Architektur mit Aura

„Häuser erzählen Geschichten“

Von Benjamin Engel, Wolfratshauser SZ, 29. November 2018

Münsing – „Oberambach hatte immer eine besondere Aura“, sagt die Künstlerin Ulrike Weihe, als sie im Café des heutigen Bio-Hotels bei Holzhausen sitzt. Früher war das der Salon ihres Großonkels Eberhard von Kleydorff, der dort bis zu seinem Tod 1987 lebte. Im Raum an der Südseite des Hauses hoch über dem Starnberger See kann sich die 73-jährige Künstlerin noch genau an den Elsässer Schrank und den großen Eichentisch erinnern. Daran saß etwa der marokkanische König, um über politische Fragen zu diskutieren. Genauso lud der Baron Künstler in sein Haus, auch aus dem Kreis des „Blauen Reiter“, wie Wassily Kandinsky. Eberhard von Kleydorff hatte selbst Malerei an der Berliner Akademie studiert und war an neuen kulturellen Ideen interessiert.

Dass der intellektuelle Gedankenaustausch gerade in Oberambach so gepflegt wurde, hängt für Weihe auch mit der Architektur zusammen. Das an das Anwesen angebaute Herrenhaus sei nach den Prinzipien der Geomantie errichtet worden. Diese Lehre soll helfen, den energetisch idealen Platz für ein Haus zu finden. Weihe erklärt, das Gebäude sei so ausgerichtet, dass immer Sonnenlicht in die Innenräume falle. So sei ein geistig anregender Ort der Harmonie zwischen den Menschen entstanden.
Im Jahr 1907 hatte der Karlsruher Oberstleutnant Hans Ebers den Tutzinger Baumeister Xaver Knittl mit den Arbeiten beauftragt. Dessen Familie hatte in der Prinzregentenzeit eines der größten Baugeschäfte in der Region. Vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigte Knittl mehr als 350 Mitarbeiter. Er realisierte mehr als 250 Bauprojekte, darunter allein auf Münsinger Flur das Schlossgut in Oberambach, das Seeheim oder das inzwischen abgerissene Ammerlander Gasthaus Hubertus. Zum Markenzeichen seiner Villen und Landhäuser entwickelte er den „Knittl-Stil“ mit aufwendigem Zierfachwerk.

Als Nachfahrin Stefanie Knittl 2012 den denkmalgeschützten Stammsitz der Familie sanierte, begann sie, die 115-jährige Unternehmensgeschichte zu erforschen und veröffentlichte darüber ein Buch. Im Alten Schulhaus in Holzhausen wird sie ihre Publikation an diesem Freitag vorstellen. Der Ostuferschutzverband hat die Autorin eingeladen. Knittl sagt, sie wolle das Wissen um den Wert der historischen Villenkultur am Starnberger See der Öffentlichkeit wieder bewusst machen. Es mache sie traurig, wie viele der schönen alten Häuser schon verschwunden seien, sagt sie. Deshalb setzt sie sich für den Erhalt dieser besonderen Architektur ein.

In Oberambach freut sich Weihe, dass die Hoteliersfamilie Schwabe die ursprüngliche Bausubstanz nahezu unverändert erhalten hat. Die Einbauten und das Parkett im Salon sind original. Und noch immer faszinieren sie die Führung der Wendeltreppe oder die Stuckornamente an der Decke genauso wie vor Jahrzehnten. Zwischen 1978 und 1986 hatte sie selbst gemeinsam mit ihrem Großonkel in Oberambach gewohnt. Damals existierte noch die alte Bibliothek mit Originalausgaben von Dante, Novalis oder Goethe. Mit ihrem Großonkel diskutierte Weihe über Literatur und Musik, organisierte jeden Herbst selbst kulturelle Veranstaltungen im Haus.

In den Familienbesitz kam es 1919. Damals hatte der Düsseldorfer Generalkonsul Otto Heye das Gut seiner Tochter Angelika zur Existenzgründung gekauft. Sie war mit Baron von Kleydorff verheiratet.

Weihe sagt, ohne die besondere Energie in Oberambach hätte sie ihren künstlerischen Weg kaum gehen können. Sie studierte Grafikdesign und Malerei an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Unter anderem war sie Schülerin bei Joseph Beuys. In ihrem Werk hat sich die heutige Starnbergerin damit beschäftigt, Klang und Bild zu verbinden – und das etwa mit Mitteln des Films umgesetzt. An die Zeit in Oberambach, mit Kutschfahrten durch die verschneite Winterlandschaft, denkt Weihe gerne zurück. „Hier war so eine Lebendigkeit“, sagt sie.

Lesung von Stefanie Knittl aus dem Buch „Häuser erzählen Geschichten“: Freitag, 30. November, 19 Uhr, Altes Schulhaus Holzhausen, organisiert vom Ostuferschutzverband

Ostufer-Waldspaziergang

Einladung zum Ostufer-Waldspaziergang
für Kinder und Erwachsene

Wir treffen uns am Sonntag 25. November 2018 um 14:30 Uhr

An der Kreuzung Weipertshauser Straße nördliches Waldende (Ammerlander Wald, Kinder unter 6 Jahren am besten mit Eltern)

Wir, das sind die 2 Jäger Ursula Scriba und Markus Feigl,

Bildhauer und Waldbesitzer Hannes Neumann

und das Hundemädel Alva.

Wir wollen Tierspuren suchen, Bäume und Sträucher in Herrn Neumanns ehemals gräflichen Wald erkennen, erfahren wozu die Bäume nützlich sind und jede Menge Entdeckungen machen.

Um 16.00 Uhr können die Eltern die Kinder bei Neumanns in der Fasanerie Ammerlander Wald Nord abholen. Zum Abschluss gibt es für die Kinder noch eine gibt es noch eine Stärkung in der Fasanerie bei Maria und Hannes Neumann.
Wir freuen uns auf Euch, bitte anmelden, ggf. Weg erfragen mit email:
osv-vorstand@scribaup.de oder unter Tel. 08177/92310

Ursula Scriba

Ostuferspaziergang bei Familie Ermisch

Sehr geehrte Mitglieder,

heute darf ich Ihnen eine besondere Veranstaltung ankündigen:

Familie Ermisch hat sich in Ammerland eine Haus gebaut, bei dem Herr Oliver Ermisch, der mit seinem Unternehmen im Münsinger Gewerbegebiet zu Hause ist und für Interessenten regelmäßig Energieabende veranstaltet, sein Familienheim vorstellen wird.

Seit vielen Jahren betreibt Herr Ermisch engagiert die Planung energiesparender Projekte. Umso mehr freute er sich, dies konkret im privaten Bereich umzusetzen.

Seit wenigen Wochen ist das Familienheim fertig gestellt, wir Ammerlander dürfen das freundlich erleuchtete Holzhaus als Bereicherung Ammerlands sehen.

Wir haben am kommenden Freitag um 16.00 Uhr die Möglichkeit mehr über die Planung dieses Hauses, Schwierigkeiten und Erfolge vom Bauherrn und Planer erfahren.

Wir rechnen mit ca. 1 Stunde für diese Veranstaltung.

Sie sind herzlich eingeladen:

Freitag, 16.11.2018 am Höhenweg 7 A, Ammerland um 16 Uhr.

Wir freuen uns auf Sie:

Ursula Scriba, Petra Schulze, Mechthild Felsch

Für diese Veranstaltung bitten wir Sie um Anmeldung wegen der sehr begrenzten Plätze. Bitte senden Sie mir eine Mail osv-vorstand@scribaup.de oder rufen Sie mich an unter 08177/92310, die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. U.S.

 

 

KWA und das Ambacher Gefühl

Leserbrief Süddeutsche Zeitung am 30.10.2018
Zu „Streit um Seniorenstift am See“ vom 25. Oktober:

Benjamin Engel schreibt in seinem Artikel „Streit um Seniorenstift am See“ ganz richtig: Den Anwohnern sind 80 geplante Wohneinheiten zu viel. Die Bürger haben sich im Sommer in ihren Bedenken und Anregungen klar geäußert: „80 Wohneinheiten sind zu viel, es muss abgespeckt werden“. Jeder bebaute Quadratmeter erhöht die Grundstückspreise. Einheimische wissen nicht mehr, wie sie ihr Erbe gerecht aufteilen sollen und müssen tradierte Familiensitze verkaufen. Als Gemeinderätin und Vorsitzende des Ostuferschutzverbandes stehe ich hinter den Bürgern: So habe ich mich auch mehrfach deutlich in der Gemeinderatsitzung vom 23.10.2018 geäußert.

Die Gemeinde selbst ist dem Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) bereits mehrmals in folgenden Schritten entgegengekommen: Erster Schritt: KWA hat das Grundstück erworben mit dem in der Baunutzungsverordnung als „Sonstiges Sondergebiet, hier Gesundheitszentrum, Klinik“, ausgewiesenen Areal. Um dort Seniorenwohnungen zu bauen,muss diese Kategorie geändert werden. Die Gemeinde kam KWA entgegen und hat ihre Bereitschaft erklärt, diese Nutzungskategorie im Flächennutzungsplan zu verändern,um das Vorhaben zu ermöglichen. Zweitens gab es einen Aufstellungsbeschluss am 27. September 2017 zur Aufstellung eines Qualifizierten Bebauungsplanes und damit erhöhtes Baurecht in Toplage am Starnberger See für das Seniorenstift.

Jetzt verlangen wir, wie ich klar in der Sitzung einforderte: KWA specke ab, erarbeite Dir die Überschrift:KWA und dasAmbacher Gefühl.

