung baurechtlicher Vorgaben (z.B. Stellplätze) mit Einhaltung natur- und wasserrechtlicher Vorgaben etc.

Nach § 14 der Geschäftsordnung des Gemeinderats der Gemeinde Münsing und Artikel 18 der Bayerischen Gemeindeordnung stellt der Schutzverband des Ostufers des Starnberger Sees den Antrag Herrn Architekt Sebastian Wiedemann die vollständige Präsentation seiner Analyse des Testentwurfs von Herrn Architekt Weigl zu ermöglichen, damit zumindest eine professionelle Analyse den Gemeinderäten und Bürgern zugänglich gemacht wird.

Vielen Dank für die freundliche Unterstützung einer lebendigen Diskussion der Zukunft Ambachs.

Ursula Scriba
1.Vorstand, Architektin und Stadtplanerin
mit dem Vorstand und Beirat des OSV