Ursula Scriba, Ammerland

„KWA, mach’ Deine Hausaufgaben“

Leserbrief Münchner Merkur, Isar Loisachbote vom 26.10.2018

„Architekten machen ihre Hausaufgaben“ vom 25. Oktober, zum geplanten Seniorenwohnstift in Ambach

Vielen Dank für den Artikel von Tanja Lühr. Als Gemeinderätin und Vorsitzende des Ostuferschutzverbandes ergänze ich den Artikel um die entscheidenden Fragen, die ich in der Sitzung stellte.

Für die Bürger, die Mitglieder und mich forderte ich neben dem Thema fehlender Straßenbreite der Erschließung vor allem jedes Architekturbüro auf, die Wohneinheiten, die Baumasse zu reduzieren.

Das engagierte Büro Beer Bembé, Dellinger – das Büro mit dem Ambacher Gefühl, das die Anregungen der Bürger und des KWA (Kuratorium Wohnen im Alter, Anm. d. Red.) arbeitsintensiv aufgenommen hatte – antwortete, dies sei Aufgabe des zukünftigen Bauherrn, des KWA. Deshalb die dringende Aufforderung: „KWA, mache jetzt Du Deine Hausaufgaben – biete den Bürgern die verlangte Reduzierung der Wohneinheiten, der Baumasse.“
Die Gemeinde Münsing kam mit dem Aufstellungsbeschluss für einen qualifizierten Bebauungsplan am 27. September 2017 den Wünschen des Investors entgegen, die Gemeinde ist bereit, den Flächennutzungsplan von der Sondernutzung Gesundheit, Klinik in Wohnen zu ändern und zusätzliches Baurecht auszuweisen. Jetzt muss auch KWA bereit sein, den Bürgern entgegenzukommen. „KWA – mach’ Deine Hausaufgaben!“

Ursula Scriba, Ammerland

Die Baumeister Knittl – Buchvorstellung in Holzhausen

Stefanie Knittl erzählt von den Häusern am Ostufer des Starnberger Sees

Freitag, den 30. November, 19 Uhr
Altes Schulhaus in Holzhausen

Die Baumeisterfamilie Knittl, einst größtes Baugeschäft am Starnberger See, prägte über vier Generationen das Bauen und Wohnen in Oberbayern. Das Buch erzählt die Geschichte der Baumeisterfamilie, ihrer Häuser und Villen sowie der Menschen, die sie bewohnten.onen das Bauen und Wohnen in Oberbayern. Das Buch erzählt die Geschichte der Baumeisterfamilie, ihrer Häuser und Villen sowie der Menschen, die sie bewohnten.

Auf dem Weg zum Wettbewerbsergebnis Bürgerhaus „Neuer Pallaufhof“ Münsing

Mitglieder des Arbeitskreises:
Christiana Biron, Johannes Umbreit, Gregory Prade, Georg Sebald

Mitglieder des Lenkungsausschusses:
Ursula Scriba, Thomas Schurz, Regina Reitenhardt, Ernst Grünwald

– die wichtigsten Schritte und Entscheidungen der Gemeinde in Auszügen

April 2008 Das Gesamtgrundstück wird von der Gemeinde erworben
12.11.2011 1. Klausur des Gemeinderates in Königsdorf
2011 Vorschläge von Kultur veranstaltenden Vereinen wie Holzhauser Musiktage oder OSV
24.01.2013 Round Table Runde von Kulturträgern und Kulturanbietern in Münsing im Hotel-Restaurant Huber am See, protokolliert von Vertretern der Agenda Kultur; erste Äußerung des Raumbedarfs aus Sicht der Kulturvertreter
12. Juli 2014 Der neu gewählte Gemeinderat bildet einen Arbeitskreis primär für die Bedarfsermittlung des neuen Pallaufhofes
Der Arbeitskreis tagte sieben Mal öffentlich

Entscheidungen der Gemeinde in Auszügen

  1. Bedarf Schule und Mittagsbetreuung (Frau Banner)
  2. Bereich Soziales (Frau Reitenhardt, Herr Lohse)
  3. Raumverhältnisse im Rathaus 1978-2014 (Herr Kühn)
  4. Themenschwerpunkt Kultur (Frau Biron und Herr Sebald)
  5. Sichtung und Gewichtung
  6. Vertiefung und Zusammenfassung; Ertüchtigung des Gemeindesaales und Prüfung der Nutzungs- und Sanierungsmöglichkeiten
  7. Vorstellung einer grundsätzlichen Aufstockungsmöglichkeit des jetzigen Rathauses (Studie Adldinger)
10.06.2015 Gemeinsame Sondersitzung des Gemeinderates und des AK Pallaufhof
21.07.2015 Grundsatzbeschluss des Gemeinderates über ein Haus der Kinder und eine Unterbringung der Verwaltung im neuen Pallaufhof
08.03.2016 Projektstudie Büro Adldinger über die Unterbringung des gesamten Raumbedarfs für Rathaus und Saal im neuen Gebäude
09.04.2016 2. Klausur des Gemeinderates in Königsdorf; Beschluss für die Auslobung eines Wettbewerbs:

Vortrag über Wettbewerbe Projektsteuerung

Bedarf aus allen Bereichen wird konkretisiert Saal als Versammlungsstätte

10.02.2017 3. Sonderklausur an einem Freitagnachmittag über Raumbedarf und Thema Versammlungsstätte
Besichtigung des Rathauses und Bürgerhauses in Gilching
27.06.2017 4. Sonderklausur zur endgültigen Abstimmung des Raumbedarfs, zur Nahwärmeversorgung NEU und zur Folgenutzung des Saales sowie zur Einfügung nach § 34 BauGB
23.01.2018 Beratung    und    Beschlussfassung    über    die    Zusammensetzung    des Preisgerichtes für den Architektenwettbewerb zum neuen Bürgerhaus
20.03.2018

 

Erneute Beratung und ggf. Beschlussfassung über die Billigung der Auslobung für den nichtoffenen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil für das Bürgerhaus „Neuer Pallaufhof“ in Münsing im Hinblick auf die Zahl der nachzuweisenden Stellplätze

2. August 2018
Sitzung des Preisgerichts zum Realisierungwettbewerb „Neuer Pallaufhof“
Protokoll der Preisgerichtssitzung

Dokumentation_Realisierungswettbewerb

Stellungnahmen zu den Architektenentwürfen für das KWA-Senioren Wohnstift in Ambach

Stellungnahme zum Workshop Stufe 2 Bebauung des ehemaligen Wiedemanngeländes durch das Kuratorium Wohnen im Alter für Seniorenwohnungen
Vorab sei der Gemeinde mein Dank ausgesprochen für die professionelle, sehr gut organisierte Durchführung des Workshop Verfahrens, für die Vorbereitung eines Qualifizierten Bebauungsplanes für Seniorenwohnungen in Ambach.

Die ausgewählten, erfahrenen und renommierten Architekturbüros zeigten Planungsvorschläge, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung und dem Gelände zeigen konnten.

Zu den zwei in der Entscheidungsphase verbliebenen Entwürfen der Büros Matteo Thun, Mailand
und Beer Bembe Dellinger, Greifenberg am Ammersee:

Städtebauliche Einordnung
Bei den Planungsvorschlägen zeigten die Modelle, wie sich die 2 Entwürfe in die Ambacher Villenstruktur einfügen:
MT Architekten hatten sich das bäuerliche Langhaus als Thema gesucht und in dem östlichsten Gebäude im „Footprint“ des Klinikgebäudes die Hauptmasse ihrer Bebauung konzentriert. Der Großteil der Wohnungen blickt auf den Starnberg.er See, 16 Wohnungen auf den Wald, schade.
2 weitere nord-südlich verlaufende Baukörper ducken sich unter Grasdächern. Die langgestreckten Baukörper entwickeln im Inneren lange, monotone Flure mit hohem Potential sich zu verirren (hier spricht erlebte Erfahrung).
Die alte Villa ist an die Bebauung angefügt, nicht froh und frei.
BBD suchten sich den Villentypus, der sich locker um eine Mitte gruppiert. Das Waldschlösschen als Alleinstellungsmerkmal ist Entree, Treff und Anziehungspunkt in einem.

Mein Votum gilt dem Vorschlag von BBD. Am Modell lässt sich klar erkennen, wie gut sich dieser Entwurf in die lockere Ambacher Villenstruktur einfügt. Bei dem sorgfältig erarbeiteten Wimpasinger Bebauungsplan wies die Grünplanung ausdrücklich auf die Bedeutung der Durchlüftung hin: Bei uns gilt im Sommer Westwind, im Winter Ostwind. Dies ermöglichen die beweglich erscheinenden Pavillons mühelos. Die Wohnungen in den Häusern weisen von allen Seiten reizvolle Seeblicke auf.

MT
Der Gedanke von Metteo Thun ein bäuerliches Langhaus zu errichten, ist in Ambach überraschend. Die Gemeinde hat lediglich ein längeres Gebäude in Münsing, den Pallaufhof, der in 1 der südlich vorgelagerten neuen Wohnbebauung 2-mal gespiegelt wurde. Sonst ist dieser Typ in unserer Hauslandschaft fremd. Die angesprochene Durchlüftung, die mit der Klimaentwicklung an Bedeutung gewinnen wird, ist mit dem Testentwurf nicht möglich.
Für die umfangreichen Baumaßnahmen wird das Gelände weit aufgerissen werden, weshalb ich davon ausgehe, dass der „ Footprint“ neu gesetzt werden muss. Ein weiteres Argument für den Pavillonentwurf.
Gesunde Planung als Planung, die Bestand haben soll im Sinn der Nachhaltigkeit der Anlage – nach ihrer Fertigstellung soll Ruhe einkehren im Dorf. Kein weiterer Verkauf an andere Investoren, keine Umbauten, keine neuen Versuche auf Ambachs Rücken. Was gebaut worden ist soll Bestand haben für lange Zeit – das ist Nachhaltigkeit.
Dies muss ein sehr hohes Planungsziel sein, insbesondere vor dem Hintergrund, das bei diesem Bauvorhaben Landschaftsverletzungen vorgenommen werden.

Reduktion
Die gezeigten Entwürfe können ohne Einbußen an Funktionalität und Gestalt reduziert werden. Ein Gleichgewicht an Wohnungen und Serviceeinrichtungen soll bestehen. Ich empfehle die Wohnungen erträglich zu reduzieren und (bei MT 1 Geschoß des Mittelgebäudes, bei BBD 1 Geschoß der 3 westlichen Pavillons) diesen Verlust an Effizienz durch den Verzicht auf das Schwimmbad zu
kompensieren. Die Gemeinde Münsing leistet sich eine Beteiligung am neuen Geretsrieder Schwimmbad, das nach Fertigstellung auch frequentiert werden sollte. Ein Shuttle kann hier den Badbesuch mit einem Einkaufstrip nach Geretsried kombinieren .

Funktionale Äußerungen des Kuratoriums
Eine häufige Architektenerfahrung zeigt, dass eine Neuplanung eingefahrene Strukturen durchlüftet, frische Ideen entfaltet. Sehr häufig führt dies zu vehement vorgetragenen Protesten erfahrener Nutzer und Betreiber. Ebenso häufig zeigt sich nach einer Weile, dass neue Abläufe, neue Verknüpfungen un.d bisher unbeschrittene Wege zu neuen Ablauferfahrungen führen, die
optimierend und anregend wirken. Architekten müssen Bauherren manchmal zu Erfahrungen führen.
Deshalb könnte eine Überarbeitungsphase, die BBD bereits begonnen hat, neue wichtige Erkenntnisse bringen: „Herr Schmieder, Herr Schaller: entdecken Sie neue Wege! Bedenken Sie wie Sie in Münsing angefangen haben und wo Sie bereits jetzt stehen.“ Wägen Sie Ihre Einschätzungen ab: EG-Wohnungen gibt es bei beiden Entwürfen, nur hat der MT-entwurf so stark ausgeprägte
Vordächer, dass eine starke Verschattung die Folge ist.

Architektur
Beide Architekten nutzen nachhaltige Materialien wie Holz, Glas und Beton.
Waldschlösschen
BD: Haltung Villa, Treff, Kontemplation, Genuss, Villegiatura
MT: 2 Funktionen mit Restaurant und Tagespflege – schwierige Kreuzungen, Gefahr der Orientierung der Tagespflegebesucher (Gäste sind nicht zu Hause und können sich verlaufen)

Schwimmbad (ein möglicher Verzicht)
BBD Lage beim Waldschlösschen, Ferienstimmung
MT separat gelegen, ungestört
Tagespflege: vgl. die Ausführungen von M. Felsch, die den Weg weisen
BBD neue Lage zeigt große Verbesserung – Durchplanung erforderlich
MT im Sockelgeschoß des Waldschlösschens – Problem der Funktionsüberschneidung mit dem darüber liegenden Geschoss {Orientierungsfrage für Senioren, die nicht täglich hier sind)
Veranstaltungssaal
BBD guter Bezug zum Restaurant
MT Fensterloser Raum : bedrückend, kostenintensiv durch Lüftung
Zusammenarbeit und Aufmerksamkeit
BBD reagierte sofort auf Kritik
MT sehr wirtschaftliche Reaktionen
Anzahl der Wohnungen
BBD 81 WE + 2 Gästezimmer: zu viel!
MT 79 WE + x Gästezimmer: zu viel
Bäume
Der wertvolle Baumbestand im SW ist bei beiden Entwürfen gefährdet. Hier sollte eine vertiefte Wertung erfolgen. Eschen können geschlagen werden, andere seltene Baumarten wie Hemlockstannen (mit sehr flachen Wurzeln) erhalten und schützen durch Begleitpflanzung, die den gefährlichen Windangriff am See (Drehwinde drohen, Sturmwaldpflanzung ansteuern) aushalten.
Fazit:
Das „Ambacher Gefühl“ kann nur mit dem Entwurf von BBD entstehen.

Anregungen: ungelöste Probleme zeitnah angehen
• Zufahrtsstraße zu schmal (vgl. Stellungnahme Herr Krome)
• Rettungswege
• Parkplätze
• Versorgung von Pflegefällen: bereits fehlen im LKR 200 Plätze
• Personalwohnungen: sicher sollte es eine Nachtwache geben
•  ÖPNV weiter entwickeln, Shuttle einrichten
• Kosten der sozialen Angebote mit der Gemeinde abstimmen – kleinere Geldbeutel
• Gelände: Steilheit- eigentlich ein Ausschluss Kriterium Schlaganfallklinik: War der baurechtliche Fuß in der Tür ernst gemeint? Skepsis bei den Experten
Wir erwarten eine Klärung dieser Fragen
Ich bedaure, dass kein Ambacher dieses Gelände nach Ambacher Vorstellungen rechtzeitig entwickelt hat. Man könnte sich ein paar locker eingestreute Villen und einen Wohnungsbau (Material Holz) für junge Familien vorstellen.
Und wenn man träumen darf sehe ich eine Einrichtung für Kinder in Ambach, vielleicht in Gesellschaft mit stellvertretenden Großeltern beim Vorlesen und Gesellschaftsspiele spielend.

Ursula Scriba
Ammerland, 11.07.2018


Sehr geehrter Herr Bürgermeister Grasl,
sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,

das Angebot, zu den am 26.6. vorgestellten favorisierten Entwürfen für das KWA-Projekt Senioren-Wohnstift Ambach Stellung zu nehmen, will ich gerne nutzen, um Gesamtplanung und Details zu kommentieren.

Ich betrachte das KWA-Projekt nach seinem Nutzen für die Gemeinde Münsing und seiner Auswirkung auf die gewachsene Dorflandschaft. Leider habe ich den Eindruck, dass bei den Entscheidungen der Nutzen des Investors KWA an erster Stelle steht. Mit Mühe ist es gelungen, die Zahl der Wohnungen von 90 auf 80 zu begrenzen. Ihr Versprechen, Herr Bürgermeister, sich um weitere Reduktion der Zahl zu bemühen (zugesagt auf der OSV-Mitgliederversammlung 2017) hat sich nicht in den Beschlüssen des Gemeinderats vom 27.9.17 niedergeschlagen, mit denen der Architektenworkshop beschlossen wurde, dessen Ergebnisse wir nun beurteilen dürfen.

Grundsätzlich ist zu kritisieren, dass mit der geplanten Umwandlung des Sondernutzungs-Gebiets ehem. Kurklinik Wiedemann in ein kommerziell genutztes Wohngebiet mit sehr dichter Bebauung (geschätzte Gfz 1,0) entsteht und ein Signal an Investoren gegeben wird, entsprechend den Regeln von §34 BauGB weitere kommerziell genutzte Flächen in der Nachbarschaft in ähnlicher Bebauungsdichte zu fordern und gerichtlich durchzusetzen. Diese Konsequenz sollten Sie sehen und die Bürger darüber aufklären. Außerdem nehmen Sie einen Bevölkerungszuwachs in Ambach von ca.120 Personen in Kauf. Viele Senioren kommen von weit außerhalb. Sollten sie pflegebedürftig werden, sind Pflegeplätze im Landkreis gefragt – also eine zusätzliche Belastung.

Sie haben es am 27.9.17 versäumt, mit Ihrem gemeindlichen Einvernehmen zu der vom KWA ebenfalls beantragten Umwandlung der Kurklinik in eine Schlaganfall-Rehaklinik (Schwerpunkt) eine Abwägung der Vor- und Nachteile der Klinik-Lösung gegenüber der Wohnstift-Lösung durchzuführen. Sie hätten der KWA signalisieren können, dass Sie die Kliniklösung bevorzugen, weil mit der Kliniklösung der Sondernutzungs-Status für die Grundstücke erhalten bliebe und die o.g. Auswirkung auf die Nachbarschaft verhindert würde.

Ihre Annahme, Herr Bürgermeister, die Kliniklösung würde „sicherlich“ zu umfangreicheren Verkehrsbewegungen führen als ein Wohnstift, entgegne ich, dass Wohnstift-Insassen ihre Fahrzeuge evtl. täglich nutzen werden solange sie können, um zu externen Veranstaltungen und Unternehmungen rauszukommen und ihre Verbindungen zur Außenwelt aufrecht zu erhalten, während Schlaganfall-Patienten nicht fahren dürfen. Natürlich findet in der Rehaklinik ein Kommen und Gehen von Patienten statt und natürlich erfordert eine Klinik etwas mehr Personal als ein Wohnstift, aber verkehrsmäßig wird nicht viel Unterschied sein.

Es war auch die Rede von geringen Überlebenschancen einer Rehaklinik in Ambach unter Hinweis auf die geschlossene Schönklinik in Kempfenhausen. Dazu ist zu sagen, dass das KWA vierzig Jahre Erfahrung mit seiner Rehaklinik in Bad Birnbach hat. KWA kann den Heiminsassen aus ganz Deutschland bei entsprechenden Erkrankungen die Reha in Ambach empfehlen. Ein engagiertes Team schafft es auch, die notwendigen guten Bewertungen in den Internet-Foren zu erreichen.

Sicher wären mit der KWA-Kliniklösung auch Vereinbarungen möglich, die von der Gemeinde Münsing gewünschte Tagespflege und evtl. auch Kurzzeitpflege zu realisieren.

Stellungnahme zu den Entwürfen Matteo Thun und Beer Bembé Dellinger

Beiden Entwürfen gemeinsam ist die Überschreitung der Grenze von 80 Wohneinheiten. Kein Gemeinderat hat dies beanstandet. Beer Bembé Dellinger hat gar noch Erweiterungsmöglichkeiten am Piloty-Weg skizziert.

Beide Entwürfe bieten, wie in der GR-Sitzung am 26.6.18 vorgestellt, als Parkflächen je 50 TG-Stellplätze und 12 Plätze im Freien an. Diese dürften schon von den Insassen belegt sein. Hinzu kommt Bedarf für Personal und Besucher. Bei Veranstaltungen im Wohnstift, die auch von der Öffentlichkeit genutzt werden, werden wesentlich mehr Plätze gebraucht (s. Erfahrungen mit der Seeresidenz Alte Post, Seeshaupt, die nebenbei auch als Hotel und Restaurant genutzt wird).

Entwurf Matteo Thun:

Thun begründet seine Lösung mit den in der Gemeinde vorhandenen langgestreckten Bauernhäusern als Modell. Bauernhäuser von 50 m Länge sind jedoch nicht anzutreffen. Hiesige Bauernhäuser incl. Stall und Scheune begnügen sich eher mit der halben Länge. Außerdem unterscheiden sie sich bezüglich der Dachformen und Fassadengestaltung wesentlich von der Version Thun. In der von Thun vorgeschlagenen Bebauungsdichte erinnert das Ganze eher an Massen-Viehhaltung, die erfreulicherweise im Bereich Münsing nicht zu finden ist. Auf keinen Fall vertragen sich die Thun-Bauten mit den im Rahmenplan beschriebenen benachbarten Villenkolonien. Sie stellen einen Riegel gegen die vorherrschende Windrichtung dar.

Die freie Sicht in Richtung See haben allenfalls die Bewohner des oberen Stockwerks der oberen Gebäude. Die darunter Wohnenden blicken auf begrünte Dächer, die bei Starkregen das Wasser bis vor die Terrassen des oberen Gebäudes leiten. Die Bauten sind innen wie außen langweilig. Abwechslung bietet nur der Gang ins Restaurant (Waldschlössl), den Tagungsraum oder das Schwimmbad und – wie oben erläutert – das Wegfahren mit dem eigenen Auto.

Entwurf Beer Bembé Dellinger:

Wesentlich besser fügen sich die Pavillons des Entwurfs Beer Bembé Dellinger in die Umgebung mit den benachbarten Villen ein. Für die Bewohner erfreulich, mit Fenstern und Balkonen vorwiegend nach Osten, Süden und Westen orientiert. Herr Schmieder von der KWA kritisiert die fehlende Privatheit von Balkonen, auf denen die Bewohner evtl. den Blicken anderer ausgesetzt sind. Das darf man nicht überbewerten, denn so nah stehen die Pavillons ja nun auch wieder nicht zusammen.

Zusammenfassung:

Die Wohnstift-Lösung ist die schlechtere Lösung. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan sollte nicht aufgestellt werden.

In der Gesamtbewertung der Wohnstift-Lösung schließe ich mich dem Urteil von Sebastian Wiedemann an. Der Gemeinderat wird gebeten darauf hinwirken, dass KWA die Zahl der Wohneinheiten auf 60 reduziert. Ein Bürgerbegehren einerseits und ein Ratsbegehren andererseits würde die Dorfgesellschaft entzweien.

Wenn die Wohnstift-Lösung unausweichlich ist, dann sollte eine Lösung entsprechend dem Entwurf Beer Bembé Dellinger bevorzugt werden.

Manfred Stecher, Ammerland,  Schatzmeister, Vorstand OSV
11. Juli 2018


Stellungnahme Vorstandsmitglieder OSV zu den Entwürfen Matteo Thun und Beer Bembé Dellinger

  1. Beide Entwürfe sind überdimensioniert, weil als Sollgröße mindestens 80 Wohnungen vorgegeben worden sind. Diese Anzahl kann auf dem Gelände nicht bewältigt werden, wenn die Landschaft im Außenbereich geschützt werden soll. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ist bis heute nicht vorgelegt worden. Nur anhand einer solchen Berechnung lässt sich die Mindestzahl der Wohnungen feststellen.Die Verwirklichung beider Entwürfe ist nach dem Abbruch der Ruinen der Wiedemann-Klinik mit schweren Eingriffen in die Kulturlandschaft Starnberger See verbunden.Im Ergebnis entsteht eine neue Wohnsiedlung im Außenbereich am Ostufer des Starnberger Sees.
    Die Realisierung eines dieser Entwürfe durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan ist ein Signal an Investoren, dass mit großer Energie und politischer Rückendeckung kommerzielle Wohnbauprojekte im Außenbereich am Ostufer des Starnberger Sees durchgesetzt werden können.
  2. Bei der Binnendifferenzierung zwischen beiden Entwürfen ist zu erkennen, dass der Entwurf Beer Bembé Dellinger sich stärker bemüht, den Fremdkörper „Wohnanlage“ in die Landschaft einzufügen, wie es offenbar den Planungsvorgaben entspricht. Diese Bemühung scheint dem Entwurf aber zum Verhängnis zu werden. Wie bereits vom Bürgermeister und den Meinungsführern im Gemeinderat signalisiert wurde, wird der Entwurf Matteo Thun bevorzugt, weil dieser stärker den Bedürfnissen der KWA entspricht. Dieser Entwurf hat eine fatale Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Entwurf der KWA, dessen Unverträglichkeit mit den Zielen des Landschaftsschutzes von Sebastian Wiedemann eindrucksvoll demonstriert wurde.
  3. Die einzige tatsächliche Alternative wurde nicht vorgestellt. Sie besteht in dem Bauantrag der KWA für eine Rehabilitationsklinik für Schlaganfallpatienten oder sonstige geriatrische Patienten, zu welchem der Gemeinderat bereits sein Einvernehmen erklärt hat. Dieser Bauantrag will die Ruinen der Wiedemann-Klinik weitest möglich nutzen und eine Bruttogeschossfläche von maximal 12.000 m² verwirklichen. Die Baumaßnahme würde also weniger eingreifend ausfallen; der Baumbestand würde stärker geschont. Der Fremdkörper „Kursanatorium und Gesundheitszentrum“ im Außenbereich bliebe zwar erhalten, es würde aber kein neues Wohn-Dorf geschaffen. KWA hat das Projekt einer Reha-Klinik mit 95 Betten im Bauantrag als „wirtschaftlich“ bezeichnet. Es gibt keinen Grund, an dieser Aussage zu zweifeln. Auch andere Rehabilitationskliniken, die sich an Privatpatienten wenden, werden im Landkreis erfolgreich betrieben. Aus dem großen Kreis wohlhabender Senioren, welche bei KWA wohnen, dürfte ein entsprechender Bedarf entstehen.
  4. Gemäß § 1 Abs. 3 BauGB soll die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen, sobald und soweit dies erforderlich ist.
    Der Eigentümer hat mit dem Einvernehmen der Gemeinde einen Bauantrag auf Errichtung eines „Kursanatoriums mit Gesundheitszentrum“ gestellt. Dieser Antrag beruht auf einem bestandskräftigen Vorbescheid und entspricht dem Flächennutzungsplan, welcher ein „Sondergebiet Klinik“ im Außenbereich ausweist.
    Wieso ist dann ein Bebauungsplan erforderlich?
    Dass dem Eigentümer eine Luxus-Wohnanlage im Außenbereich lieber ist, macht einen Bebauungsplan nicht erforderlich.
    Die „Nachfolgenutzung“ für das Ruinengrundstück ist konkret beantragt und wird genehmigt. Ein Bebauungsplan nach den Wünschen des Eigentümers ist überflüssig.
    Nach dem Rahmenplan der Gemeinde soll ein Bebauungsplan „nur im Notfall“ aufgestellt werden. Worin besteht der Notfall?
  5. Der Ostuferschutzverband hat sich dagegen ausgesprochen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zur Errichtung einer Wohnanlage mit 80 Wohnungen im Außenbereich aufzustellen. KWA sollte als Grundstückseigentümer darauf verwiesen werden, das Baurecht für die Wiederherstellung und den Betrieb eines „Kursanatoriums mit Gesundheitszentrum“ weiterzuverfolgen. In diesem Rahmen können auch Tagespflegeplätze und Mitnutzung anderer Einrichtungen (Schwimmbad, Veranstaltungsraum) für die Gemeindebürger eingerichtet werden.
  6. Wenn die Gemeinde den Bebauungsplan nach Wunsch von KWA erlässt, entsteht ein Planungsgewinn in Millionenhöhe. Denn ein Wohnbaugrundstück, auf dem 12.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in 1a-Lage am Starnberger See errichtet werden können, dürfte nach Bauträgerkalkulation ca. 20 bis 25 Millionen Euro wert sein. Bezahlt hat KWA für das Ruinengrundstück im Außenbereich „Sondergebiet Klinik“ ca. 6 Millionen Euro.

Was tut die Gemeinde, um diesen Planungsgewinn für die Bürger nutzbar zu machen? Wird beispielsweise die Hälfte der Wohnungen Gemeindebürgern zu Sozialwohnungsmieten überlassen, darunter auch jungen Familien?
Wie viel Tages- und Kurzzeitpflegeplätze werden zu festgelegten Bedingungen an die Gemeinde überlassen?
Ohne Klärung dieser Fragen macht die Gemeinde ein Millionengeschenk an einen Immobilieninvestor. Das widerspricht einer sozialen Bodennutzung, wie sie die Bayerische Verfassung fordert.
Andere Gemeinden machen von der Möglichkeit, einen Planungsgewinn abzuschöpfen, energisch Gebrauch.

Johannes Umbreit, Manfred Stecher, Petra Schulze, Gustav Neumeister
13.7.2018


Entwürfe zum KWA Wohnstift in Ambach

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Grasl,
sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,

da Sie die Bürger aufgerufen haben, sich an einem Meinungsbild zu den Entwürfen des KWA Wohnstiftes in Ambach zu beteiligen, möchte ich folgende Anregungen beitragen.

In den Gesprächen mit dem Vorstand und den Aufsichtsräten der KWA und bei der Bürgerversammlung zur Bebauung in Ambach habe ich immer wieder betont, dass das Seniorenpolitische Gesamtkonzept einen großen Bedarf an Tagespflege für unseren Landkreis benennt.

Bei der Besichtigung des KWA Stiftes Rupertihof in Rottach-Egern wurde mir die Tagesbetreuung als eine der neuesten Angebote für die Bewohner und Bürger des Tegernseer Tales vorgestellt.

In dem Planentwurf von Matteo Thun konnte man sehen, dass man in Ambach Räumlichkeiten dafür vorsieht. Aber auch hier ist nur von einer Tagesbetreuung die Rede.

Ich möchte noch einmal aufzeigen, dass die Tagesbetreuung ein niedrigschwelliges Betreuungsangebot gem. § 45 SGB XI ist. Bei Inanspruchnahme dieser Leistungen besteht nur die Möglichkeit finanzieller Unterstützung durch die Pflegekassen. Wenn der Angehörige eine Pflegestufe hat (I, II oder III) oder eine Demenz, geistige Behinderung oder eine psychischen Erkrankung diagnostiziert wurde, besteht danach ein Anspruch auf Unterstützung in Höhe von 104 € (Grundbetrag) bzw. 208 € (erhöhter Betrag) pro Monat. Deshalb reichen zum Beispiel der vorgenannten Beträge in der Regel höchstens für einen Betreuungstag im Monat. Weitere Kosten wie z.B. für die Tagesbetreuung tragen die Angehörigen dagegen selbst.

Die Tagespflege ist eine Leistung der Pflegekassen. Neben der Geld-/Sachleistung und den Entlastungsleistungen, gibt es ein eigenes Budget von der Pflegekasse nur für Tages- und Nachtpflege. Dieses Geld gibt es zusätzlich je nach Pflegegrad in gleicher Höhe wie die Sachleistung.

Voraussetzung für die Tagespflege ist ein Versorgungsvertrag des Anbieters mit dem Verband der Pflegekassen. Der Tagessatz wird durch den Anbieter mit den Kassen und dem zuständigen Sozialhilfeträger (Bezirk Oberbayern) verhandelt.
Für die Tagespflegeeinrichtungen gibt es ein festes Raumprogramm, angelehnt an die Empfehlungen des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA). Eine Überprüfung des laufenden Betriebes durch den MDK ist vorgesehen, mit entsprechenden Dokumentationsvorgaben.

Ein weiterer wichtiger zu klärender Punkt ist, wieviele Tagespflege- oder Betreuungsplätze das KWA in Ambach einrichten möchte? In Rottach-Egern sind es 10 Tagesbetreuungsplätze, 5 sind für die Stiftsbewohner vorgesehen, 5 für externe Bürger des Tegernseer Tales.

Für Angehörige ist die Finanzierung der Tagespflege deshalb wesentlich besser, insbesondere bei höheren Pflegegraden. Dagegen bietet die Tagesbetreuung dem Anbieter mehr Freiheiten in der Gestaltung seines Angebotes.

In unserem Landkreis gibt es erst zwei Einrichtungen für Tagespflege (außer in einigen Seniorenheimen), die die Zulassung der Pflegekassen erhalten haben und zwar in Bad Tölz und in Geretsried und im Nachbarlandkreis das Haus Tiefental in Seeshaupt.

Deshalb bitte ich Sie darauf zu achten, dass auch für das Ostufer des Starnberger Sees für unsere pflegebedürftigen Senioren und zur Entlastung der Angehörigen ein entsprechendes Angebot in Ambach als Tagespflege und nicht als Tagesbetreuung eingerichtet wird.

Die neue Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Frau Kerstin Schreyer ist auch Mitglied des Aufsichtsrates des KWA und wird dieses Projekt hoffentlich von der politischen Seite her unterstützen.

Hinweisen möchte ich auch darauf, dass ein besonderer Bedarf für Betreutes Wohnen für Senioren im Hochpreissegment im Seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen nicht benannt wird.

  • Zu den Entwürfen wurden bereits von verschiedenen Gutachtern für Architektur und Landschaftsgestaltung Stellungnahmen abgegeben.
    Ich fände es sinnvoll beide Entwürfe auch noch einmal auf ihre Senioren- und Alltagstauglichkeit von der Fachstelle für Seniorenpolitik, Seniorenplanung und Bedarfsfeststellung begutachten zu lassen. Herr Thomas Bigl und Frau Christiane Bäumler, sowie der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Herrn Ralph Seifert sind da sicherlich kompetente Ansprechpartner.
  • Das Modell der Architekten Beer, Bembé und Dellinger entspricht aus meiner Sicht viel mehr dem im Rahmenplan gewünschten Villencharakter und könnte sich somit in Ambach besser einfügen. Ein Wohnstift kommt durch seine fehlende Infrastruktur in Ambach aber vor allem für Senioren in Frage, die als „Silversurfer“ mitten im Leben stehen, aktiv sind und deshalb die freistehenden Häuser einem „Heimcharakter“ vorziehen werden.
  • Für den Fall, dass das Wohnstift wegen fehlender Rentabilität wieder aufgegeben werden muss, ist eine Vermarktung der einzelnen Häuser sicherlich besser gegeben. Dadurch besteht für die Bewohner eher die Möglichkeit „ihr“ Haus zu kaufen und damit die bestehenden Hausgemeinschaften in kleinen WEGs beizubehalten.
  • Herr Horst Schmieder, Vorstandsmitglied der KWA hat bei der Präsentation der beiden Entwürfe betont, dass das Wohnstift in Ambach fast ausschließlich von Senioren aus der nahen Umgebung bewohnt werden wird.
    Ich fände es sinnvoll, wenn dies dann auch im Bebauungsplan durch eine gewisse Quote von Einheimischen, die dieses Wohnstift beziehen sollen, festgeschrieben wird. Der dadurch frei werdende Wohnraum könnte somit dem dringenden Wohnbedarf junger Familien in unserer Region zu Gute kommen.

Mechthild Felsch
Seniorenbeirätin und Kreisrätin
des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen
05.07.2018


Anatol RegnierSehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,

vielen Dank für die Möglichkeit, zum Stand des Verfahrens in Sachen Neunutzung des ehemaligen Kurgeländes Wiedemann in Ambach Stellung zu nehmen. Für mich sind beide der am 26. Juni vorgestellten Architektenentwürfe auf ihre Art überzeugend. Dass sie nach Meinung vieler Bürgerinnen und Bürger immer noch deutlich zu groß sind, dürfte Ihnen bekannt sein und wurde von Sebastian Wiedemann in seiner Stellungnahme auch aus Architektensicht noch einmal eindringlich dargelegt. Ich schließe mich dieser Meinung an. Eine Reduzierung auf 60 Wohnungen würde die Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung steigern und für weniger Unmut sorgen.

Aber auch in reduzierter Form kann ich mir nicht vorstellen, dass auf dem Ambacher Wiedemann-Gelände ein Seniorenstift erfolgreich betrieben werden kann. Das Gelände liegt bekanntlich auf der Höhe. Um ins Dorf zu gelangen, muss man den Berg hinunter und auf dem Nachhauseweg wieder hinauf. Das ist für Menschen mit Herzbeschwerden schwierig bis sehr schwierig, für Seniorinnen und Senioren mit Gehbehinderung oder Gehwagen eine Unmöglichkeit. Verlegen sie ihren Lebensmittelpunkt dorthin, werden sie sich mehrheitlich damit abfinden müssen, dass sie für jedes Verlassen des Geländes, für jeden kleinen Ausflug, und sei es auch nur, um einen Kaffee bei Huber zu trinken oder den Dampfersteg zu besuchen, motorisierten Transport benötigen. Das ist für mich das Gegenteil eines selbstbestimmten Lebens, eine Art qualvoller Abhängigkeit und Enge, die ich niemandem wünsche. Ohne Abwechslung wird auch die schönste Umgebung zum Gefängnis. Ich frage mich, wie das „Kuratorium Wohnen im Alter“ diesen zentralen Aspekt außer Acht lassen kann. Bei der Versammlung vom 26. Juni fand er mit keinem Wort Erwähnung. Wie stellt man sich die Lösung eines Problems vor, das nicht zu lösen ist? Kein noch so ausgeklügelter Architektenentwurf  kann die Lage des Objekts ändern – und wie alle Menschen werden auch die Seniorinnen und Senioren, die dort wohnen sollen, mit jedem Jahr älter. Deshalb noch einmal: Ein Seniorenstift auf dem Ambacher Wiedemann-Gelände ist aus meiner Sicht ein Unding, das nicht funktionieren kann. Eine Stellungnahme des „Kuratoriums Wohnen im Alter“ hierzu würde mich interessieren.

Ganz anders stellt sich die Lage dar, wenn die Einrichtung nur für eine begrenzte Zeit genutzt wird. Für eine Klinik oder Reha- oder Erholungszentrum sind die Bedingungen ideal. Ruhe und Abgeschiedenheit sind ein Bonus, und für ein paar Wochen lässt sich jeder gern chauffieren. Die oft erwähnte Schlaganfall-Klinik scheint im Gemeinderat skeptisch beurteilt zu werden, und bei der Mitgliederversammlung des OSV am 6. Juli haben sich auch Mediziner dagegen ausgesprochen. Trotzdem würde ich der Gemeinde und dem KWA raten, neu zu überlegen und nach Möglichkeiten zu suchen, die unbestreitbaren Vorzüge des Geländes zu nutzen, anstatt auf einem Projekt zu beharren, das mit seiner Topographie unvereinbar ist. Vielleicht gibt es Ideen, an die bisher niemand gedacht hat, die zum Erfolg führen und gleichzeitig das Dorf befrieden. Es wäre nicht das erste Mal, dass aus der Not eine Tugend erwächst. Die vorgestellten Architektenentwürfe wären in modifizierter Form sicherlich weiter verwendbar.

Anatol Regnier
Seeuferstraße 19
82541 Münsing-Ambach
07. Juli 2018      


Sehr geehrter Herr Bürgermeister Grasl,
sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,
liebe Ambacher und interessierte Bürger der Gemeinde,

 

zunächst vielen Dank für die Aufforderung an die Bürger und interessierten Anwohner sich zu den beiden Favoritenentwürfen für das Projekt KWA / Ambach zu äussern.
Es stehen nun zwei  Entwürfe zur Auswahl, die in Ihrem Ansatz, Funktion und in Ihren Auswirkungen sehr unterschiedlich sind. Neben den Interessen des Investors nach bestmöglicher Verwirklichung seiner Ziele, sind es von Bürgerseite insbesondere die Fragen nach der Verträglichkeit für den Ort, und Rücksicht auf Landschaft und Natur, die wichtig sind. Diese Gesichtspunkte sollten für die Gemeinde vordringlich Grundlage der Entscheidung sein, da es nicht ausschliesslich um die Interessen des Investors geht, sondern um eine langfristige und umfangreiche Entscheidung für den gesamten Ort.
Zu dem Konzept von Büro Matteo Thun:
Zunächst fällt auf, dass einige Strukturen der ursprünglichen Planung von 2016 in diesem Entwurf aufgegriffen werden – funktional mag der Entwurf also nahe an den Vorstellungen des Betreibers liegen. Aussagen zu Bauzeit und inwiefern eine solches Projekt mit „Null Kilometern und Null Emmission“ umzusetzen ist, sollte genau betrachtet werden. Ob ein „Bauernhof“ das richtige Motiv für einen Gebäudekomplex dieser Grössenordnung ist, kann man unterschiedlicher Auffassung sein. Die Hanghäuser erscheinen auf dem Lageplan als Landschaftsbestandteil – trotz der Ausstattung mit einem Gründach sollte aber bewusst bleiben, dass es sich um eine mehrgeschossige Bebauung handelt. Welche Qualität eine solche Hangbebauung hat – nur einseitig belichtet und durch lange unterirdische Gänge erschlossen – sollte nicht zuletzt der Betreiber hinterfragen.
Wie aber setzt der Entwurf die Massgaben des Wettbewerbs und Anliegen in Bezug auf die sensible Lage um? Neben den Haupthäusern, die dieser Dimension blockhaft wirken, gibt es eine doppelte Bebauungszeile als „Hangarchitektur“, deren Integration in den Hang nicht gelingt. Hier wird eine unnatürliche Hilfskonstruktion erforderlich: Anschüttungen entgegen der Topografie mit einem bis zu 4m hohen Gegenhang. Die Ausdehnung der Anlage geht weit nach Süd-Westen in Richtung des geschützten Baumbestands. Hier ist im Plan zwar ein weitgehender Erhalt vorgesehen – in Anbetracht der Baumassnahme und der Nähe zu diesem Biotop müsste aber die Motivation sehr gross sein, diese Bäume auch wirklich zu erhalten. In einem Bebauungsplan müssten diese Bäume jedenfalls effektiv geschützt werden!
Feststellen lässt sich, dass dieser Entwurf es nicht schafft das Raumprogramm von 80 Wohnungen auf dem Grundstück verträglich und schonend umzusetzen – in erster Linie bedingt durch die Grössenordnung der Gesamtanlage. Unter Verzicht auf lediglich 12 Wohnungen könnte die unterste Hangbebauung entfallen, die mittlere könnte etwas nach unten rücken. Dadurch würde die Gesamthöhe reduziert und  die Hangbebauung in den Hang integriert werden. Ein offener Park würde statt eines Gegenhangs entstehen und die versiegelte Fläche wäre reduziert. Ein ausreichender Abstand zu der Baumgruppe sichert deren Bestand. Nicht zuletzt würde auch das Waldschlössl schöner zur Geltung kommen. Eine solche – relativ geringe und sicherlich verkraftbare – Reduzierung hätte in dem vorliegenden Entwurf sehr grosse Auswirkungen auf die Qualität, Verträglichkeit und den Landschaftsschutz des Projekts.
Zu dem Konzept von Beer, Bembe, Dellinger Architekten:
Der Entwurf setzt die Vorgabe einer kleinteiligen Bebauung, soweit dies möglich ist um und arrangiert Einzelhäuser von 16-20m Kantenlänge zu einem Quartier um einen zentralen Innenhof. Die lockere Anordnung vermeidet eine Riegelbildung und öffnet sich nach Süden. Die pavillionartigen Gebäude ist weniger an die althergebrachte Gestaltung angelehnt, bietet dafür ein eigenständiges, freundliches Bild. Die einzelnen Häuser sind in einer Gruppe angeordnet, was einerseits etwas weniger Privatheit bedingt, andererseits wohl das Miteinander und soziale Kontakte fördert. Die Wohnungen in den Einzelhäusern orientieren sich jeweils nach zwei Seiten und werden so gut belichtet. Neben einer unterirdischen Erschliessung, die zu optimieren wäre, gibt es für jedes Haus einen direkten oberirdischen Eingang, von dem aus die Wohnungen schnell und natürlich belichtet zu erreichen sind. Die Anlage von Einzelhäusern ist gut zu erfassen und ermöglicht eine leichte Orientierung.
Auch hier stellt sich die Frage nach den Auswirkungen dieses Entwurfs: Die Einzelgebäude stehen auf einer vermittelnden Ebene, die im Süd-Westen ein weiteres Geschoss erzeugt. In diesen Bereichen sind einige Wohnungen weniger gut und nur einseitig belichtet, sowie teilweise kompliziert erschlossen. Die Ebene darüber wird über eine Rampe in das Gelände geführt, wobei hier und bei dem südwestlichen Souterrain-Wohnungen eine kritische Nähe zu dem Baumbestand festzustellen ist. Ansonsten geht die Anordnung der Gebäude rücksichtsvoll auf den Baumbestand ein und hält ausreichenden Abstand. Allgemein kann man von der weitgehenden Beibehaltung des landschaftlichen Eindrucks ausgehen, wobei die Kleinteiligkeit der Anlage dieses Ziel unterstützt.
Im Ergebnis lässt sich sagen, dass dieser kleinteiligere Entwurf sensibler mit der Situation und dem Baumbestand umgeht. Funktionale Aspekte wären, nach den Wünschen des Betreibers zu optimieren, wofür in dieser Phase des Projekts sicherlich eine Möglichkeit besteht. Problematisch ist aus landschaftlicher und funktionaler Sicht die Souterrainebene in dem die am wenigsten qualitativen Räume entstehen. Eine Reduzierung der Wohnungsanzahl um ca. 10 Wohnungen könnte diese Ebene komplett entfallen lassen und die Höhenentwicklung, die landschaftliche Situation und den Baumschutz verbessern. Zusätzliches Potential diese Situation zu entspannen hätte eine Neuanordnung mit ggf. Zusammenlegung einzelner Baukörper, so dass das Gesamtprojekt bei weiterer Reduzierung eventuell mit einem Gebäude weniger auskommen könnte.
Fazit: 
Im Ergebnis lässt sich sagen, dass beide Entwürfe Schwierigkeiten haben die geforderte Baumasse von 80 Wohnungen auf dem Grundstück unterzubringen. Konkret sind es jeweils die letzten 10-12 Wohnungen, durch die ungünstige Situationen geschaffen werden, eine topografische Eingliederung des Gebäudeskomplexes wesentlich erschweren und den Baumbestand gefährden. Mittlerweile gibt es sechs Entwürfe für dieses Projekt, alle in der gleichen Grössenordnung und alle führen zu der Erkenntnis, dass eine solche Baumasse hier nicht verträglich zu planen ist. Der eindringlichen Bitte von vielen Bürgern nach einer Reduzierung des Baumasse – wie sie seit nunmehr seit über zwei Jahren gefordert ist – hat leider bis heute keinerlei Eingang in die Überlegungen gefunden. Dabei zeigt, dass schon eine relativ überschaubare Reduzierung von nur 15% wesentliche Entspannung schaffen und ein qualitatives, ökologisches und geschätztes Projekt ermöglichen kann. Eine (ohnehin notwendige) Überarbeitung mit einer reduzierten Wohnungsanzahl könnte bei beiden Entwürfen wesentliche Verbesserungen für die Situation, die Qualität der Anlage und den Landschaftsschutz bringen und auch die formulierten Zielsetzungen der Gemeinde ermöglichen.
Hiermit wird an den Gemeinderat und den Investor appelliert diese Erkenntnisse und Bitten der Bürger anzuerkennen und in der Konsequenz eine Vorgabe zu machen, weitere Planungen in reduzierter Form zu verfolgen.
P.S.: Die Gutachten der Fachberater sind unter http://www.wohnstift-ambach.de/aktuelles/meldung/datum/2018/06/28/test-5/ nachzulesen – hier sind insbesondere die Stellungnahmen von Herrn Hainz (Kreisbaumeister), Herrn Weigl (Stadtplaner) und Herrn Ufer (Landschaftsplaner) sehr interessant zu lesen. Die Ausstellung im Sitzungssaal ist bis 11.Juli einsehbar – schriftliche Stellungnahmen werden bis 13.Juli erwartet. Wie diese Stellungnahmen dann Bürgern und Entscheidern zugänglich gemacht werden, bleibt abzuwarten.
P.P.S.: Anbei eine Plananalyse des Baumbestands auf Basis des Entwurfs von Herrn Matteo Thun: Bäume, die bereits gefällt wurden, wohl nicht mehr vorgesehen sind, wie die Thuje oder durch sehr geringen Abstand, wie z.B. die beiden grossen Buchen im Südwesten gefährdet oder nach seiner Liste zu fällen sind wurden entsprechend farbig gekennzeichnet.
Vielen Dank und herzlichen Gruß!

Sebastian Wiedemann
InitiativeAMBACH
Luigenkamerweg 11
82541 Ambach
04.07.2018

Jagdhornklänge fürs Jägerhaus

Von Sabine Bader, Stanrberger SZ vom 26.06.2918

Allmannshausen – Der Maler Gabriel von Max (1840 bis 1915) hätte sie sicher gemocht, die kleine Bronzeskulptur, mit der der Ostufer-Schutzverband alljährlich jene Villenbesitzer ehrt, die ihre denkmalgeschützten Häuser besonders liebevoll in Schuss halten. In diesem Jahr gibt es gleich zwei Neuerungen: Zum einen steht die Villa, um die es geht, zum erstem Mal in der fünfjährigen Geschichte des Preises nicht in der Gemeinde Münsing, der Heimat des Schutzverbands, sondern in der Nachbargemeinde Berg. Gewonnen hat das dortige Jägerhaus des Schlosses Unterallmannshausen, auch bekannt unter dem Namen Villa Rambaldi. Zum anderen geht die Auszeichnung erstmals an eine Eigentümergemeinschaft: Die Erbengemeinschaft von Nagel zu Aichberg. Ihr steht die 103-jährige Maria-Gabriele von Nagel zu Aichberg vor, die mit einigen ihrer Familienangehörigen auch zur Preisverleihung in den Gasthof „Zur Post“ nach Aufkirchen gekommen ist.

Noch heute bewohnt sie das Anwesen am Ostufer des Sees alljährlich zwischen Frühjahr und Herbst mit ihrer Tochter Barbara Bering. Nur im Winter leben die Frauen in München: Die Villa wird nur mit Kachelöfen beheizt. Die anderen Familienmitglieder nutzen das Haus nur im Sommer sporadisch. Ansonsten wohnen noch zwei Mieter ganzjährig im Gebäude. Es ist also ständig bewohnt. „Wir lieben das Haus sehr, sind auch in Aufkirchen zur Schule gegangen“, erzählt Barbara Bering der SZ.

Die Geschichte des Hauses hängt eng mit Schloss Unterallmannshausen zusammen. Die Villa war einst das südlich gelegene Jägerhaus des Schlosses und wurde von Otto Graf Rambaldi erbaut, nachdem dieser Schloss Unterallmannshausen 1880 an den Mannheimer Chemieunternehmer Christoph Heinrich Boehringer verkauft hatte. Die Villa zählt laut Kreisheimatpfleger Gerhard Schober zu den typischen Landhäusern am Starnberger See. Und doch sticht sie Spaziergängen und Radlern sofort ins Auge. Denn das Jägerhaus wirkt weit weniger bäuerlich als andere Landhäuser, was sowohl an den feingliedrigen, schmiedeeisernen Balkonen als auch der doppelläufigen Freitreppe zum See liegt.

Apropos Jägerhaus: Die Vorsitzende des Ostufer Schutzverbands, Ursula Scriba, ist selbst Jägerin und läutete die Preisverleihung mit einem Ständchen der Münchner Reiterlichen Jagdhornbläser ein, denen sie selbst angehört. Aber auch die Klassikfreunde kamen an diesem Abend auf ihre Kosten: Professor Johannes Umbreit (Klavier) und Therese Hahn (Violine) lockerten die Veranstaltung musikalisch auf. Scriba ist hin und weg vom Gebäude, dass es auszuzeichnen gilt. Denn sie ist selbst Architektin. Wen wundert es also, dass sie in ihrem einstündigen Vortrag den Gästen der Preisverleihung in Aufkirchen alle Vorzüge des Gebäudes minutiös erklären konnte. „Das Haus hat die Jury sofort überzeugt“, sagte sie. „Die Abstimmung war unstrittig.“ Der Bau besteche durch seine perfekten Proportionen, und auch die Fenster seien im „Goldenen Schnitt“, sagte sie.

Doch dem Verband geht es nicht nur darum, schöne Denkmalbauten zu würdigen. Er will mit dem Preis auch erreichen, dass noch mehr Eigentümer sich dessen bewusst werden, was es bedeutet, ein Baudenkmal zu besitzen. Das erfordert neben vielen Absprachen mit den Denkmalschützern auch erhöhten finanziellen Aufwand. Denn die Gebäude sind alle in einem Alter, in dem es ständig etwas zu renovieren gibt. Im Fall der Villa Rambaldi hätten die Eigentümer das Glück, dass ein Familienmitglied Schreinermeister sei und damit ein ausgewiesener Fachmann, erzählt Scriba.

Auch der stellvertretende Landrat Georg Scheitz zollte „allen, die in einem denkmalgeschützten Haus leben, Respekt“. Und mit Blick auf die 103-jährige Geehrte meinte er: „Wenn ich sie so anschaue, dann ist es ein sehr gesundes Haus.“ Er hoffe, so Scheitz, dass der Preis weitere Denkmaleigentümer motiviere. Und auch Vinzenz Dufter vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, Münsings Rathauschef Michael Grasl und die Dritte Bürgermeisterin von Berg, Elke Link, hoffen, dass der Preis weitere Eigentümer wachrüttelt (Grasl).

Dass das bislang nicht immer fruchtet, weiß Grasl am Besten. Steht doch in seiner Gemeinde, in Ammerland, die denkmalgeschützte Max-Villa, die seit vielen Jahren zusehens verfällt. Mit aus diesem Grund hat der Ostufer Schutzverband seinen Denkmalpreis vor fünf Jahren auch nach dem Maler Gabriel von Max benannt. Der Künstler und Naturforscher Gabriel von Max liebte Affen über alles. Er malte sie in allen erdenklichen Posen. Die Preis-Skulptur stammt aus der Hand des Ammerlander Bildhauers Ernst Grünwald. Sie zeigt darum einen Affen, der auf einer Säule hockt und eine Miniaturausgabe der Max-Villa auf dem Schoß trägt. Aber dazu will das Bronzeäffchen lieber nichts sagen.

Das Juwel von Allmannshausen

VON VOLKER UFERTINGER, Isar Loisachbote vom 23. Juni 2018

Erneut hat der Ostuferschutzverband den Gabriel-von-Max-Denkmalpreis vergeben. Zum ersten Mal ging er an eine Erbengemeinschaft, die die Villa Rambaldi in der Nähe des Allmannshauser Schlosses hegt und pflegt.

Link zum Originalartikel im Isar Loisachbote vom 23. Juni 2018

Münsing/Allmannshausen – Wer am Ostufer des Starnberger Sees auf der Assenhauser Straße nordwärts schlendert, gelangt irgendwann zum altehrwürdigen Schloss Allmannshausen. Doch schon wenige hundert Meter vorher steht rechterhand ein entzückendes kleines Anwesen: Das ehemalige Jägerhaus des Schlosses, nach dem einstigen Eigentümer auch Villa Rambaldi genannt. Dass der Anblick beim Betrachter Glücksgefühle auslöst, ist nach Angaben vor Ursula Scriba, Architektin und Vorsitzende des Ostuferschutzverbands, kein Zufall, sondern vom – unbekannten – Architekten genau so gewollt: „Die Front bildet ein regelmäßiges Quadrat, und wenn wir so etwas sehen, fühlen wir uns einfach wohl.“ Perfekte Proportionen, makellose Haltung, ein lässiger Umgang mit der schwierigen Hanglage am Ostufer: Das sind die architektonischen Markenzeichen der Villa Rambaldi.

Sämtliche Juroren des Gabriel-von-Max-Denkmalpreises haben unter den sechs Vorschlägen die formschöne Villa mit ihren grünen Fensterläden und dem filigranen Eisenbalkon auf Platz eins gewählt. „Das Votum war also eindeutig“, sagte Scriba in ihrer Laudatio. Und so brachte die Verleihung des Gabriel-von-Max-Denkmalpreises am Mittwochabend im Landgasthof zur Post in Aufkirchen zwei Neuheiten mit sich. Erstmals blieb der Preis nicht in Münsing, sondern ging in die Gemeinde Berg. Und: Zum ersten Mal wurde eine Erbengemeinschaft ausgezeichnet, bestehend aus den vier Familien Nagel zu Aichberg, Bering, Keitlinghaus und Breitenbach. Vier Generationen leben dort zeitweise unter einem Dach, meist im Sommer, im Winter ist die Villa mangels Heizung unbewohnt. Besonders hob Ursula Scriba hervor, dass Felix Keitlinghaus, von Beruf Schreiner, viel an dem denkmalgeschützten Haus selbst macht. „Die Geduld und das Engagement im Umgang mit dem ehrwürdigen Gebäude ist vorbildhaft“, sagte Scriba bei dem kleinen, aber feinen Festakt.

Der Gabriel-von-Max-Denkmalpreis hat eigentlich einen traurigen Hintergrund: Anlass für seine Verleihung ist die Tatsache, dass ein besonders schönes Exemplar, die Villa des Malers, Darwinisten und Spiritisten Gabriel von Max (1840 – 1915) in Ammerland, mangels Interesse der Eigentümer vor aller Augen zusehends verfällt. Doch statt darüber zu klagen, prämiert der Ostuferschutzverband (OSV) lieber Besitzer von Denkmälern, die es besser machen. Dazu gehörte bislang der Gorythomahof der Familie Strobl in Weipertshausen (2014), das Handwerkerhaus der Familie Wagner in Ammerland (2015), das Schloss Ammerland von Werner Döttinger (2016) sowie der Eierwastl der Familie Noppes in Degerndorf (2017). Jedes einzelne Beispiel zeigt, dass es geht, wenn man will. „Mit diesem Preis sendet der Ostuferschutzverband ein Signal rund um den See“, sagte der Münsinger Bürgermeister Michael Grasl. Und noch etwas hob er hervor: „Wer Denkmäler erhält, stellt übergeordnete Interessen über die eigenen.“ Und das sei heutzutage die absolute Ausnahme

Nicht zu vergessen: Der Abend wurde auch musikalisch begleitet, von Therese Hahn an der Violine und OSV-Mitglied Johannes Umbreit am Klavier. Ihre Mozart-Sonate und ihre Schumann-Romanze schmeichelte dem Ohr, wie der Anblick der Rambaldi-Villa dem Auge. Es war eben ein Abend in Aufkirchen, der dem Schönen gewidmet war.

 

Die Geschichte des Hauses

Die Geschichte des Hauses ist natürlich eng mit der des Allmannshauser Schlosses verknüpft, das heute dem Freistaat gehört und an die Religionsgemeinschaft „Wort des Lebens“ verpachtet ist. Der Pate der Bewerbung, Juror Manfred Stecher aus Münsing, hat einiges aus der Historie von Schloss und Villa zusammengetragen. Eine wichtige Rolle spielte demnach die international gut vernetzte Adelsfamilie Hörwarth, die 1696 das Schloss hatte errichten lassen. Sie ließ etwa 1780 auch die kleine Villa für die Jäger und möglicherweise auch Förster anlegen. 1800 erlosch das Geschlecht, durch Erbteilung gingen große Teile von Allmannshausen an die Familie Rambaldi.

1880 trat der Chemieunternehmer Christoph Heinrich Böhringer auf den Plan: Er ließ das Ensemble im Stil der Neo-Renaissance umbauen und verhalf ihm zu dem Aussehen, das es auch heute noch hat. 1883 heiratete der Schriftsteller Karl von Rambaldi die Böhringer-Tochter Mathilde. Deren Tochter, die ebenfalls den Namen Mathilde trug, heiratete in Erster Ehe Heinrich von Nagel zu Aichberg, der im Ersten Weltkrieg fiel. Diesen Namen trägt heute noch die älteste der acht Eigentümer, die 103 Jahre alte Gabriele von Nagel zu Eichberg, die die Verleihung des Preises sichtlich genoss.  vuVilla Rambaldi in Allmannshausen

Holzhauser Musiktage

DAS FESTIVAL

Erstklassige Musik
am bezaubernden Starnberger See

Seit nahezu 40 Jahren findet im Juli rund um den malerischen Ort Holzhausen ein Klassik-Festival der besonderen Art statt. Der Charme des Festivals ist das Außergewöhnliche, denn selten begegnen Künstler und Zuhörer sich in solch inspirierender Nähe an derart ungewöhnlichen Plätzen. Erleben Sie renommierte Musiker sowie junge Ensembles, welche dabei sind, die großen Konzertsäle der Welt zu erobern, in einer Umgebung, wo Sie sonst eher kein Konzert vermuten würden. Zu unseren Spielstätten gehören die Reithalle des Gut Ried in Ammerland, Loth Hof Tenne in Münsing, Schloss Seeburg in Allmanshausen und die Seeresidenz Alte Post in Seeshaupt.

Das Ostufer des Starnberger Sees war und ist noch stets für viele bekannte Künstlerinnen und Künstler aller Disziplinen Heimat und Inspirationsquelle zugleich. 1978 riefen der bekannte ungarische Geiger Dénes Zsigmondy und seine Frau, die Pianistin Anneliese Nissen, gemeinsam mit dem Pianisten Wilhelm Kempff die Holzhauser Musiktage ins Leben. Seitdem hatte dieses Festival jährlich viele große Interpretinnen und Interpreten der klassischen Musik zu Gast, unter ihnen Alfred Brendel, Isabelle Faust, Juliane Banse, das Cherubini Quartett, Nicolai Lugansky, Loriot, Ingolf Turban und Julian von Karolyi. Der in Ammerland ansässige Wilhelm Kempff gab 1980 in Holzhausen sein letztes Konzert und Loriot, ein enger Vertrauter des Festivals, zeichnete das Titelbild der Jubiläums CD der Holzhauser Musiktage. Auch in diesem Jahr erwartet Sie ein spannendes Programm und wir laden Sie herzlich ein, große Musik in besonderem Ambiente zu genießen.

TRIO ENTRE AMIS

Sonntag 8.7.2018 Ⅰ 19 Uhr
Seeburg
Nördliche Seestraße 130 | Allmannshausen

Anne Solveig Weber – Violine
Nuala McKenna – Violoncello
Johannes Umbreit – Klavier

Ludwig van Beethoven – Klaviertrio in B-Dur op.97 “Erzherzog Trio”
Felix Mendelssohn-Bartholdy – Klaviertrio in d-Moll op. 49

Bei ihrem letzten Auftritt im Rahmen der Holzhauser Musiktage begeisterte die junge Cellistin Nuala McKenna mit ihrem mitreißendem Spiel und ihrer starken Ausstrahlung das Publikum. Auch die Geigerin Anne Solveig Weber und der Pianist Johannes Umbreit sind dem Publikum vertraute Gesichter. Gemeinsam werden sie Perlen der Klavierkammermusik aufführen.

 

GRIGROYAN – KELLING –
TURBAN & FRIENDS

Donnerstag 12.7. Ⅰ 20 Uhr
Seeresidenz Alte Post
Alter Postplatz 1 | Seeshaupt

Lilit Grigoryan – Klavier
Susanne Kelling – Mezzosopran
Ingolf Turban – Violine
Anne Solveig Weber – Violine
Alice Marie Weber – Viola
Nuala McKenna – Violoncello

Wort und Ton. Lieder mit und ohne Worte

Werke von F. Mendelssohn, R. Schumann, J. Brahms, G. Mahler, A. Dvorak, P.d. Sarasate

Du Sehnen, das die Brust beweget,
Wann ruhest du, wann schlummerst du?
(Rückert/Brahms)

Tondichtungen verschiedenster Art bestimmen den Abend. Ob mit Text oder ohne: Die Kompositionen berühren die Seele und gehen unter die Haut. Sechs erstklassige Musiker lassen Sie in variierenden Formationen in die Welt der musikalischen Dichtung eintauchen.

ARMIDA QUARTETT

Mittwoch 18.7.2018 Ⅰ 20 Uhr
Loth Hof Tenne
Lothgasse 1 | Münsing

Aus meinem Leben

J. S. Bach – Auszüge aus der Kunst der Fuge
B. Smetana – Streichquartett Nr.1 in e-Moll “Aus meinem Leben”
W. A. Mozart – Adagio und Fuge in c-Moll KV 546
L. v. Beethoven – Streichquartett Nr. 8 in e-Moll op.59/2 “Razumovsky”

„Kein Zweifel: Das Armida Quartett gehört zu jenen jungen Nachwuchsensembles, die uns Musik (…) auf neue Art erleben lassen. (…) Um die Zukunft der Kammermusik müssen wir uns keine Sorgen mehr machen. Sie hat längst begonnen.“ (RONDO Magazin, 02.01.2016)

Es erwartet Sie ein Abend mit feinster Kammermusik, gespielt von vier herausragenden Musikern. Auszüge aus Bachs Kunst der Fuge stehen Smetanas berühmten Quartett „aus meinem Leben“ gegenüber. Angeregt zu seiner „Autobiographie in Tönen“ wurde der tschechische Komponist durch den fortschreitenden Verlust seines Gehörs. Die Taubheit wurde im Entstehungsjahr des Quartetts Gewissheit. Er schrieb darüber: „ … sie (gemeint die vier Musiker) sollen sich sozusagen im engsten Freundeskreis darüber unterhalten, was mich so bedeutungsvoll bewegt.“ Des weiteren stehen auf dem Programm Adagio und Fuge von W.A. Mozart und das berühmte zweite Razumovsky Streichquartett von Ludwig v. Beethoven.

Lassen Sie sich mitreißen von vier jungen Vollblutmusikern!

DUO GERASSIMEZ

Samstag 21.7.2018 Ⅰ 19 Uhr
Gut Ried
Riedweg | Ammerland

Alexej Gerassimez – Percussion
Wassily Gerassimez – Violoncello

Zwei Brüder – Zwei Vollblutmusiker

Von Bach bis Jazz.
Werke von u.a. J.S. Bach, A. Piazzolla, H. Villa-Lobos, A. Gerassimez und W. Gerassimez

Wenn die beiden Brüder auf Cello und Schlagzeug loslegen, bebt der Saal und keiner kann sich ihrer unglaublichen Energie entziehen. Wassily Gerassimez begeisterte bereits 2017 das Publikum der Holzhauser Musiktage mit seiner Interpretation des Cellokonzert von Friedrich Gulda. Am 21. Juli 2018 kehrt er in die Reithalle des Gut Ried zurück – an der Seite seines Bruders Alexej, einem der herausragendsten Schlagzeuger unserer Zeit. Erleben Sie einen aufregenden Abend mit Musik von Klassik bis Jazz!